(openPR) Das bundesdeutsche Spendenwesen braucht keine privaten und halbstaatlichen Regeln, sondern klare Gesetze. Über die Einhaltung dieser Gesetze muss der Staat, also die zuständigen Finanzämter und deren Beamte und keine selbsternannten Kontrolleure, wer auch immer sie sein mögen, wachen.
Schon jetzt hat das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) mit seinem Spendensiegel eine ungemessen große Macht. Organisationen, die das Siegel ablehnen stehen unter Generalverdacht, halbseiden zu agieren. Die Deutsche Lebensbrücke hat nicht nur aus Kostengründen auf das Siegel verzichtet, da die jetzige Gebühr zu hoch ist. Mehrere große Hilfsorganisationen fordern höhere staatliche Hilfen für das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen. Mit welchem Anrecht? Der Staat muss seine Kontrollaufgaben wahrnehmen, dann braucht man keine privaten
Kontrolleure mit staatlicher Alimentation. Unternehmen aus Handel, Wirtschaft und Industrie können sich auch nicht von ihrem Dachverband oder sonst jemandem prüfen lassen. Sie werden vom Finanzamt verbindlich nach klaren gesetzlichen Vorgaben geprüft.
Ein verlässliches Siegel für solide Organisationen soll es den Spendern leichter machen, sich im Dschungel der Vereine zurechtzufinden. Ein guter Ansatz. Aber der Erhalt eines Spendensiegels darf für die Hilfsorganisationen nicht mit der Zahlung von Geldbeträgen verbunden sein.
Die Transparenzinitiative der Unicef mit anderen großer Hilfsorganisationen geht in die falsche Richtung. „Unicef hat Mist gemacht und baut jetzt eine Hysterie auf, um wieder gut da zustehen“, sagt Dr. Reinhard Mayer, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Lebensbrücke.
Die Transparenzinitiative verlangt einheitliche Standards für den Verwaltungsaufwand von Spendenorganisation. Sie sind aber nur sinnvoll, wenn die Arbeitsweise von kleinen Organisationen berücksichtigt wird. Jeder gemeinnützige Verein braucht eine Grundausstattung, Büros und Mitarbeiter. Mit der gleichen Infrastruktur kann dann ein Spendenaufkommen zwischen 100.000 und 1,5 Millionen Euro betreut werden. Der prozentuale Verwaltungsaufwand nimmt mit steigenden Spenden ab. Große Organisationen können also leichter einen relativ geringen Aufwand aufweisen als kleine Organisationen.
Offenheit und professioneller Umgang mit den Spendengeldern sind für die
Deutsche Lebensbrücke selbstverständlich. Vereidigte Wirtschaftsprüfer erstellen deshalb die Bilanzen der Deutschen Lebensbrücke. Das kostet pro Jahr über 8000 €. Wenn wir, wie es der Deutsche Spendenrat und die DZI aktuell vorsehen, darüber hinaus unsere Bilanzen anschließend noch einmal testieren lassen, kostet uns dieser Bescheid weitere vier bis sechstausend Euro. Spendengelder! Hier müssen andere Wege gefunden werden. Aktionismus und mehr Bürokratie sind sicher keine Lösung.
Durch die Vorkommnisse bei der Unicef ist bei allen Hilfsorganisationen ein großer Schaden entstanden. Denn die Bürger sind misstrauischer geworden, halten ihre Spenden zurück. Das Vertrauen der Bürger gewinnen die gemeinnützigen Vereine aber nicht durch selbstgezimmert Regeln und Schönrederei zurück.
Fazit: Wir brauchen eine klare Gesetzgebung und eine verbindliche Kontrolle durch die zuständigen Finanzbehörden im Rahmen von Steuerprüfungen, die regelmäßig alle 2-3 Jahre durchgeführt werden.











