(openPR) „Dieser Film ist für mich eine Offenbarung.“ Mit diesem Satz auf den Lippen sitzt eine Musikstudentin zum zweiten Mal innerhalb dreier Tage im Filmhaus, um sich „Trip to Asia“ anzuschauen. Zwei Stunden später werde ich erlebt haben, wovon sie sprach.
In der Zwischenzeit begeben sich die an einem Dienstagabend spärlich verteilten Kinobesucher gemeinsam mit den Berliner Philharmonikern und ihrem Dirigenten Sir Simon Rattle auf eine vielschichtige Reise – eine Reise von Berlin nach Asien; eine musikalische Reise zwischen Beethoven, Strauss und Thomas Adès; eine kulturelle Reise zwischen Tradition und Moderne; eine Reise von Aufnahmeprüfung bis Pensionierung; eine Reise in die innersten Sehnsüchte, Beweg- und Abgründe einer Musikerseele; eine Reise von Geburt bis Tod… Eine Parallelität an Spannungsbögen, die einen anderen Film gnadenlos überfrachten würde.
Thomas Grube ist mit diesem Film jedoch eine Komposition gelungen, die am ehesten der Vielfalt einer Symphonie gleichkommt. Er vereint ergreifend scheinbare Widersprüche wie Höhen und Tiefen, Einsamkeit und Gemeinschaft, Solisten und Orchester, Stille und Lärm, menschliche Zweifel und beglückenden Rausch… Überwältigend dabei die schonungslose und gleichzeitig warmherzige Offenheit der Musiker über ihr Innerstes zu sprechen und ihre Fähigkeit, Unaussprechliches in Worte zu kleiden.
Überwältigend auch immer wieder die Bilder: die Intensität des pulsierenden asiatischen Stadtlebens in starkem Kontrast zur meditativen Einkehr in Klöstern und Gärten. In Verbindung mit dem einen oder anderen feinhumorigen cut also auch ein optischer Hochgenuß!
Daß die Musik in diesem Film einer der Hauptdarsteller ist, ist so naheliegend, daß diese Tatsache kaum Erwähnung finden müßte. Und dennoch: auch ohne große musikalische Vorkenntnisse wird man sich der Faszination dieser musikalischen Reise nicht entziehen können und vielleicht sogar den Horizont geweitet bekommen, wenn es beispielsweise um die Herausforderung eines klassischen Symphonieorchesters mit langer Tradition geht, sich der Musik der Moderne zu öffnen. Durch all diese Facetten ziehen sich wie ein roter Faden die Reflektionen eines Sir Simon Rattle, der nahezu väterlich einem Orchester vorsteht, das man spätestens mit dem Abspann ins Herz geschlossen hat.
“Es ist einfach eine unschlagbare Droge. Und ich bin glücklich, bis ans Ende meiner Tage ein Süchtiger zu sein.“ In diesen Sätzen Rattles wird sich mindestens jeder Musiker wiederfinden. Und sie könnten der inoffizielle Untertitel für „Trip to Asia“ sein. Doch nicht nur die Musik, auch dieser Film hat Suchtpotential!
Ein Film nicht nur über die Musik, sondern ein Film über das Leben selbst…
Autor: Heiderose Batz
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