(openPR) Freitagnachmittag, eine junge Frau Anfang 30 betritt unser Büro in Hamburg wegen einer - für Sie aussichtslosen - Situation. Sie quälte folgendes Problem: Ihr kleines Textilgeschäft in Hamburgs Norden wies seit einigen Monaten einen nicht zu verachtenden Umsatzrückgang aus, trotz stets genauster Kassenabrechnung. Der Verdacht viel schnell auf die einzigste Kassiererin des Geschäfts.
Auffallend war, dass Stornierungen überwiegend dann getätigt wurden, wenn die Geschäftsinhaberin nicht mehr im Laden war. Wir nahmen uns sofort der Problematik an und installierten am darauffolgenden Sonntag über der Kasse eine verdeckte Videokamera. Die folgenden drei Tage verbrachten unsere Mitarbeiter damit, getarnt als Kunden, in besagtem Geschäft „Einkäufe“ zu tätigen. Natürlich stets ohne Verlangen eines Kassenbons.
Unsere Auftraggeberin war währenddessen - wegen einer legendierten Erkältung - abwesend. Die gestellten Textileinkäufe wurden zeitgleich von einem Sachbearbeiter aus einem in der Nähe befindlichen Video - Observationsfahrzeug verfolgt. Schon am ersten Tag konnten so der Kassiererin vier gestellte Stornierungen nachgewiesen werden, jedoch wollten wir das ungefähre Ausmaß der Schadensfälle eruieren. Der Trick war jedoch stets der gleiche: Ein Kunde kauft einen Artikel (oder mehrere), bezahlt an der Kasse und verlässt das Geschäft ohne Kassenbon. Dies nutzte die Kassiererin sofort aus und stornierte diesen als Retourware. Ein durchweg normaler Arbeitsvorgang im Einzelhandel.
Ende des dritten Tages reichten die Beweise, um die Täterin zu überführen sowie die Schadenssumme annähern beziffern zu können. Innerhalb der Observationstage belief sich der Stornobetrug zwischen 48,- bis 97,- Euro, pro Tag versteht sich. Hochgerechnet auf die letzten fünf Monate (dort begannen die Differenzen) ergab sich so ein Defizit in Höhe von ca. 7.900,- Euro. Um einer Anzeige zu entgehen, einigten sich beide Parteien auf ein notariell erstelltes Schuldanerkenntnis sowie die Übernahme unserer Kosten.
Die Mitarbeiterin wurde fristlos entlassen und zahlt nun die Schadenssumme in monatlichen Beträgen an unsere Mandantin.
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