(openPR) Soziale Kompetenz wichtiger als Mitarbeiterverschleiss und im Ergebnis besser als die Ächtung durch ein Arbeitsgericht
Die Arbeit in der Medienwirtschaft ist interessant, aufregend und kreativ aber dennoch in aller Regel eines: Für die Masse der Mitarbeiter von wenigen Ausnahmen abgesehen „moderne Sklaverei“. Gefordert ist die totale Selbstaufgabe und der Verzicht auf soziale Netzwerke, Kinder, Familie, Beziehung oder wenigstens Gesundheit. Es gibt Agenturen, die damit werben zu den „Blutsaugern“ zu gehören. Menschenverachtung gilt ihnen als Prinzip. Wer es bei ihnen (meist kurze Zeit) aushält und einmal verantwortlich in Lohn und Brot stand, hat auf dem Markt sogar die besten Chancen. Menschenverachtung also als Prinzip der Branche, deren Spitzen sich heute an XYZ-Motors verkaufen und morgen aus Charitiy-Gründen die Medienkampagne für „…“ machen ? Das kann nicht jeder verstehen. Die Kunst und damit das Gelingen, die eigene Doppelmoral nicht erkennbar zu machen, hängt davon ab, ob man halt erwischt wird oder nicht.
Ausnahmen ? Sie gibt es. Sie sind dabei so vorbildhaft, dass ihre Praxis am Schluss beschrieben und zum Leitfaden des guten Vorbildes gemacht werden sollte. Auch insoweit kann ein Wettbewerb hilfreich werden, denn durch den Kampf ums Ranking erweist sich, wer auf Dauer erfolgreich ist. Nur derjenige, der auf kompetente Mitarbeiter zurückgreifen kann, die sowohl kreativ als auch erfahren sind. Erfahren ist im Ergebnis aber nur, wer am Leben teilnimmt und die Wünsche seine Kunden kennt. Kinderlose haben da zukünftig kaum eine Chance. Kinderlosigkeit wird in nicht allzu langer Zeit mit seelischer Armut und damit geringer Sozialkompetenz gleichgesetzt werden. Ein Alarmzeichen für eine Industrie, die sich nach wie vor in der Entwicklung findet.
Art Direktoren, wenige Inhaber, die es geschafft haben und natürlich diejenigen, die wiederum vom Ranking leben sind es, die vom Glamour und der Täuschung leben. Ein trügerischer und nicht selten kurzlebiger Status. Die Glitzerwelt der Medienindustrie ist in der Praxis alles andere als glamourös.
Arbeitstage ohne Pause, die zu halben oder ganzen Wochen werden, Projektphasen ohne Schlaf, die nicht selten wie selbstverständlich mehr als 24 Stunden Dienst am Rechner fordern, Mitarbeiter, die keine sozialen Bezüge mehr kennen oder pflegen können, kreative Frauen, die angesichts des Ergebnisdrucks den Wunsch nach Kindern nicht (mehr) entwickeln können und „Männer“, die meist weder das Eine noch das Andere sind und aus der bloßen Anwesenheit schon ein Event als solches machen und schließlich Gehälter, die einer qualifizierten Tätigkeit und den Honoraren nicht ansatzweise entsprechen kennzeichnen die Lage nicht nur in kleinen Agenturen. Es ist nicht übertrieben zu behaupten: Agenturarbeit ist Verschleiß von menschlichen Ressourcen. Um welchen Preis. Um welchen gesellschaftlichen Preis ?
Die Großen sind es, die mit schlechtem Beispiel vorangehen. Überstunden ? Die dürfen nicht vorkommen. Obwohl sie die Regel sind. Im Zweifel stellt sich die Zeiterfassung automatisch ab. Ist halt so programmiert. Psychosomatische Krankheitsbilder, wie Schlafstörungen, Schwächeanfälle, Essstörungen sind an der Tagesordnung. Urlaub ? Meist weit unter der gesetzlichen Norm. Widerspruch ? Äußerst selten. Die Branche ist halt heiß und große Unterbrechungen will sich niemand freiwillig leisten. Dabei ist die Hektik nicht selten hausgemacht. Nicht wenige Mitarbeiter berichten, dass die kurz vor der Präsentation noch einmal total verworfene Vorlage über Nacht noch einmal vollständig geändert werden muß. Und das, obwohl der Präsentierende die gesamte Projektumsetzung von Anfang an begleitete. Kann vorkommen. Wenn Ausnahmen aber zur Regel werden stimmt der Ansatz im Grundsatz nicht. Kein Einzelfall.
Es mehren sich Fälle, in denen selbst gute Mitarbeiter verbraucht sind und sich allein deshalb auch vor den Arbeitsgerichten wehren müssen, weil sie die gesundheitsbedingte Unterbrechung und damit nicht selten folgende „personenbedingte Entlassung“ einfach zwingen. Die geringen Gehälter in der Branche lassen selten große Rücklagenbildungen zu. Ob Arbeitsgerichte aber zur Problembeseitigung im Grundsatz beitragen ? Eben sowenig wie die nicht zeitgemäßen oder zu gebrauchenden Gewerkschaften werden hier Akzente zu erwarten sein.
Eine Industrie, die nicht nur von dem Zuspruch der Kunden, dem Erfolg der Kampagne, sondern vor allem auch vom Prestige in der Öffentlichkeit abhängig ist, muß die Gewährleistung optimaler Lebens- und Arbeitsbedingungen im eigenen Bereich sicherstellen, soll sie langfristig Ernst genommen und gewichtig werden.
Der Weg ? Die Veränderung des Rangkings. Nicht allein der Erfolg bei mitunter selbst initiierten Awards – meist ohnehin nicht nachhaltig -, der Erfolg der Kampagne, das Umsatzvolumen (selten überprüfbar), der Kunde (sehr wohl prüfbar) sollten Berücksichtigung finden, sondern auch der Anteil der zufriedenen Mitarbeiter, die Fluktuationsrate (die „Wechselrate“ kann projektbezogen sogar positiv sein) kreativer Mitarbeiter und schlussendlich soziale Faktoren wie „eingehaltene Arbeitszeit, Kinder junger Mitarbeiter im Unternehmen, Dauer der Tätigkeit, Weiterbeschäftigung, Ausbildung,
Weiterbildung“ und externe Ratings müssten zu den bestimmenden Faktoren werden.
Es gibt sie die Beispiele, selbst im kreativen, aber ungemein armen Berlin. Interessanterweise ziehen es karriereorientierte Kreative vor, eher im Land der Zukunft als in München, Düsseldorf oder Hamburg zu arbeiten, den alten und nicht selten überalterten Standorten der Medienwirtschaft Deutschlands. Die Beispiele sind Konzept und ganz bestimmt nicht das Ergebnis eines erfolgreichen Arbeitsrechtsstreits. (So sehr wir den Streit mögen). Die bereits bei der Unternehmensplanung zu berücksichtigende Gesamtverfassung der Agentur ist die Grundlage für ein erfolgreiches Arbeiten. Diese Ansätze wären zu fördern und zumindest zu beachten. Anhand der Mitarbeiter und der gelingenden Arbeitsabläufe erkennen Mann und Frau die Qualität der Leistung und damit auch der Agentur.
Irgendwelche Übereinstimmungen mit lebenden oder tätigen Einrichtungen gefunden ? Sich selbst erkannt ? Dann wären Sie bei uns richtig, wenn es um die Frage geht, wie Sie die Verhältnisse mit positiven Synergieeffekten ändern und damit auch noch eine höhere Rendite und öffentliche Wertschätzung gewährleisten können. Das ist die Kunst der betriebswirtschaftlichen Unternehmenberatung, die auf Menschen und deren Potenziale setzt.









