(openPR) Am FHNW CampusTalk vom 29.1.2008 in Basel diskutierten die Teilnehmenden engagiert über Software aus der Steckdose. Fazit: Das Konzept wird sich durchsetzen.
Ginge es nach Keynote Speaker Andreas von Gunten, würden Unternehmen schon heute keine eigenen Server mehr betreiben, sondern alle Geschäftsanwendungen über's Internet bei spezialisierten Anbietern beziehen. Zu verlockend erscheinen die Vorteile von Software as a Service (SaaS): keine lokale Infrastruktur, kein Aufwand für die Wartung und keine schlaflosen Nächte wegen Sicherheitsproblemen.
Noch sind aber nicht alle Hürden überwunden: Banken, Anwaltskanzleien und Spitäler kommen wegen erhöhter rechtlicher Anforderungen noch nicht umhin, einen Teil Ihren Daten und Anwendungen lokal zu halten. Ist das nur eine Frage der Zeit?
Dass das Umdenken noch nicht bei allen Unternehmen in gleichem Masse stattgefunden hat, zeigte sich in der angeregten Diskussion unter den Teilnehmenden. Datensicherheit und Persönlichkeitsschutz sind die zentralen Bedenken, die Software aus der Steckdose heute noch entgegengebracht werden.
Die SaaS-Anbieter haben hier nicht nur eine technische Aufgabe. Sie müssen mehr denn je das Vertrauen der Kunden gewinnen. Eine ERP-Lösung lässt sich prinzipiell über Monate oder Jahre hinaus ohne Updates weiter betreiben. Stellt hingegen ein SaaS-Anbieter seinen Dienst ab, sind geschäftskritische Prozesse von einer Sekunde auf die andere nicht mehr unterstützt.
Die Lösung könnte in verteilten Systemen liegen. SaaS-Lösungen kommunizieren über WebServices und APIs mühelos miteinander und tauschen bereits heute Daten mit Inhouse-Systemen aus. Es ist also durchaus denkbar, Daten und Anwendungen - und damit auch das Sicherheitsrisiko - auf verschiedene spezialisierte SaaS-Anbieter zu verteilen.
Verteilte Lösungen bedeuten allerdings auch mehr Datenverkehr. Software as a Service braucht also immer mehr garantierte Bandbreite. Heute haben wir das Gefühl, dass Bandbreite "da ist" und erst noch immer weniger kostet. In der Diskussion um Net Neutrality zeigen sich aber auch Gegentendenzen.
Software as a Service hat also noch einen längeren Weg vor sich, wird diesen aber trotz einiger Hindernisse gehen. Wie Andreas von Gunten sagte: "Die kurze Geschichte der Informatik hat gezeigt: Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass wir Computer und Software in Zukunft gleich nutzen werden wie in der Vergangenheit."




