(openPR) Le Corbusier gilt als Meisterarchitekt des 20. Jahrhunderts. Doch seine Liebe galt neben der Architektur auch dem Entwurf von Möbeln. Chaiselongues, Sitzmöbel, Tische und Hocker – entworfen von Le Corbusier sind sie die Symbole schlechthin für modernes Möbeldesign und gelten in Lofts wie in Hotelsuiten als Beweis exquisiten Geschmacks. In der Mall des stilwerk Berlin ist ab sofort die größte Sammlung von Le Corbusier-Möbeln zu sehen, die jemals außerhalb von Museen zusammengestellt worden ist. Nicht umsonst aber widmet sich die Ausstellung „Cassina I Maestri“ nicht nur dem Schweizer Design-Revolutionär und Multitalent Le Corbusier, sondern auch seinem Cousin Pierre Jeanneret sowie seiner engen Mitarbeiterin Charlotte Perriand.
Das Trio unter der Ägide von Le Corbusier, mit bürgerlichem Namen Charles-Edouard Jeanneret, war bis 1937 äußerst kreativ wie produktiv, besonders in der Möbelgestaltung. Anschaulich zeigt die Ausstellung im stilwerk Modelle, die von den drei Gestaltern gemeinsam entwickelt wurden, wie auch Tische, Sessel und Sofas, die Le Corbusier, Pierre Jeanneret oder Charlotte Perriand im Alleingang schufen. Stellwände ergänzen mit Skizzen sowie Erklärungen zur Entstehungsgeschichte und Bedeutung die 16 ausgestellten Designklassiker. Präsentiert wird die Ausstellung von minimum einrichten (3. OG) und der italienischen Firma Cassina, die seit 1965 mit der Kollektion „Cassina I Maestri“ Objekte der bedeutendsten Architekten der klassischen Moderne durch Forschung und authentische Rekonstruktionen am Leben erhält.
Ob asymmetrischer Ledersessel „Méridienne“ (LC3, entworfen von Le Corbusier, Pierre Jeanneneret, Charlotte Perriand) mit nur einer Armlehne, Klassiker-Tisch „La Roche“ (LC12, Le Corbusier) oder der im Centre Pompidou permanent ausgestellte Behälter „Riflesso“ (Charlotte Perriand) – wenn sich drei Wochen lang die stilwerk-Mall in einen Le Corbusier-Tempel verwandelt, dann steckt dahinter die italienische Firma Cassina. Die Möbelhersteller erhielten noch zu Lebzeiten Le Corbusiers die Exklusivrechte für die Reproduktion der Werke des Meisterarchitekten und der Modelle, die er zusammen mit Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand kreiert hat. Mehrere Modelle gehören heute zu den Sammlungen der bedeutendsten Museen weltweit.
Die Ausstellung ist noch bis 16. März im stilwerk zu sehen, montags bis freitags 8 bis 22 Uhr, sonnabends von 8 bis 22 Uhr und sonntags von 11 bis 22 Uhr.
Zusätzlich widmet minimum einrichten in der dritten Etage des stilwerk in seinen Räumlichkeiten Charlotte Perriand eine Hommage. 1927 begann die damals 24jährige Designerin ihre Zusammenarbeit mit den beidem Cousins der Familie Jeanneret im berühmten Atelier in Paris 35, rue de Sèvres. Cherchez la femme – in der Tat ahnt so mancher Experte, trugen die Entwürfe der Möbel aus Stahlrohr und Leder auch die Handschrift der ehrgeizigen jungen Pariserin. Sie betreute die Entwicklung der legendären „Corbusier-Liege“ (LC 4) und steckt wahrscheinlich auch hinter der Idee, dem modernen Design neben einer Lederbespannung auch eine Kuhfell-Variante zu verpassen.



















