(openPR) In dieser Phase geht es um die letzten Feinheiten und Abstimmungen im Spiel der eigenen Mannschaft. Eine Art Galgenfrist zwischen Qualifikation und der eigentlichen EM. Wir verraten Ihnen, wie einige der genialsten Köpfe des internationalen Fußballs vor den ersten Freundschaftspielen in dieser Woche an ihren Mannschaften herumfeilen.
Raymond Domenech versucht mit seiner Nominierung der Nationalmannschaftsneulinge Steve Mandanda, Torhüter von Olympique Marseille, Gaël Clichy, dem pfeilschnellen Verteidiger von Arsenal, und Jérémy Menez, Stürmer beim AS Monaco, offensichtlich den Eindruck zu erwecken, dass er seiner französischen Mannschaft den letzten Feinschliff verpasst.
An seiner Mannschaft für solche Testspiele herumzufeilen bedarf einiges subtilen Geschicks. Ändert man zu wenig, wirkt man unflexibel. Ändert man zu viel, wirkt man verzweifelt. Polen erzielte in der Qualifikationsrunde 1,7 Tore pro Spiel, doch Trainer Leo Beenhakker hat trotzdem Artur Wichniarek, den 30-jährigen Stürmer von Arminia Bielefeld, für die Begegnungen gegen Finnland und die Tschechische Republik nachnominiert.
König Artur, wie ihn die Arminia-Fans nennen, ist ein polnischer Monarch im Exil, der sein Land zuletzt im August 2003 vertreten hatte. Doch er gibt Beenhakker die Möglichkeit, zu sehen, wie sich sein Team mit einer Anspielstation im Sturm halten wird. Vielleicht will er aber auch nur mehr Spieler in der Mannschaft, die es bei Standards mit dem tschechischen Hünen Jan Koller aufnehmen können, der derzeit in der Castrol Performance Index-Rangliste der besten Torjäger auf Platz 16 geführt wird.
Jugend, übernehmen Sie!
Indessen hat sich Karel Bruckner, der Trainer der Tschechischen Republik, aus der Mannschaft, die im letzten Jahr das Finale der FIFA U-20-WM erreicht hatte, still und leise einige Stars geformt. Luboš Kalouda, der drei Tore aus dem Mittelfeld erzielte und bereits als der neue Pavel Nedved gefeiert wird, könnte gegen Polen sein Debüt im Nationaltrikot geben.
Luiz Felipe Scolari, Trainer von Portugal, möchte Portugal gerne zum ersten Sieg gegen die Azzurri seit 30 Jahren führen. „Italien hat eine ganz besondere Spielweise“, so Scolari. „Sie überlassen in der Regel der gegnerischen Mannschaft den Ballbesitz, können ein Spiel aber innerhalb weniger Sekunden für sich entscheiden.“
Die Taktik der Italiener zu überlisten ist dabei von zentraler Bedeutung, wenn es Scolaris Mannschaft besser ergehen soll als bei der EM 2004. Doch der Trainer lässt sich nicht in die Karten schauen. Er hat davon gesprochen, jungen Spielern eine Chance zu geben, nimmt aber nur eine einzige große freiwillige Änderung an seinem Team vor – die Nominierung des U21-Nationaltorhüters Rui Patrício. Portugals derzeitiger Stammkeeper Ricardo hat es nicht in die CPI-Rangliste der 20 besten Torhüter geschafft.
Ein alter Neuling
Die geringste Überraschung war mit Sicherheit die Nachnominierung von Michael Ballack, der gegen Österreich – Deutschlands Gegner in der Gruppe B – sein 78. Länderspiel absolvieren wird. Er spielt bei Chelsea in bestechender Form und hofft auf sein 36. Länderspieltor. Joachim Löw musste wegen einer Verletzungsmisere auf sieben Spieler (darunter eine gesamte Viererkette) verzichten, daher kann man nur schwer etwas in seine Aufstellung hinein interpretieren.
Jeder Trainer geht diese Testspiele mit ähnlichen Zielen an: keine niederschmetternde Niederlage einstecken und keine schweren langfristigen Verletzungen riskieren. Alles, was darüber hinausgeht, ist ein Bonus.
Ganz gleich, wie die Experimente – oder vielleicht auch die gescheiterten Experimente – der Nationaltrainer auch aussehen werden - sollten sich die Trainer mit dem berühmten Ausspruch von Rinus Michels trösten, der 1988 mit den Niederlanden die EM gewann. „Regel Nr.1: Der Trainer hat immer Recht. Und sollte er mal nicht Recht haben, tritt automatisch Regel Nr. 1 in Kraft.“
(http://castrolindex.com/Standings.htm?language=de)
(http://euro2008.castrolindex.com/Stats.aspx?language=de&type=7)
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