(openPR) Salesianer Don Boscos suchen Gespräch mit jungen Migranten
»Ich bin selbst schon einmal ein Mensch mit Migrationshintergrund gewesen – und werde es in Zukunft wieder sein«. Mit diesen Worten eröffnete Salesianerbruder Lothar Wagner, der bereits als Missionar in Westafrika tätig war und nach seinem Theologiestudium dorthin zurückkehren möchte, die Gesprächsrunde mit jungen Migranten am Mittwoch, 20. Februar 2008. Rund 40 Zuhörer waren in den großen Hörsaal der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Salesianer Don Boscos gekommen. Ihr Interesse galt sechs jungen Leuten mit Migrationshintergrund, die über ihre Erfahrungen in Deutschland berichteten.
Es sei schwierig gewesen, Jugendliche zu finden, die keine Angst hätten, vor einem größeren Publikum zu sprechen, so fuhr Lothar Wagner fort. Bei den Statements der 20- bis 30-jährigen Migranten zeigte sich dann auch, dass diese in Deutschland gut integriert sind: Der Zivildienstleistende Fumihito, dessen Vater Japaner und dessen Mutter Deutsche ist, spricht zum Beispiel kein Japanisch. Die aus Turkmenistan nach Deutschland gekommene Julia hat hier ein Sozialpädagogikstudium absolviert und arbeitet als Streetworkerin in Weilheim – unter anderem mit russlanddeutschen Jugendlichen. André aus Russland, Ivan und Hannes aus Kasachstan sowie Veton aus dem Kosovo durchlaufen derzeit handwerkliche Ausbildungen.
Auf die Frage, wie sie Ankunft in Deutschland erlebt hätten, antworteten praktisch alle, dass sie gut aufgenommen worden seien. Sie hätten Deutschland ohnehin als eine Art Gelobtes Land angesehen. Und tatsächlich sei es hier um Lebensstandard und Sicherheit sehr viel besser bestellt als in ihren Herkunftsländern. Mittlerweile fühlten sie sich hier heimisch und betrachteten Deutsch als ihre Muttersprache.
Allerdings wurde auch deutlich, dass es für junge Migranten, die integrationswillig sind, durchaus Probleme gibt. Als schwierig wurde beispielsweise der Wechsel ins deutsche Schulsystem empfunden. Hier hätten sich mangelnde Sprachkenntnisse negativ ausgewirkt. Auch die Tatsache, dass die Eltern einiger Podiumsteilnehmer jahrelang keine Arbeitserlaubnis erhalten hätten, sei für die Integration nicht hilfreich gewesen.
»Menschen mit Migrationshintergrund sind zuallererst Menschen«, so fasste ein Diskussionsteilnehmer aus dem Publikum das Gehörte zusammen. »Sie kommen mit Erwartungen und Bedürfnissen in unser Land. Dabei zeigt es sich, dass Integration keine Einbahnstraße ist und dass auch unsere Gesellschaft in der Pflicht steht.« Es sei dabei nicht so entscheidend, ausländische Gewohnheiten zu übernehmen. Vielmehr müssten Chancen zur Partizipation geboten werden. Gerade der Bereich der Bildung spiele hier eine überaus wichtige Rolle.









