(openPR) Schweinfurt, 25. November 2007 - Seit heute ist die erste umfassende Ausstellung zur Künstlergruppe „Die Scholle“ im Museum Georg Schäfer, Schweinfurt, zu sehen
Wer vorab schon einen Einblick in die überaus sehenswerte Ausstellung von rund 70 repräsentativen Gemälden der „Scholle“-Künstler, vor allem aus der Meraner Sammlung Siegfried Unterberger, werfen durfte, war begeistert. Museumsleiterin Sigrid Bertuleit hatte das richtige Gespür bei der Auswahl der Werke bewiesen. Ein gelungenes Kunstevent der Stadt Schweinfurt - rund 500 Personen waren bei der Vernissage anwesend. Die Ausstellung läuft bis zum 1. Juni 2008.
„Wir freuen uns sehr, die „Scholle“-Bilder der Sammlung Unterberger in unserem Haus präsentieren zu können“, kommentiert Sigrid Bertuleit, Leiterin des Museum Georg Schäfer, Schweinfurt.
Siegfried Unterberger sammelt seit über dreißig Jahren Münchner und Tiroler Kunst des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Besonders bekannt ist seine hochrangige Leo-Putz-Sammlung. Der kunstsinnige Unternehmer fördert Publikationen und Forschungsprojekte.
Das Museum Georg Schäfer präsentiert die bedeutendste Privatsammlung der Kunst des deutschsprachigen Raums des 19. Jahrhunderts. Weitere Informationen unter www.museumgeorgschaefer.de
Jetzt im gut sortierten Buchhandel oder unter www.prestel.de erhältlich:
Die erste umfassende Publikation über „Die Scholle. Eine Künstlergruppe zwischen Secession und Blauer Reiter“, Prestel Verlag, München, hrsg. von Siegfried Unterberger, Felix Billeter und Ute Strimmer, 304 Seiten, 280 Farbabb., 24 x 30 cm, Schutzumschlag, Prestel Verlag, München, 49,90 Euro, ISBN: 978-7913-3740-1
Wer war „Die Scholle“?
Die Künstlergruppe „ Die Scholle“ schloss sich in München – noch vor der Gründung der Künstlervereinigungen „Brücke“ (1905) und „Blauer Reiter“ (1911) – als progressive Ausstellungsgemeinschaft zusammen und machte der Secession Konkurrenz
München, um 1900: Unter den jungen Malern herrschte großer Unmut über fehlende Ausstellungsmöglichkeiten. Nur als eigenständige Gruppe konnte man damals ein Anrecht auf eine juryfreie Beteiligung an den Jahresausstellungen im Glaspalast erwerben. So schlossen sich im November 1899 ein paar Künstler zusammen, die sich „Die Scholle“ nannten: Sie kamen zum Großteil aus der Klasse des damals modernsten Münchner Akademieprofessors Paul Höcker und kannten sich alle von ihrer Mitarbeit an der Münchner Wochenzeitschrift „Jugend“.
Die Mitglieder der „Scholle“
Gustav Bechler (1870–1959)
Reinhold Max Eichler (1872–1947)
Fritz Erler (1868–1940)
Erich Erler (1870–1946)
Max Feldbauer (1869–1948)
Walter Georgi (1871 1924)
Adolf Höfer (1869–1927)
Adolf Münzer (1870–1953)
Walter Püttner (1872–1953)
Leo Putz (1868–1940)
Franz Wilhelm Voigt (1867–1949)
Robert Weise (1870–1923)
Zur „Scholle“ zählte auch der damals schon bekannte Maler Leo Putz (1869–1940), der sich nach neuesten Forschungen jedoch erst 1903 anschloss (vgl. Publikation „Die Scholle“, hrsg. von Siegfried Unterberger, Beitrag „Leo Putz und die Scholle“ von Sabina Fliri, London).
Was war das gemeinsame Motto der Gruppe? Und wie kam es zu dem Namen?
„Das individuelle Prinzip“, so der Meraner Sammler Siegfried Unterberger, „die Gruppe selbst hat das in der ,Jugend‘ von 1903 festgeschrieben: Jeder Künstler bebaue seine eigene Scholle, die freilich auf keiner Landkarte zu finden ist.“
Die Aufbruchstimmung des nachklingenden Fin de Siècle gestaltete die „Scholle“ von 1899 bis 1911 wesentlich mit. Im internationalen Ausstellungswesen nahm die Gruppe eine
wichtige Rolle ein, unter anderem durch ihre Präsenz in Wien, Berlin, Leipzig, Dresden, Düsseldorf und Paris. Ihren ersten Auftritt hatte sie in der Berliner Galerie Gurlitt zum Jahreswechsel 1899/1900. In der Wiener Secession fand 1906 die umfangreichste „Scholle“-Schau statt.











