(openPR) In unserem neuesten Profil mit Hinblick auf die Euro 2008 werfen wir ein genaues Auge auf Polen...
In diesem Sommer werden die Rot-Weißen hoffen, es diesmal im dritten Anlauf bei einem großen internationalen Turnier zu schaffen. Die Polen nehmen bei der EM 2008 erstmals an einer Europameisterschaft teil, doch die berauschende Leistung der Mannschaft in der Qualifikationsrunde, die sie als Gruppenerster vor Portugal, Serbien und Finnland abgeschlossen haben, erinnert an Polens Form vor den beiden Weltmeisterschaften 2002 und 2006 - vielleicht ein schlechtes Zeichen für den 65-jährigen Nationaltrainer Leo Beenhakker.
2006 waren die Polen die drittbesten Torproduzenten der WM-Qualifikation, mussten sich dann aber gegen Deutschland geschlagen geben. 2002 verhielt es sich ähnlich: Polen schlug die Favoriten aus der Ukraine und übernahm die Führung in der Qualifikationsgruppe, scheiterte dann bereits in ihrem ersten Vorrundenspiel.
Flexibel
Die Polen haben ihre gute Form aus den Qualifikationsspielen mitgenommen und haben alle vier Testspiele gewonnen. Mit Beenhakker haben die Polen einen Trainer, der sich bei ähnlichen Mannschaften bereits bewährt hat. Der Niederländer verhalf Trinidad & Tobago 2006 zur ersten WM-Teilnahme in der Geschichte des Inselstaates und nahm Schweden im ersten Spiel sogar einen Punkt ab. Die Mannschaft hielt England bis in die zweite Halbzeit 83 Minuten lang in Schach.
Beenhakker, dem für seine Verdienste im Sport den Orden Polonia Restituta verliehen wurde, hat 14 seiner 24 Spiele gewonnen (Erfolgsquote 58%). Noch hat er zwar seinen Vorgänger Pawel Janas, der 47 seiner 73 Spiele als Trainer gewonnen hatte (Erfolgsquote 64%), nicht eingeholt, doch dafür unterscheiden ihn seine beeindruckenden Erfolge gegen große Fußballnationen vom vorigen Nationaltrainer. Ein Blogger spricht im Internet von „Modernisierung", doch Beenhakkers Erfolg - er blieb gegen die Hauptgegner in der Gruppe A ungeschlagen - hat eine Mannschaft zusammengestellt, die das 4-4-2-System eben so beherrscht wie Formationen im 4-5-1- oder 4-3-3-System. So ist die Abwehr nicht so angreifbar wie in Janas 4-4-2-Formation, die auf den Sturm ausgerichtet war.
Kampf um die besten Plätze
Beenhakker setzt Flügelspieler wie Jakub Blaszczykowski und Jacek Krzynowek in Kombination mit eher defensivlastigen zentralen Mittelfeldspielern wie Lewandowski ein. Vor seiner Zeit ging es eher darum, mehr Tore als der Gegner zu schießen. Inzwischen geht man mit etwas mehr Kalkül vor.
Nach der Entscheidung von Mittelfeldspieler Radoslaw Sobolewski, nach der Qualifikation seine Karriere zu beenden, reißen sich die übrigen Jungs im Mittelfeld um seinen Posten. Krzynowek, mit 1098 Punkten Nummer 15 in der Castrol Performance Index-Rangliste der besten Mittelfeldspieler, gilt als gesetzt. Neben ihm könnten Dariusz Dudka, ein gelernter Innenverteidiger, der seine Fähigkeiten auf diesem Posten längst bewiesen hat, oder Jungtalent Lukasz Gargula, der im Testspiel gegen Armenien eine beeindruckende Leistung gezeigt hat, auflaufen. Beenhakker scheut sich nicht davor, vielversprechende Jungtalente in Länderspielen einzusetzen, und hat dies in den letzten polnischen Qualifikationsspielen auch mehrmals getan.
Im Angriff sollte aller Wahrscheinlichkeit nach Euzebiusz Smolarek spielen. Laut CPI war der Stürmer von Racing de Santander mit 1646 Punkten elftbester Torjäger in der Qualifikationsrunde, doch Radoslaw Matusiak von Heerenveen gilt mit sechs Toren in 13 Länderspieleinsätzen als eben so stark. Celtics Maciej _urawski, der keinen Stammplatz halten zu können scheint, könnte deshalb auch bei der EM nur zweite Wahl sein. Und Artur Wichniarek, der im Februar gegen die Tschechische Republik erstmals seit vier Jahren wieder in der Nationalmannschaft spielte, wird ebenfalls versuchen, Eindruck auf den Trainer machen.
Zahlenmäßige Stärke
Die hitzigste Debatte findet wohl rund um das Trikot mit der Nummer 1 statt. Celtics Artur Boruc hat es mit 2796 Punkten unter die fünf besten Torhüter geschafft, nachdem er in der Qualifikationsrunde sechs Mal den Kasten sauber hielt. Spartak Moskaus Torwart Wojciech Kowalewski liegt im CPI mit 807 auf Rang 15, aber Tomasz Kuszczak von Manchester United und Lukasz Fabianski von Arsenal London werden in der Rangliste noch vor ihm geführt. Kuszczak hat in sechs von 12 Spielen für ManU seinen Kasten sauber halten können und Fabianski blieb in zwei von sechs Spielen für Arsenal ohne Gegentor. Interessanterweise wurde Fabianski beim 2:0-Sieg über die Tschechische Republik im Februar in der zweiten Hälfte eingewechselt.
Angesichts der noch unüberschaubar scheinenden Anzahl von Testspielen, die bis zur Endrunde noch anstehen, wächst der Druck auf Beenhakker, eine Mannschaft zu nominieren, mit der die Rot-Weißen es diesen Sommer in der Schweiz zu ungeahnten Höhen bringen können.
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