(openPR) „Wenn es Videoclips gibt, muß auch die Literatur auf die veränderten medialen Verhältnisse reagieren“, proklamierte Weigoni Anfang der 1990er Jahre. Was er damit neu definierte, war der Punkt der Inspiration, der notwendig war, wenn man Literatur machen will. Vor dem Geschriebenen kommt bei allen Menschen das Gesprochene, das mündlich Erzählte. So besitzt jeder, der die alte Kulturtechnik des Lesens erlernt hat, Vorerfahrungen, die das spätere, in der Regel stille Lesen dann gewissermaßen grundieren. Hieran können Hörbücher bereichernd anknüpfen. Als er versuchte mit seiner ersten CD (beim Punklabel Constrictor) einen Markt für Hörbücher zu erschließen, hat man ihn für verrückt erklärt. Als Tom Täger die erste LP mit Helge Schneider (Seine größten Erfolge) produzierte, hat man ihn für verrückt erklärt. Wahrend der Buchmarkt stagniert, generiert das Marktsegment "Hörbuch" im Literaturbetrieb seit Jahren zweistellige Wachstumsraten. Als Medienautor ist Weigoni ein Denkspieler, den die technischen Entwicklungen der Medien faszinieren, weil sie schier unendliche Möglichkeiten der Neuordnung von Formen und Zeichen eröffnen. Auf die Anforderungen der Neuen Medien reagiert er als experimentierender Analytiker und analytischer Experimentierer. Das Spielen ist ihm der Königsweg zum Verständnis der Neuen Medien. Computer, Studios und Software sind keine Werk–, sondern Spielzeuge, wobei die traditionellen Medien als Navigationshilfen dienen.
Im digitalen Zeitalter geht der Schrift der Sinn und damit die Sinnlichkeit immer mehr verloren; so scheint es. Diese 'Gedichte' haben eine analytische Genauigkeit, die man sonst eher in Essays findet; hier werden Formen des Denkens und der Poesie zusammengeführt. A.J. Weigoni bewegt sich in der Intermedialität von Musik und Dichtung, er sucht mit atmosphärischem Verständnis die Poesie im ältesten 'Literaturclip', den die Menschheit kennt: dem Gedicht!
Vorstellung der Doppel-CD 'Gedichte'
Freitag, den 18. Januar 2008
Ab: 19.00 Uhr
Galerie Andreas Brüning
Josephinenstr. 15 (Martin-Luther-Platz)
40212 Düsseldorf
Tel: 0211 133304
Weitere Infos: http://www.textdiebe.de/werkstatt/text.php?text=14940
Die Doppel-CD 'Gedichte' ist erhältlich über: 
Galerie Andreas Brüning
Josephinenstr. 15 (Martin-Luther-Platz)
40212 Düsseldorf
Tel: 0211 133304
Über das Unternehmen
Seit 1981 ist Tom Täger an Produktionen mit Tom G. Liwa, Die Regierung, His Girl Friday, Die Sterne, MissFits, Comalounge, Combos aus der Weltmusik, Life-Mixen für Musicals an der Folkwangschule Essen, u.a. beteiligt. Mit großer Kompetenz und menschlicher Wärme betreut Tom Täger “Behinderte und Bekloppte” sowie exzentrische Künstlerpersönlichkeiten.
1989 erscheint Helge Schneiders allererste Schallplatte "Seine größten Erfolge". Produziert von Helge Schneider und Tom Täger im Tonstudio/Ruhr.
Nach der Produktion von Helge Schneiders Hörspielen folgten Hörbuchproduktionen mit dem Minnesänger Ludmillus, der seit 1994 die Herzen seines Publikums mit mittelalterlicher Musik und galanter Unterhaltung erfreut. Der Barde pflegt die hoch ritualisierte Form der gesungenen Liebeslyrik. Die Tradition seines Liedgutes reicht zurück in das Jahr 1150. Die im Minnesang gepflegte Version des Hochdeutschen ist der Versuch einer ersten gesamtdeutschen Literatursprache. Der neuzeitliche Barde reist mit seiner Cister “Nelly” und drei Hörbüchern im Gepäck durch die Lande, auf daß sowohl dem einfachen Volk, als auch den Edelleuten in Nah und Fern die Augen und Ohren offen stehen bleiben. In der Tradition von Walther von der Vogelweide singt Ludmillus Lieder der gleichberechtigten Liebe oder schildert erotische Erlebnisse. Im Kreuzlied kontrastiert der Sänger einen bevorstehenden oder erlebten Kreuzzug, also seinen Dienst an Gott, mit seinem Frauendienst. Im Frauenlied wiederum wird der Minnedienst aus der Sicht der angebeteten Frau betrachtet. Sie nimmt den Minnedienst entgegen und drückt ihr Bedauern aus, daß sie ihn - natürlich - zurückweisen muß. Das 'dramatisch' angelegte Tagelied schließlich schildert das fiktive Liebespaar beim Morgengrauen vor der unvermeidlichen Trennung. Ludmillus ist Haus- und Hofbarde auf dem “Lager der Spiel- und Handwerksleut’” des renommierten Mittelalterveranstalters “Kramer, Zunft und Kurzweil”. Er spielte auf Burg- und Schlossfesten, sowie historischen Stadtfesten im ganzen Land (Reichsburg Cochem, Burg Hohenzollern, Klostermarkt Northeim...), und seit Anno Domini 1999 gehört er zur erlesenen Schar jener, die jährlich zum Bardentreffen auf die Marksburg eingeladen werden. Diese Auftritte wurden mit dem Hörbuch »Live« eindrucksvoll dokumentiert.
1995 begann die Zusammenarbeit mit A.J. Weigoni, der sich seit langem mit Trivialmythen beschäftigt, die sich in Groschenheften, in der Schlagermusik, im Kino und in Fernsehserien manifestierten. Als Medienautor ist A. J. Weigoni ein Spieler, den die technischen Entwicklungen der Medien faszinieren, weil sie schier unendliche Möglichkeiten der Neuordnung von Formen und Zeichen eröffnen. Tom Täger hat gleichfalls ein Faible für Trivialmythen. Seine vielgestaltige Arbeit als Musiker und Produzent im Tonstudio an der Ruhr läßt sich exemplarisch an der Produktion »RaumbredouilleReplica« darstellen. „Was heute noch wie ein Märchen klingt..." - so haben sich die Deutschen in den 60–er Jahren des 20. Jahrhunderts die Zukunft vorgestellt, als militärischen Staat, in dem die Akteure in einem Rhythmus reden, der sich als Vorläufer des Raps hören läßt. "Es gibt keine Nationalstaaten mehr, es gibt nur noch die Menschheit und ihre Kolonien."
Die RaumbredouilleReplica berücksichtigt die Anforderung des klassischen Sience-Fictions (Bedrohung der Erde, Rettung derselbigen) und ergänzt sie um Chiffren der Popkultur. Was für "Raumschiff Enterprise" die Klingonen, waren die Frogs für "Raumpatrouille Orion", der deutschen Science-Fiction-Serie mit Kultstatus und Heimwerkerappeal: Bügeleisen dienten dem hochtechnisierten Raumschiff als Schaltgeräte, und brennende Tennisbälle flogen durch die wolkenlose Weite des Himmels. Legendär auch das Raumfahrerkasino, in dem nach geglückter Mission zukunftsweisend Rücken an Rücken getanzt wurde. Die neu aufbereitete Tonspur dieses Straßenfegers hält ein weiteres ungeahntes Abenteuer mit Wolfgang Völz, Claus Holm, Charlotte Kerr u.v.a. bereit. Wie meinte Dietmar Schönherr nach bestandenem Abenteuer: "Rücksturz zur Erde". Bei der Hörspielcollage RaumbredouilleReplica geht es in einer Invasion der Geistesgegenwart um alles: Die Bedrohung der Erde. Einen gesteuerten Schnellläufer. Eine Invasion und natürlich: Die Rettung der Erde. Selbstverständlich mit einem Humor, der Lichtjahre von der Spaß- und Eventkultur dieser Tage entfernt ist.