(openPR) (Nürnberg, 05. März 2008). Über 400 Stromanbieter haben zu Beginn des Jahres ihre Preise erhöht. Weitere Preissteigerungen werden viele Verbraucher nicht mehr hinnehmen: 36 Prozent der Deutschen wollen bei der nächsten Preiserhöhung ihren Anbieter wechseln. Dies ist das Ergebnis einer bevölkerungsrepräsentativen Untersuchung, die das Marktforschungsinstitut mindline energy in Kooperation mit dem EID durchgeführt hat.
Besonders stark ist der Wechselwille mit 45 Prozent im Osten der Republik ausgeprägt. Bundesweit ist es zudem die Gruppe der 30- bis 49jährigen, die besonders häufig mit einem Anbieterwechsel droht (41 Prozent). Da in dieser Altersgruppe die meisten Familien - also Haushalte mit der höchsten Kostenbelastung - anzutreffen sind, ist dieser hohe Wert keine Überraschung.
Die gestiegene Preissensibilität der Verbraucher wird auch bei den Kriterien der Anbieterauswahl deutlich: 61 Prozent der Deutschen geben an, ihnen seien bei der Wahl des Stromanbieters günstige Preise wichtiger als Ökostrom, knapp ein Drittel (32 Prozent) gibt hingegen umweltfreundlichem Strom den Vorrang. Es sind vor allem Männer (66 Prozent) und Personen mit schwächerer formaler Bildung (67 Prozent), bei denen der Preis oberste Priorität hat. Für Befragte mit Abitur oder Hochschulabschluss jedoch ist Ökostrom deutlich häufiger das wichtigere Auswahlkriterium (39 Prozent).
Wechselwillige Verbraucher halten beim Thema Ökostrom vor allem neue Anbieter für glaubwürdig: 57 Prozent aller Wechselintendierer geben an, bei Ökostrom eher neuen, kleineren Anbietern zu vertrauen. Stadtwerke halten in Punkto Ökostrom immerhin noch 39 Prozent aller Wechselwilligen für glaubwürdig, während nur 32 Prozent großen, etablierten Anbietern beim Ökostrom ihr Vertrauen schenken würden.
Michael Briem (37), Geschäftsführer von mindline energy, zu den Ergebnissen: „Die starken Kundenfluktuationen des letzten Jahres werden sich auch 2008 fortsetzen. Viele Kunden wollen weitere Preiserhöhungen nicht hinnehmen und schauen bei der Auswahl eines neuen Anbieters dementsprechend zuerst auf den Preis. Andererseits wird auch Ökostrom immer beliebter: Für fast jeden Dritten ist der Umweltaspekt wichtiger als der Preis. Von diesem Trend werden vor allem die kleinen, unabhängigen Anbieter profitieren, da sie keinen markenhistorischen Ballast mit sich herumschleppen und als frische, junge Marktteilnehmer einen gewissen Glaubwürdigkeitsvorsprung haben. Aber auch Stadtwerke können mit Ökostromprodukten punkten: Im Vergleich zu den neuen Anbietern überzeugen sie vor allem durch lokale Präsenz, Zuverlässigkeit und Kompetenz. Sie haben besonders loyale Kunden, die von einem Tarifwechsel sicher viel eher zu überzeugen sind, als von einem Anbieterwechsel.“
Das „Energie-Radar“ ist eine regelmäßige bevölkerungsrepräsentative Befragung von 1.000 Deutschen ab 14 Jahren. Die Untersuchung wird mit Hilfe telefonischer Interviews durchgeführt. Die Ergebnisse werden regelmäßig und exklusiv vom Energie Informationsdienst (EID) veröffentlicht.










