(openPR) Lübeck - 2003 machte "Florida-Rolf", der in Miami seine Stütze verlebte, Schlagzeilen. Jetzt hat Lübeck den Fall "Goldstrand-Torsten". Der Fernsehsender "Pro Sieben" ist zusammen mit dem Mönchengladbacher Detektiv Jürgen Trovato einem mutmaßlichen Sozialbetrüger aus Buntekuh auf die Schliche gekommen. Torsten H. und seine Ehefrau beziehen Hartz IV, verbringen aber die meiste Zeit des Jahres im bulgarischen Varna am Schwarzen Meer.
Direkt an einem der schönsten Strände Europas, dem Goldstrand an der bulgarischen Riviera. Chefreporter Gerhard Glaser und Detektiv Trovato tauften den Lübecker deshalb "Goldstrand Torsten". Ihre Recherchen, die am Montag im Magazin "Taff" ausgestrahlt wurden, ergaben, dass das Ehepaar H. in Bulgarien Immobilien besitzt und zudem mit Häusern handelt. Zum Schein gingen die Rechercheure auf ein Angebot von H. ein, der ihnen für 50 000 bis 60 000 Euro eine Immobilie vermitteln wollte. Als das Geschäft zustande kommen sollte, konfrontierten Glaser und Trovato den Lübecker mit ihren Erkenntnissen. H. gab zu, dass er und seine bulgarische Ehefrau von der Lübecker Arbeitsgemeinschaft (Arge) Unterstützung beziehen. Glaser: "Der Fall ist noch härter als Florida Rolf." Der Fernsehsender legte das Material der Lübecker Staatsanwaltschaft vor. "Wir haben ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Betruges zum Nachteil der Arge eingeleitet", sagt Oberstaatsanwalt Klaus- Dieter Schultz.
Die Arge hat ebenfalls reagiert. "Wir haben die Leistungen sofort gestoppt", berichtet Bürgermeister Bernd Saxe (SPD), der zugleich Vorsitzender der Trägerversammlung der Hartz-Behörde ist. "Wir werden mit voller Härte vorgehen." "Die Arge hat den Zoll eingeschaltet", erklärt Monika Seger, stellvertretende Behördenchefin. Der Zoll und nicht der hauseigene Ermittlungsdienst wird aktiv, wenn der Verdacht auf Schwarzarbeit bei gleichzeitigem Leistungsbezug vorliegt. Die Behörde müsse in solchen Fällen nachweisen, dass der Betroffene "bedarfsdeckende Einnahmen" erzielt, die er nicht angegeben hat. Erst dann kann die Stütze komplett gestrichen werden. Detektiv Trovato war von mehreren Lübeckern über H. informiert worden.
Die kannten den Privatermittler aus anderen Berichten für "Sat.1" und "Pro Sieben". Trovato recherchierte in der Korvettenstraße und Bulgarien. Anfang Oktober sei der Lübecker in die Hansestadt zurückgekehrt. Gestern stellte Chefreporter Glaser den mutmaßlichen Betrüger in Buntekuh zur Rede. Der Beitrag wird voraussichtlich morgen von "Pro Sieben" gesendet, entweder in "Taff" oder im Mittagsmagazin "Sam". Gegenüber unserer Zeitung erklärte H., dass er kein Sozialbetrüger sei und auch keine Immobilien in Bulgarien besitze. Der Lübecker bestätigte, dass er und seine Frau Hartz IV von der Arge Lübeck beziehen. Über Einzelheiten wollte er nicht sprechen. Sozialsenator Wolfgang Halbedel (CDU) ist entsetzt über den Fall. Wie viel Schaden dem Steuerzahler entstanden sei, sei derzeit noch nicht absehbar, so Halbedel. Von Kai Dordowsky, LN










