(openPR) Schwäbisches Krippenmuseum zeigt Schätze aus Wachs, Papier, Holz und Ton, die die Entwicklung der Bilderwelt um Geburt, Kindheit und Passion Jesu Christi im süddeutschen Raum darstellen.
Äußerst beeindruckend stehen sie da: die beiden zirka zwei Meter hohen Türen eines ehemaligen Orgelschreins gleich am Eingang des Schwäbischen Krippenmuseums. Förmlich ins Museum hineingezogen wird man durch die Gasse, die die Flügeltüren bilden und vor einem liegt – so scheint es – ein schier unendlicher Gang. Beim Betrachten der farbenfrohen und in warmen Tönen gehaltenen Gemälde der Orgelflügel sind die Besucher dann auch gleich mitten im Thema dieses Museums. Hier dreht sich alles um die Geburt und das Leben Jesu Christi. Und somit steht am Anfang zunächst die Verkündigung an die Hirten, dargestellt auf dem rechten Flügel. Der linke Flügel zeigt hingegen die Anbetung der Heiligen Drei Könige.
Voller Stolz und andächtig zeigt ihnen Maria ihr Kind. Mit jedem Schritt auf den knarrenden dunklen Holzdielen wird den Besuchern bewusst, dass sie sich hier auf historischem Boden bewegen. Und das im doppelten Sinne: Zum einem wurde das Museum – oder vielmehr das Jesuitenkolleg – bereits 1618 erbaut. Zum anderen waren es wiederum die Jesuiten selbst, die die erste Krippe nach Mindelheim gebracht haben. Noch heute ist diese nun 400 Jahre alte Krippe in der Jesuitenkriche alljährlich zur Advents- und Weihnachtszeit zu sehen. Zurück zum Krippenmuseum – denn hier erwartet die Besucher eine Fülle verschiedenster Exponate. Den Auftakt bilden die Einzelobjekte. Besondere Beachtung verdienen dabei die Fatschenkinder. Diese mit Bändern umwickelten Säuglinge, gebettet auf Muscheln, die auf die Jungfräulichkeit Marias verweisen, und umrahmt von Glimmer, sind typisch für Süddeutschland.
Am Ende des Flures beginnt dann mit dem ersten Raum das, was dem Museum seinen Namen gibt: Die Präsentation der Krippen. Förmlich für den Raum passend gemacht, so der erste Eindruck, ist diese bürgerliche Krippe aus dem Anfang des 20. Jhs. Sie besticht durch ihre enorme Dimension, die in ihrer Inszenierung von Wand zu Wand und vom Boden bis zur Decke reicht. Wie der Großteil des Sammlungsbestandes zeigt auch diese Krippe figurenreiche, farbenfrohe Szenerien in phantasievoll gestalteten Landschaften aus der Kindheit Christi. Angefangen bei der Darstellung von Christi Geburt über die Anbetung durch die drei Weisen aus dem Morgenland, der Flucht nach Ägypten bis hin zu den Kindern von Bethlehem. Ein weiteres Highlight ist die so genannte Vogg-Krippe, die ein wahres Eldorado ist, um auf biblische Entdeckungsreise zu gehen. Denn diese Kastenkrippe zeigt auf kleinstem Raum, angeordnet auf mehreren Ebenen, zahlreiche Szenerien, die mit einer Fülle von Figuren und Dekorationsteilen bestückt sind.
Anhand von rund 50 Krippen und insgesamt 230 Exponaten, deren ältestes auf das Jahr 1480 datiert ist und deren jüngstes aus dem Jahr 1997 stammt, lässt sich die Entwicklung der Krippenkunst nachempfinden.
Anhand von Andachts- und Hinterglasbildern, Gemälden und Grafiken, lebensgroßen Skulpturen aus Mindelheims Kirchen und Kapellen bis hin zu kleinen Figürchen der privaten Andacht zeigt das Schwäbische Krippenmusem eine beeindruckende Schau der Entwicklung der Bilderwelt um das Leben Jesu Christi im süddeutschen Raum – und dies nicht nur zur Weihnachtszeit.
Das Museum ist täglich außer Montag von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen werden nach Voranmeldung angeboten. Das Schwäbische Krippenmuseum befindet sich im ehemaligen Jesuitenkolleg, Hermelestraße 4. Das gesamte Haus ist behindertengerecht zugängig, der Eintritt kostet 2,50 Euro.
Schwäbisches Krippenmuseum
Hermelestraße 4
87719 Mindelheim
Tel. 08261 69 64
Internet www.mindelheimer-museen.de


















