(openPR) Mit der Ausstellung „Der schönste Tag im Leben. Hochzeitsmode von 1800 bis heute“, feiert das Textilmuseum Mindelheim sein 25-jähriges Bestehen. In der Sonderschau, die vom 1. Juli bis 2. Oktober 2011 in der Ausstellungshalle im Jesuitenkolleg zu sehen ist, wird anhand von rund 40 Brautroben sowie Brautaccessoires, unzähligen Hochzeitsfotos aus Mindelheim und Umgebung sowie Gemälden und Modegraphiken, die Kulturgeschichte des Heiratens dargestellt.
„Die Begründerin des Textilmuseums/Sandtnerstiftung Mindelheim, Professorin Hilda Sandtner, hat bis zu ihrem Tod 2006 eine immense Fülle von Textilien und textilen Objekten zusammengetragen. Das hat uns bei der Konzipierung der Jubiläumsausstellung in die glückliche Lage versetzt, dass wir rund 40 Brautroben und noch ungezählte Brautaccessoires für die Ausstellung auswählen konnten“, so die Leiterin des Textilmuseums Doris Wenzel. „Das älteste in der Ausstellung präsentierte Brautkleid ist ein Empirekleid von 1800. Die zwei ältesten Hochzeitsportraits von Ladislaus Graf Toerring und Katharina Fugger stammen aus dem Jahr 1591. Zu dieser Hochzeit haben wir sogar noch die Sitzordnung bei Tisch und die Speisenfolge, die unglaublich ist“, so die Leiterin weiter. „Die Entscheidung eine Modegeschichte des Heiratens als Jubiläumsausstellung zu präsentieren bot sich aufgrund des recht geschlossenen Konvoluts an Objekten aus diesem ästhetisch so ansprechenden Themenbereich an“, fügt Kulturamtsleiter Christian Schedler hinzu. Ergänzt wurden die historischen Kleider durch Brautkleider und Hochzeitsanzüge von privaten Leihgebern aus dem Raum Mindelheim und entsprechenden Hochzeitsbilden vom 19. bis in das 20. Jahrhundert.
So vermittelt die Ausstellung von der Darstellung einer einfachen Hochzeit im kleinen Rahmen bis hin zur glanzvollen Fürstenhochzeit einen Gang durch die Geschichte des Heiratens durch mehrere Jahrhunderte: Angefangen von der Gegenwart über die modisch ereignisreichen Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts bis zurück in die Zeit Napoleons um 1800. Die Darstellung der letzten beiden großen höfischen Ereignisse, die auf der Mindelburg stattfanden, zwei Hochzeiten des gräflichen Hauses Fugger zu Beginn des 17. Jahrhunderts und eine weitere fuggersche Hochzeit des späten 16. Jahrhunderts dürfen dabei ebenso wenig fehlen wie die Hochzeitsroben aus den reichhaltigen Beständen des Textilmuseums sowie aus dem Besitz Mindelheimer Familien.
Wie die Mode, so hat sich auch die Feier der Hochzeit vom Mittelalter bis in die Gegenwart entwickelt. Anschauliche Erklärungen führen in die Geschichte der Hochzeit wie sie heute gefeiert wird und der damit verbundenen wesentlichen Rituale ein. Antworten auf Fragen wie „Warum reicht sich das Brautpaar die Hände und seit wann gibt es die weltliche bzw. kirchliche Hochzeitsfeier?“, oder „Weshalb ist der Brautschleier so wichtig oder wozu dient der Ehering?“ werden in der Ausstellung ebenso gegeben wie auch Einblicke in die Geschichte der Eheschließung und der damit verbundenen Bräuche.
Ergänzt wird die Ausstellung durch aktuelle Hochzeitsfotos, Hochzeitsmode, Brautschmuck und Brautsträuße, die die Firmen Foto Hartmann, Brautstudio Bad Grönen-bach, Modeatelier Ready-to-wear Patricia Honold, Goldschmiedehaus Bergmiller sowie Floristik Fleur freundlicherweise zur Verfügung stellen.
Das Textilmuseum/Sandtnerstiftung Mindelheim wurde 1986 eröffnet, um die reichhalti-ge Sammlung von Prof. Hilda Sandtner in musealer Präsentation der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die immense Fülle von rund 17.000 Objekten erlaubt eine große Vielfalt an Ausstellungsthemen. Die Dauerausstellung ist in drei Abteilungen gegliedert: Die erste Abteilung gibt einen Überblick über die Entwicklung der Damenmode vom Rokoko bis in die heutige Zeit. Die zweite ist eine Schatzkammer von Paramenten (geistlichen Gewändern) aus dem Zeitraum vom Mittelalter bis in die Gegenwart und die dritte Abteilung zeigt Wohnkultur, wie sie in der zweiten Hälfte des 19. und im frühen 20. Jahrhundert zu finden war.
Sonder- und Dauerausstellung sind täglich außer Montag von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 2,50 €, ermäßigt 2 € und 5 € für Familien (2 Erwachsene einschl. aller Kinder bis 16 Jahre). Kinder bis 6 Jahre und Schulklassen in Begleitung von Lehrkräften sowie Hochzeits- und Ehepaare am Hochzeitstag haben freien Eintritt.
Öffentliche Führungen gibt es jeden Mittwoch um 19 Uhr und jeden Samstag um 15 Uhr sowie auf Anfrage.











