(openPR) Castrol Index-Sportpsychologe, Andy Barton, weiß über die verschiedenen Erfolgstaktiken der Trainer für die Euro 2008 Bescheid…
Es gibt keine einzig wahre Zauberformel, mit der ein Trainer eine erfolgreiche Mannschaft schaffen kann. „Manche Trainer sind richtige Denker, z.B. der Franzose Raymond Domenech oder Deutschlands Coach Joachim Löw“, so CPIs Andy Barton. „Die bleiben bei einem Spiel stets sitzen und reden wenig. Andere, wie Portugals Trainer Luis Felipe Scolari oder Kroatiens Slaven Bilic, sind da praktischer veranlagt: Sie tigern am Spielfeldrand entlang und halten oft markerschütternde Reden. Scolari und Domenech stellen also zwei Extreme im Spektrum der verschiedenen Trainertypen da, haben jedoch auch Gemeinsamkeiten – z.B. die Fähigkeit, das Beste aus ihrem Team herauszuholen.
Wahrer Glaube
“Beide Trainer strahlen unerschütterlichen Glauben aus – Glauben in sich selbst, in ihre Spieler und in ihre Ziele. Unterbewusst interpretieren wir eher, wie eine Person etwas sagt, und weniger das, was sie sagt. Sowohl Scolaris als auch Domenechs Körpersprache und Tonfall stimmen mit der Aussage, die sie machen, überein. Wenn sie ihren Spielern sagen, dass sie ihre Gegner ausspielen können, glauben die Spieler ihnen das auch.
„So kann Gus Hiddink das Potential eher mittelmäßiger Mannschaften optimal nutzen – und diese Eigenschaft geht mit der Fähigkeit einher, schwere und unbarmherzige Entscheidungen treffen zu können. Hiddink schickte Edgar Davids noch während der Euro 96 zurück nach Hause, um wieder Harmonie in die gespaltene holländische Mannschaft zu bringen, und mit derselben Entschlossenheit holte er ihn bei der erfolgreich gelaufenen Weltmeisterschaft 1998 wieder zurück ins Team.
„Wirklich gute Trainer zeichnen sich außerdem dadurch aus, dass sie von ihren Spielern respektiert werden. Bilic und Scolari genießen hohes Ansehen, weil sie auf dem Trainingsplatz eine Bindung zu den Spielern aufbauen. Polens Trainer Leo Beenhakker, Griechenlands Coach Otto Rehhagel und Domenech sind Vertreter eines eher authoritären, „väterlichen“ Stils.
Das Heft in der Hand
“Spaniens Coach Luis Aragones scheut sich nicht davor, große Spielernamen auch mal zu ignorieren – z.B. Raul, obwohl der Stürmer von Real Madrid derzeit in guter Form spielt und bei den Fans beliebt ist. Vorrangig für Aragones ist die Gestaltung seines Teams, und diesen Sommer könnte dieser Haltung auch Fernando Torres zum Opfer fallen. Auch Joachim Löw plagen ähnliche Probleme bei der Auswahl seines Teams. Wie er seine Mannschaft gestaltet, könnte davon abhängen, wie weit Deutschland es bei der EM schaffen kann.
„Aragones ist übrigens absolut davon überzeugt, dass Gelb eine Unglücksfarbe ist, und hat seinen Spielern untersagt, die Farbe zu tragen. Spanien muss am 14. Juni allerdings gegen Schweden (gelbe Trikots) spielen, und kreative gegnerische Trainer könnten diese Kenntnis schamlos ausnutzen.“
Gut gegen Böse
“Wirklich gute Trainer wissen immer um die Bedeutung einer "Mission“.“ Viele zetteln Streitereien und Minikriege mit jedem an, der ihnen unter die Nase kommt (Spieler, Mannschaft, Schiedsrichter) und einen ihre Spieler so in einer gemeinsamen Sache, für die es sich zu kämpfen lohnt. Rehhagel legte besondere Betonung auf Teamgeist und führte die einst so zerrissenen Griechen bei der Euro 2004 so zum Sieg.
„Manchmal greifen die Trainer auch auf aggressives Verhalten gegenüber Schieds- und Linienrichtern zurück, um sich einen psychologischen Vorteil zu verschaffen. Wenn ein Coach sich über eine Entscheidung gegen seine Mannschaft beschwert, hofft er, dass der Schiedsrichter danach mehr Entscheidungen zugunsten seiner Mannschaft trifft. Doch die Schiedsrichter sind sich dieses Phänomens inzwischen wesentlich bewusster, folglich kann diese Taktik auch mal richtig nach hinten losgehen."
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