(openPR) LEIPZIG (Ceto). – Die Rohölpreise steigen und steigen. Derzeit dominieren die bullishen Marktfaktoren und treiben die Notierungen in immer höhere Preisregionen. Einen derartig ungebrochenen Anstieg ohne Zwischenstopp gab es zuletzt im Februar dieses Jahres. Damals erreichten die Heizölpreise darauf hin Preisregionen bei ca. 75,00 Euro pro 100 Liter von denen man heute nur noch träumen kann.
Allein am heutigen Freitag wiesen die Rohölnotierungen im Tagesverlauf bis zum frühen Nachmittag von deutlich mehr als 2 Dollar pro Barrel gegenüber Vortag aus. Schon im frühen Handel zeigten sich die Preise unter Führung der Heizölkontrakte weiter fest. Hier stützt die Sorge wegen der weltweiten Heizöl- und Dieselversorgung in erster Linie. Zusätzlich trieben weitere Kapitalschübe von Investmentbanken die Preise nach oben. Öl wird als Hedge gegen die Inflation verwendet und in steigendem Maße auch als gewinnversprechendes Anlageobjekt gesehen. Der Aufwärtstrend ist technisch stabil, so dass abgesehen von gelegentlichen Korrekturen weitere Preisschübe nicht überraschen dürften.
Auch Förderschwierigkeiten wirken sich in diesen Tagen preistreibend aus. So hat es der Irak bislang nicht geschafft, seine ursprünglichen Förderquoten, die bei 3 Millionen Barrel pro Tag (bpd) lagen, zu erreichen. Zurzeit fördert das Land durchschnittlich jedoch nur 2,4 Millionen bpd. Die OPEC ist durch Terror- und Sabotageauswirkungen in Nigeria und politischen Sanktionen (Iran) in ihren Möglichkeiten beschnitten. Allerdings steigt die Ölnachfrage längst nicht mehr so stark wie ursprünglich vorhergesagt. Während die IEA immer noch Steigerungsraten bei 1,4 Millionen bpd in 2008 prognostiziert, so OMR, liegt der aktuelle Wert eher bei 600.000 bpd. Das liegt nach Marktinformationen vor allem daran, dass China vor Eröffnung der Olympiade noch alles dafür tut, um keinen Mangel an Treibstoff aufkommen zu lassen.
Für den Heizölpreis in Deutschland bedeutet diese Entwicklung: Es geht weiter nach oben!
In der Tagespreiserfassung durch BRENNSTOFFSPIEGEL und mineralölrundschau ging es heute vor dem langen Pfingstwochenende noch einmal rasant aufwärts. Mit dem fünften Anstieg in dieser Woche erreichten die Bezugskosten für Heizöl in der Bundesrepublik heute Mittag bei durchschnittlich 89,83 Euro pro 100 Liter (beim Kauf einer 3000 Literpartie Heizöl EL) auch das fünfte Jahreshoch in Folge. Allein gegenüber Donnerstag stiegen die Preise um mehr als 1,20 Euro pro 100 Liter. Die Differenz zum vergangenen Freitag beträgt sogar mehr als 5,50 Euro. Die Chancen auf spürbare Preisrückgänge in den nächsten Wochen scheinen verschwindend gering. Der stabile generelle UP-Trend der Rohölpreise lässt weitere Preisanstiege befürchten. Nur wenn die große Spekulationsblase platzt und auch die geopolitischen Marktfaktoren abebben ist mit einem spürbaren Preisrückgang zu rechnen. Aber selbst dann würde sich der Preis aufgrund der hohen Nachfrage in weit höheren Preisregionen als noch zu Jahresbeginn bewegen.
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