(openPR) Bereits vor einigen Jahren begannen grundlegende Veränderungen in der Behandlung von Verbrennungen, vornehmlich durch die Verfügbarkeit neuer Wundauflagen.
Als Beispiel für eines der ersten Matrixauflagen sei hier etwa stellvertretend Biobrane® genannt. ‘Ein Silikonsheet mit einem darin verankerten Nylongewebe in einer 3- D Struktur, an die Kollagenpeptide gebunden sind.
Eine weitere Verbesserung stellte der Einsatz von Silber als Bestandteil von Wundauflagen dar. Das potenteste Produkt dieser Gruppe ist Acticoat®. Hier macht man sich ein Prinzip zunutze, das grundsätzlich bereits seit der Zeit der alten Ägypter bekannt ist, die schon damals mittels eingeworfener Silbermünzen ihre Trinkwasserbrunnen keimfrei hielten.
Eine der besten Innovationen namens Versajet® (Smith & Nephew) haben wir an der Grazer Universitätsklinik anhand einer Studie untersucht und dazu Ende 2007 publiziert (Originalarbeit auf der PK-CD-Rom verfügbar).
Es handelt sich dabei um ein so genanntes Hydrochirurgie-System, das durch starke Verbesserungen eine “alte” Idee zur Praxisreife gebracht hat. Vereinfacht gesprochen ersetzt dabei ein Hochgeschwindigkeitsstrahl das chirurgische Schneidegerät. Die Maximalgeschwindigkeit dieses haardünnen Wasserstrahls liegt fast bei unvorstellbaren 1.100km/h. Das entspricht bei Land-Fahrzeugen Geschwindigkeitsrekorden, die nur mittels Düsentriebwerks erreichbar sind.
Gleichzeitig mit der mikrofeinen Anwendung des Wassers wird das dabei entfernte Material mit einem Sauger entfernt, sodass das Operationsgebiet immer gut einsehbar ist. Einer der besonderen Vorteile liegt in der Möglichkeit beim so genannten Debridement (Abgtragen nekrotischen Gewebs-Materials)sehr präzise und schichtgenau zu arbeiten. Frühzeitiges Débridement und eine tiefenspezifische Deckung sind der derzeitige Standard in der chirurgischen Verbrennungsbehandlung.
Die spezifischen Vorteile des Versajet-Systems® liegen in der Behandlung zweitgradiger Verbrennungen. Vor allem die Behandlung schwieriger und schwer zugänglicher Areale stellt eine Indikation zur Verwendung des Versajets® dar. Vor allem bei großflächigen Verbrennungswunden gilt es, vitales Gewebe zu erhalten beziehungsweise zu schonen.
Im Gesichtsbereich (Lippen, Augenlider etc.) können Abtragungen auf präzise Art und Weise schichtweise durchgeführt und somit gesundes Gewebe geschont werden. Weiters ist auch die Qualität der Nekrosektomie im Handbereich (Finger, Interdigitalräume etc.) durch die Verwendung dieses Systems erheblich verbessert. Somit können konvexe Flächen gleichmäßig abgetragen und Konkavitäten exakt auskürettiert werden.
Durch die Verwendung des Hydrochirurgiesystems können diese Regionen effektiver als mit herkömmlichen Methoden behandelt und débridiert werden. Durch die schichtweise Abtragung wird gesundes Gewebe sofort erkannt und kann dadurch bestmöglich geschont werden. Auch eine intraoperative Diagnosestellung der Verbrennungstiefe ist dadurch gegeben. Aufgrund dieser Vorteile ist das Versajet®-System zu einem Standardverfahren – nicht nur in der Verbrennungschirurgie an unserer Abteilung – geworden.
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