(openPR) Wien, im Mai 2008 – Die „Linking Open Data-Bewegung“ entstand unter der Patronanz des WWW-Erfinders Tim Berners-Lee. Die Proponenten setzen sich mit der Frage auseinander, wie man offene, frei zugängliche Daten am Web - Open Data - durch Vernetzung veredeln kann, etwa, wie man darauf Mashups aufsetzen kann - Open Data Cloud. Neue Trends entstehen, die Branche ist in Bewegung.
Wenn heute im Zusammenhang mit dem Internet von Daten die Rede ist, meint man gemeinhin „kritische“ Daten. Doch nicht alle Daten sind notwendigerweise „kritisch“, es gibt auch Daten außerhalb der in diesem Zusammenhang oftmals zitierten Bereiche des Urheberrechts oder der Privatsphäre; Daten, die für die Allgemeinheit relevant und nützlich sind. Die Idee frei verfügbarer Daten ist nicht neu. Spätestens seit der Web 2.0-Experte Tim O'Reilly Daten als „Next Intel Inside“ bezeichnete, geistert das neue Paradigma frei verfügbarer Daten durch die IT-Welt.
Vielschichtige Offenheit...
Open Data, Open Source, Open Mind: Die Open Data Philosophie und Anwendung postuliert die freie Verfügbarkeit gewisser Daten für jedermann. Alle diese „offenen Ansätze“ gehen davon aus, dass sich wissenschaftliche, kreative und „Wissensarbeit“ leichter und effektiver im kollaborativen und sozialen Umfeld umsetzen lässt. Vor allem in den (Natur-) Wissenschaften lassen sich Forschungsprozesse signifikant beschleunigen, wenn der Zugriff auf Daten offen ist. Die Zeit, die man etwa braucht, um wissenschaftliche Daten zu verschlüsseln, könne man effektiver nützen, indem man stattdessen die weltweite Zusammenarbeit – etwa durch Collaborative Tools - ankurbelt und somit die Forschung beschleunigt. Es geht hier oft um „nicht-textuelles“ Material in naturwissenschaftlichen Bereichen, etwa geographische Informationssysteme, Genome, mathematische Formeln, Daten aus Medizin, Chemie oder Biowissenschaft.
Eine Problematik ergibt sich aus der Tatsache, dass diese Daten kommerziell äußerst kostbar sind. Daher ist die Kontrolle darüber auch ein Machtfaktor – kommerzielle Interessen versus Gemeinwohl: Lizenzgebühren können Forschung in gewissen Forschungsgebieten unrentabel machen. Damit umzugehen wird eine der großen zukünftigen Herausforderungen sein.
Der „Open“-Begriff ist vielschichtig und wird von verschiedenen Gruppen unterschiedlich gebraucht - besonders die Industrie versucht den Begriff zu vereinnahmen siehe etwa Open Business Models oder Open Innovation – siehe auch die Publikation Open Innovation: The New Imperative for Creating And Profiting from Technology. Weitere Phänomene, die mit dem Begriff „Open“ punkten wollen: OpenID, OpenSocial, OpenSource...
Richtlinien zum nachhaltigen Veröffentlichen
Open Data Definition nennt sich eine topaktuelle Initiative, eine Gruppierung von Entwicklern, die technische Spezifikationen zur Veröffentlichung herausgibt. Die Open Data Definition ermöglicht das Hin-und-her-Kopieren von Daten zwischen sozialen Netzwerken. Parallel dazu können die Netzwerke von Freunden im Auge behalten und Daten zwischen einzelnen Services synchronisiert werden. Das sei der „wahre Weg zur Datenportabilität“, die vielfach und aus guten Gründen gefordert wird.
Aktuelle Fragestellungen in diesem Zusammenhang lauten etwa: Welche Richtlinien existieren zum nachhaltigen Veröffentlichen offener Daten? Und wie gehen wir mit Privatsphäre/Privacy und ethischem Bewusstsein am Web um? Ken North, Industrieveteran, Experte und Berater, wünscht sich dazu Experten, die mit internationalen und EU-Richtlinien ebenso vertraut sind wie mit dem globalen Bewusstsein ethischer Fragen und der Verletzung der Privatsphäre bei der Veröffentlichung von Daten. Dazu müssten Ziele formuliert und Prioritäten gesetzt werden - zum Teilen von Daten am Netz. Es brauche eine steuernde Struktur, um mit den Bedürfnissen und Anforderungen der unterschiedlichsten Gruppierungen richtig umgehen zu können.
Lesen Sie dazu das ganze Interview "Any open data strategy needs goals..." sowie "The web must be a web, not a series of isolated islands"
am SWC Portal.
Triple-I-Konferenzthema – Linking Open Data
Auch bei der diesjährigen Innovationstagung TRIPLE-I in Graz (3. bis 5. September 08) wird es einen Schwerpunkt zum Thema Linking Open Data geben. Der Wissenschaftler Sören Auer, der an den Universitäten Leipzig und Pennsylvania arbeitet, gilt als einer der aktivsten Wegbereiter für das Social Semantic Web, er beschäftigt sich vor allem mit der Frage, wie man beim kollaborativen Arbeiten im Web Barrieren abbauen kann. Auch Wissenschaftler und Firmengründer Tom Heath wird als Keynote-Speaker an der Konferenz teilnehmen "The web must be a web, not a series of isolated islands".










