(openPR) München 20.02.08: Deutschland kann auch für 2007 wieder das größte Marktvolumen in Europa im Bereich TV- und Hi-Fi-Geräte verbuchen. Immer öfter werden die gewünschten Artikel dabei auch online erworben. Das Europa Konsum-Barometer, eine Studie der Dresdner-Cetelem Kreditbank zeigt jedoch, dass in Frankreich, Großbritannien und Portugal pro Haushalt deutlich mehr ausgegeben wird als hierzulande. „Eine treibende Kraft hinter diesen Zahlen ist in der ungebrochen hohen Nachfrage nach TV-Flachbildschirmen zu sehen.“, deutet Gerald Schmid, Manager Consumer Products bei der Dresdner-Cetelem Kreditbank, die Haushaltsausgaben in Westeuropa.
Deutschland bleibt wichtigster europäischer Markt für TV- und Hi-Fi-Geräte. Mit geschätzten 9,33 Milliarden Euro Umsatz kann Deutschland 2007 einen leichten Zuwachs im Marktvolumen verbuchen. Auch Frankreich verzeichnet einen Anstieg von etwa zehn Prozent. Damit reicht das französische Marktvolumen 2007 fast an die deutsche Marke heran. Ebenso große Sprünge können die Briten vermelden, mit geschätzten neun Milliarden liegen sie etwa gleich auf. Während sich die Umsatzzahlen innerhalb dieses Spitzentrios immer mehr angleichen, bleibt der Abstand zu den restlichen Ländern weiterhin ausgeprägt. Nicht zu übersehen ist allerdings, dass die größten Zuwachsraten in Serbien und Polen zu finden sind. Steigerungen im zweistelligen Bereich lassen dort auf einen großen Nachholbedarf in der Anschaffung von Unterhaltungselektronik schließen.
Franzosen investieren am meisten in Heimkino & Co.
Trotz hohem Marktvolumen ist Deutschland nicht unter den Top drei der durchschnittlichen Ausgaben pro Haushalt vertreten. Die ersten zwei Plätze besetzen mit einem Budget von 360 beziehungsweise 357 Euro Frankreich und Großbrtannien, gefolgt von Portugal mit 331 Euro. Auch die ersten drei Plätze der Ausgaben bei vergleichbarem Einkommen teilt sich dieses Trio. Der Spitzenplatz geht dabei an Portugal. Deutschland liegt mit durchschnittlich 238 Euro reellen Ausgaben zwar noch 34 Euro über dem europäischen Mittelwert, aber auf einem weit abgeschlagenen fünften Platz hinter Belgien.
Kaufabsichten fallen leicht
Nur in Belgien, der Slowakei und in Russland steigen die Kaufabsichten um
einige Prozentpunkte. In allen anderen Ländern der Studie lässt sich eine sinkende Kauflaune feststellen. Europaweit wollen in diesem Jahr 19 Prozent der Befragten einen Kauf im TV- und Hi-Fi-Segment tätigen, in Deutschland sind es immerhin noch 22 Prozent.
TV- und Hi-Fi- Geräte auch online gefragt
Im letzten Jahr informierten sich 45 Prozent der befragten Deutschen vor dem Kauf von technischer Haushaltsausstattung vorab im Internet über ihren Wunschartikel. In keinem anderen Land der Studie erkundigten sich vor dem Kauf so viele Menschen auf diesem Wege. „Aus diesem Grund ist es auch für den stationären Handel von großer Bedeutung, sich im Internet mit ansprechender Produktauswahl und individuellen Service-Merkmalen zu präsentieren.“, interpretiert Experte Schmid das Kundenverhalten. Tatsächlich online bestellt haben 33 Prozent der Befragten. Das sind drei Mal so viele wie im europäischen Durchschnitt. Spezifische Online-Kaufabsichten für 2008 hegt hingegen nur jeder fünfte befragte Deutsche.
E-Commerce – Entwicklungen und Prognosen
Wie vernetzt ist Europa?
Die Zahl der Internetzugänge steigt weiter und mit ihr auch der Umsatz im E-Commerce. Dieser soll 2010 bereits 15 Prozent des europäischen Handelsvolumens ausmachen. In Deutschland werden dann wahrscheinlich vier von fünf Haushalten über einen Zugang zum Netz verfügen; in Europa voraussichtlich einer von zweien. Dabei wird eine schnelle Verbindung immer mehr zur Selbstverständlichkeit. Bereits jetzt nutzen 85 Prozent der befragten Deutschen und 54 Prozent der Europäer (im Büro oder zuhause) einen Breitbandanschluss. Auch die Anzahl der wöchentlich online verbrachten Stunden wird europaweit auf Kosten der klassischen Medien von 12,4 in 2007 auf voraussichtlich 15 Stunden in 2010 steigen. Immer mehr Menschen benutzen ihre Online-Zeit dazu, sich über Produkte zu informieren oder sie zu kaufen. Mit 62 Prozent geben die Deutschen an, bereits online eingekauft zu haben. Sie liegen damit an der Spitze dieser Bewegung in Europa.
Wer kauft im Internet?
Online-Shopping ist in fast allen Ländern der Studie vor allem eine Domäne junger, gut verdienender Männer. In der Altersgruppe über 65 Jahre geht der Anteil der Befragten, die schon online eingekauft haben, in den meisten Ländern gegen null. Deutsche Rentner sind die modernsten: mehr als jeder vierte gibt an, schon im Internet gekauft zu haben.
Wo und wie wird online eingekauft?
Vor allem beim ersten Einkauf über das Internet werden gerne Shops von Anbietern ausgewählt, die auch über ein stationäres Ladengeschäft verfügen. Der Kunde hat bereits Vertrauen zum Unternehmen gefasst und rechnet so auch bei diesem neuen Verkaufskanal mit dem ihm schon bekannten Service. In Deutschland und in Portugal kauften signifikant mehr Befragte bei einem solchen Online-Shop als bei einem reinen Internetanbieter. Europaweit verliert das Kriterium der stationären Präsenz von Online-Anbietern zunehmend an Bedeutung.
Wie viel und wie wird gezahlt?
Die Bereitschaft online bei einem Einkauf 1.000 Euro oder mehr auszugeben, ist unter den deutschen Online-Käufern hoch. Knapp jeder vierte zieht dies in Betracht. In der Wahl ihres Zahlungsmittels sind die Deutschen dagegen vorsichtig. Mit einem Kauf auf Rechnung wissen sich die meisten Online-Shopper auf der sicheren Seite. Die Mehrheit der Deutschen empfindet Zahlungssicherheit im Internet mittlerweile als gewährleistet. Trotzdem beziehen sich die gängigsten Befürchtungen in Zusammenhang mit dem Einkaufen im Netz immer noch auf dieses Thema. Durch optimalen Service im Bereich Lieferung und Zahlungsabwicklung können virtuelle Händler mögliche Vertrauensdefizite ausgleichen. Gleichzeitig erhöhen sich damit die Chancen auf eine langfristige Kundenbindung. „Der Faktor Kundenbindung wird analog zum Point-of-Sale auch in der virtuellen Verkaufswelt immer mehr an Bedeutung gewinnen.“, bringt Dr. Anja Welsch, Leitung Sales Support bei der Dresdner-Cetelem Kreditbank, das Potenzial für Online-Händler auf den Punkt.
In den meisten west- und südeuropäischen Ländern wird bereits bevorzugt mit Kreditkarte bezahlt. Spanier und Briten nutzen auch den Verbraucherkredit schon als gängige Zahlmöglichkeit.
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