(openPR) Bundesweiter Kindergipfel zur biologischen Vielfalt in Bonn eröffnet
Zur Eröffnung des Kindergipfels 2008 haben die Bonner Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann und die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Frau Prof. Beate Jessel, die jungen Gäste in der Bundesstadt begrüßt. Stadtoberhaupt Bärbel Dieckmann sagte zur Eröffnung: „Wenn über 100 Kinder über ihre Zukunft auf unserer Erde reden, dann sollten wir Erwachsenen genau zuhören. Mit Recht werden die Jugendlichen Erwartungen an uns, die Erwachsenen, formulieren, denn sie haben ein Anrecht darauf, dass wir in ihrem Sinne handeln. Die Stadt Bonn ist stolz, dass der Zukunftsvertrag hier, in der deutschen UNO-Stadt, geschlossen wird. Und dass es uns gelungen ist, den Kindern eine Plattform vor dem Ministersegment der UNO-Naturschutzkonferenz im Mai in Bonn zu geben, wo sie ihre Forderungen vor der Weltgemeinschaft vortragen können.“
Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Prof. Beate Jessel erläuterte in ihrer Eröffnungsrede, dass biologische Vielfalt auch als „Reichtum der Natur“ übersetzt werden könne. Sie erläuterte dies anschaulich an mehreren Beispielen: „Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen reinigen das Wasser und die Luft, sorgen für fruchtbaren Boden und ein angenehmes Klima. Die Hersteller von Arzneimitteln nutzen Heilpflanzen und deren Inhaltsstoffe. Die Natur ist außerdem der größte Klimaschützer der Erde, denn sie bindet Treibhausgase in Mooren, Wäldern und Korallenriffen. Der Erhalt der biologischen Vielfalt ist somit auch Klimaschutz und damit eine wesentliche Zukunftsaufgabe“, so Frau Prof. Jessel weiter.
Unter dem Motto „Kaufen wir uns die nächste Erde?“ findet der heute in Bonn eröffnete Kindergipfel 2008 statt. Diese Headline spielt mit der Tatsache, dass eine Weltkugel nicht ausreichen würde, um die durch Menschen verursachten Belastungen durch Menschen aufzufangen, wenn alle sechseinhalb Milliarden Menschen unserem mitteleuropäischen Lebensstil folgen würden. Im Vorfeld der Ende Mai stattfindenden UN-Naturschutzkonferenz diskutieren 12- bis 15-Jährige aus ganz Deutschland Themen rund um die biologische Vielfalt. In Workshops stellen sie Forderungen und Selbstverpflichtungen auf, die in einem Zukunftsvertrag zusammengefasst und von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern unterschrieben werden.
115 Kinder haben sich angemeldet, um über Artenschutz, Welternährung und Gerechtigkeit zu diskutieren. „In diesem Jahr werden die Kinder und Jugendlichen nicht nur während des Kindergipfels ihre Ergebnisse mit deutschen Politikern und Entscheidungsträgern diskutieren, sondern im Anschluss auch die Möglichkeit bekommen, ihr Engagement und ihre Forderungen auf der UN-Konferenz persönlich vorzustellen“, so Organisator Tobias Thiele von der Naturfreundejugend Deutschlands.
Die Naturfreundejugend Deutschlands und die Stadt Bonn richten den Kindergipfel 2008 gemeinsam aus. Seit dem Jahr 2000 veranstaltet die Naturfreundejugend Deutschlands alle zwei Jahre einen Kindergipfel. Der Verband möchte junge Menschen für die Umwelt und deren Schutz sensibilisieren und setzt sich für die Rechte von Kindern und Jugendlichen ein. Die Naturfreundejugend Deutschlands engagiert sich in einem bundesweiten Bündnis für die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention und die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz. Der Kindergipfel bietet Kindern eine Plattform für ihre Themen und ermöglicht ihnen den Dialog mit Entscheidungsträgern.
Zu Gesprächsrunden im Quartier der Veranstaltung (Haus Venusberg in Bonn) am Samstag, den 03. Mai haben u.a. die Bundestagsabgeordneten Ulrich Kelber (SPD) und Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU), Ulrike Höfken (Bündnis 90/Die Grünen) und Paul Schäfer (Linke) zugesagt.
Am Sonntag, den 04. Mai findet der Kindergipfel im Alten Rathaus seinen Abschluss mit einer Podiumsdiskussion, an der neben dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesumweltministerium Michael Müller auch je ein Vertreter des Klimasekretariats der Vereinten Nationen, der Weltnaturschutzorganisation sowie der Stadt Bonn teilnehmen werden. Nach dem Leitsatz des Kindergipfels „Kinder reden - Erwachsene hören zu“ werden die Kinder und Jugendlichen die Forderungen und Selbstverpflichtungen des von ihnen erarbeiteten Zukunftsvertrags mit diesen Entscheidungsträgern diskutieren und ihn dann - stellvertretend für die Bundesregierung - an Staatssekretär Michael Müller übergeben.
Vorbereitet wurde der Kindergipfel durch einen Kinderrat, dem 16 Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland angehören. Sie haben in mehreren Vorbereitungstreffen den Kindergipfel 2008 nach ihren Vorstellungen geplant und die Workshopthemen festgelegt.
Laufend auch während der Veranstaltung aktualisierte Informationen zum Kindergipfel gibt es im Internet unter www.kindergipfel.de und bei der Naturfreundejugend Deutschlands, Haus Humboldtstein, 53424 Remagen, Telefon 02228 - 9415 - 0, Telefax 02228 - 9415 - 22, E-Mail:
Der Kindergipfel wird gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz aus Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Der Kinderrat wird gefördert aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans des Bundes im Rahmen des „Aktionsprogramm für mehr Jugendbeteiligung“, das gemeinsam vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Deutschen Bundesjugendring durchgeführt wird. Der Kindergipfel ist ein offizieller Beitrag zur Weltdekade der Vereinten Nationen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung.











