(openPR) Eine repräsentative Erhebung in deutschen Hausarztpraxen ergab, dass mehr als drei Viertel aller Hypertoniker übergewichtig bzw. adipös sind. Hypertonie und Adipositas erhöhen unabhängig voneinander das Risiko, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden und daran möglicherweise zu sterben. Treffen beide Krankheiten dann zusammen, nimmt das kardiovaskuläre Risiko dramatisch zu. Daher steht im Zentrum der Therapie des übergewichtigen/adipösen Hypertonikers die Gewichtsreduktion, auch mit Medikamenten, wie zum Beispiel mit dem Sättigungsverstärker Sibutramin (Reductil®).
Die mit der Adipositas assoziierte Hypertonie hat ihre Ursache in der sogenannten viszeralen (abdominellen) Adipositas, sichtbar an einem deutlichen Bauchumfang. Das so genannte Bauchfett hat dabei einerseits indirekt Einfluss auf die Hormone, die die Aktivität des vegetativen Nervensystems (Sympathikus und Parasympathikus) und der Nierenfunktion regulieren. Zum anderen produziert das Fettgewebe Botenstoffe des Renin-Angiotensin-Systems, die direkt die Kontraktion der Blutgefäße beeinflussen können. Das Ergebnis ist eine Veränderung der Stellgrößen im Blutdruckregelkreis, die als Erhöhung des Blutdruckes und auch der Herzfrequenz direkt gemessen werden können.
Anhand von Studiendaten geht man davon aus, dass der systolische Druck bei Hypertonikern um 1.5 mmHg je kg Gewichtsabnahme gesenkt wird. Andere Studiendaten belegen, dass durch frühzeitige Maßnahmen zur Gewichtsreduktion eine Neuerkrankung an Bluthochdruck verhindert werden kann.
Körperliches Training macht die Blutdrucksenkung unter Reduktionskost beträchtlich effektiver. In Studien konnte gezeigt werden, dass dadurch der Blutdruck überproportional gesenkt werden konnte. Dies führte auch zur Entlastung des Herzens und senkte damit das Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden.
Leider sind die Erfolge eines nichtmedikamentösen Gewichtsmanagements, insbesondere bei adipösen Hochdruckpatienten, unbefriedigend. Daher rücken nach Meinung von Experten medikamentöse Maßnahmen immer mehr in den Fokus.
Der Wirkstoff Sibutramin entfaltet seine Wirkung über eine Verstärkung des Sättigungsgefühls und eine Steigerung des basalen Energieumsatzes. In der bisher längsten plazebokontrollierten Studie über zwei Jahre führte dieses Medikament zu einer mittleren Gewichtsreduktion von 11 kg, in Verbindung mit deutlichen Verbesserungen metabolischer Parameter, wie Blutzucker und Blutfette. Die Effekte auf den Blutdruck werden entscheidend vom Ausgangsstatus des jeweiligen Patienten beeinflusst. Während dieser bei Patienten mit normalen Blutdruckwerten leicht anstieg, induziert der Wirkstoff Sibutramin bei Hypertonikern i.d.R. eine Blutdrucksenkung. Dabei konnte beobachtet werden, dass je höher der Ausgangswert war, desto stärker der Blutdruck gesenkt wurde. . Trotzdem sollte bei adipösen Hypertonikern zunächst der Blutdruck medikamentös normalisiert werden. Bei Patienten, die mit Sibutramin behandelt werden, sollte andererseits der Blutdruck regelmäßig kontrolliert werden.
Quelle: Jordan J, Scholze J, Matiba B, et al.: Influence of sibutramine in blood pressure: evidence from placebo-controlled trials. Intern J Obes (2005); 1-8











