(openPR) Online-Hilfen, handschriftliche Notizen oder dicke Handbücher - bei Problemen mit interaktiven Produkten hilft der Tipp eines Bekannten oft schneller als das Lesen komplexer Hilfetexte. Doch wie gestaltet man technische Dokumentationen, die dem Nutzer die passende Information schnell zur Verfügung stellen?
Die Lösung heißt in solchen Fällen: nicht einfach über das Produkt, sondern für den Nutzer zu schreiben. Eine nutzerfreundliche technische Dokumentation zählt zu den wesentlichen Qualitätsmerkmalen des ganzen Produkts. Um technische Dokumentation an die Bedürfnisse der Nutzer anzupassen, wendet Target Grafix den nutzerzentrierten Gestaltungsprozess an.
Der Ablauf eines zielgruppenorientierten Gestaltungsprozesses:
Die Nutzungskontextanalyse bildet die erste Phase. Hier werden die Grundlagen für alle weiteren Schritte geschaffen. Es gilt festzulegen, welche Menschen die Dokumentation nutzen und unter welchen Bedingungen die Zielgruppe mit dem Dokument arbeitet. Die dafür benötigten Informationen werden aus Personabeschreibungen, Interviews und Anwenderbeobachtungen ausgearbeitet.
In der zweiten Phase werden die Anforderungen festgelegt.Aus den Ergebnissen des Nutzungskontextes werden die ersten Anforderungen festgelegt. Für die Artikulation der Anforderungen hat die IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) einen Standard herausgegeben. Dieser sogenannte „Guide to Developing System Requirements Specifi cations“ (IEEE Std P1233/D3, 1995) bestimmt vier zu beachtende Eigenschaften, die gut formulierte Anforderungen ausmachen:
Die Eigenschaft „Abstraktheit“ besagt, dass die Anforderungen unabhängig von der konkreten technischen Umsetzung formuliert sein sollen. Auch dürfen sie nur eine Interpretation zulassen (Eigenschaft „Eindeutigkeit“). Zudem muss es möglich sein, die Anforderungen zu ihrer Quelle zurückzuverfolgen (Eigenschaft „Nachvollziehbarkeit“) und es soll gezeigt werden können, dass das System die Anforderung tatsächlich erfüllt (Eigenschaft „Überprüfbarkeit“).
Zur weiteren Optimierung finden im nächsten Schritt Usability-Untersuchungen statt. Bei der Evaluation bewerten potentielle Anwender die Dokumentation auf Gebrauchstauglichkeit. Hierfür werden verschiedene Methoden angeboten, die grob in summative bzw. formative, analytische und empirische
Verfahren eingeteilt werden.
Die Anforderungen und Ergebnisse aus den Usability-Testverfahren werden im weiteren Schritt im Designprozess umgesetzt. Dabei ist der erste Schritt eine „Grobgestaltung“, in der die benötigten Elemente auf der Oberfläche angeordnet werden. Die Gliederung der einzelnen Inhalte findet nach dem Information Mapping statt. In der Feingestaltung werden dann die grafischen Elemente ausgearbeitet und das Interaktionsverhalten innerhalb der Dokumentation festgelegt. Dabei wird die Methode
des Prototyping verwendet, um die Gestaltungsideen zu visualisieren und für andere erfahrbar zu machen. Abschließend sollte das Redesign noch einmal auf die Usability-Aspekte hin untersucht werden. Ein solches Iterationsverfahren verringert Usability-Probleme auf ein Minimum.
Eine benutzerzentrierte Gestaltung von Dokumentationen, Internetseiten und Softwareoberflächen steigern die Akzeptanz beim Nutzer und unterstützt die optimale Nutzung eines Produkts. Zudem verringert ein solcher Gestaltungsprozess den Entwicklungs- und Beratungsaufwand und damit Mehrkosten.











