(openPR) Die Essener Galerie GAM zeigt in einer ersten Einzelausstellung Fotoarbeiten von Shinichi Tsuchiya, Meisterschüler von Thomas Ruff. Das Thema des jungen Japaners sind individualisierte Stadtpläne, die vollständig neu gesehen werden. Im Gegensatz zu kartographischen Plänen, die eine strenge Draufsicht ohne perspektivische Verzerrung haben, und die sich in der Architektur auf den Grundriss beschränken (die neueren digitalen 3D-Stadtpläne einmal ausgenommen), montiert Tsuchiya in seinen Bildtafeln die Topografien hinter- und aufeinander, und orientiert sich gerade an den architektonischen Anhaltspunkten seiner Städtetour.
Er geht dabei streng systematisch vor, indem er per GPS unbeirrt einen bestimmten Längengrad für eine begrenzte Strecke abgeht, und stets in die gleiche Richtung aus starker Untersicht fotografiert. Aus den gesammelten Fotos schafft Tsuchiya seine atemberaubenden digitalen Auftürmungen und Überblendungen, die auf die Zentralperspektive, wie sie in der Fotografie sonst automatisch gegeben ist, verzichten. - Es enststehen urbane Panoramen in der vierten Dimension.
Als für Shinichi Tsuchiya Ende der 90er Jahre sein künstlerisches Arbeiten in der Fotografie und der medialen Gestaltung am Computer zusammenflossen, suchte er nach neuen Ausblicken für seine Kunst. In einer Bibliothek in Tokio fand er ein Buch mit Fotoarbeiten von Thomas Ruff, die ihn begeisterten. So entschloss er sich, Fotografie an der Kunstakademie in Düsseldorf zu studieren. Das gattungsübergreifende Arbeiten mit Fotografie, digitaler Technik und Malerei, wie Ruff es lehrt, konnte er nämlich an den japanischen Instituten nicht erlernen. Ruffs Kurs beinhaltet eben die zwei Themen: 1. “Fotografie und Computer”, und 2. “Fotografie und Malerei”. Beide Gesichtspunkte sind zentral für das junge Werk von Tsuchiya.













