(openPR) „Für fast jedes DSL-Problem gibt es eine Lösung“. Dies ist das Fazit einer Veranstaltung der Breitbandinitiative Oberfranken in der Kulmbacher Stadthalle. Dabei präsentierten Prof. Dr.-Ing. Matthias Wuschek und der Informatiker Johannes Schinner Funklösungen als schnelle und kostengünstige Alternativen zum Kabel-DSL. Die vorgestellte Bandbreite der Möglichkeiten für schnelle Internetzugänge reichte von Satellitenlösungen über W-LAN und WiMAX-Verbindungen bis hin zum „Internet aus der Wurstdose“. Die vielfach gefürchtete Strahlenbelastung dieser Funklösung ist nach den Worten von Wuschek „völlig zu vernachlässigen“.
Gäste der Informationsveranstaltung waren die von den Kommunen gemeldeten oberfränkischen „Breitbandpaten“ und die kommunalen Wirtschaftsförderer der Region. Die Akteure der Breitbandinitiative sehen diese als maßgebliche Multiplikatoren, die in die oberfränkischen Kommunen hinein wirken können. Wolfram Brehm, IHK-Bereichsleiter für Standortpolitik, schilderte das Dilemma, vor dem gerade ländliche Kommunen stehen: In vielen Orten sei kein Kabel-DSL verfügbar, gleichzeitig lehnen Marktführer Telekom und andere Gesellschaften die Investitionen für dessen Einrichtung aus betriebswirtschaftlichen Gründen ab. Der schnelle Anschluss an die Datenautobahn ist jedoch mittlerweile zu einem entscheidenden Standortfaktor geworden – aus Sicht der Bürger und noch mehr aus der Sicht der Wirtschaft. Ziel der IHK sei es, so Brehm, im Rahmen der Breitbandinitiative Bayern Alternativen aufzuzeigen und über deren Unbedenklichkeit aufzuklären.
Funk-DSL: Minimale Strahlung bei maximaler Leistung
Ganz oben auf der Liste der Alternativen steht die Versorgung über die sogenannte WiMAX-Technologie. Dabei wird das DSL-Signal über Richtfunk verteilt. Die Vorteile dafür liegen laut Wuschek auf der Hand: Eine hohe technische Qualität bei vergleichsweise niedrigen Einrichtungskosten. Viele Kommunen, für die eine Leitungslösung aus Kostengründen nicht realisierbar ist, könnten auf diesem Weg schnell ans Breitband-Internet angeschlossen werden. Dafür gebe es inzwischen auch in Oberfranken schon Beispiele wie im Altenkunstadter Ortsteil Maineck. Der Professor für Nachrichtenübertragungstechnik und elektromagnetische Verträglichkeit an der Deggendorfer Fachhochschule konnte den Teilnehmern die völlige strahlungstechnische Unbedenklichkeit dieser Lösung attestieren. Wie Messungen ergaben, ist die Strahlung um den Faktor 1000 niedriger als die eines Mobilfunktelefons.
Um die Proportionen zu veranschaulichen, verglich Wuschek die Strahlung mit der Schwerlastbegrenzung einer Brücke. Wenn man den gesetzlichen Grenzwert in Deutschland mit einer Höchstbelastung von 10 Tonnen vergleiche, so könne ein Mobiltelefon bei bis zu 4 Tonnen liegen, eine flächendeckende Versorgung mit der WiMAX-Technologie jedoch bei weniger als 1 Gramm. „Diese Fakten können wir den Kommunen an die Hand geben, damit unbegründete Widerstände gegen Funklösungen vor Ort abgebaut werden können“, so der Wissenschaftler.
Not macht erfinderisch: DSL durch die Wurstdose
Wie durch Eigeninitiative und viel Bürgersinn eine DSL-Versorgungslücke geschlossen werden kann, veranschaulichte Schinner. Um auch weiterhin in Mehlmeisel von zu Hause aus arbeiten zu können, hat er sich durch ein DSL-Funknetz Marke Eigenbau einen schnellen Internet-Zugang gesichert. Da seine Lösung einfach, billig und vor allem funktionsfähig ist, hat er anschließend als Privatmann in seinem Heimatort ein eigenes DSL-Netz aufgebaut, das auf der W-LAN-Technologie basiert. Eine Hauptrolle spielen dabei zu Antennen umfunktionierte Wurstdosen und Richtfunkantennen, mittels derer das Funksignal weitergegeben wird. Die Nutzer freuen sich vor allem an den niedrigen Kosten: Die „Hardware“ kostet um die 70 Euro, pro Monat ist lediglich ein Nutzungsbetrag von 8 Euro fällig. „Das Prinzip ist ganz simpel und könnte in vielen Orten einfach übernommen werden. Sie brauchen nur jemanden, der die Sache in die Hand nimmt“, so Schinner.
Die Skepsis gegenüber Funklösungen können weder Schinner noch Prof. Wuschek nachvollziehen. Hier würden vielerorts Ängste geschürt, die völlig unbegründet seien. „Mit dem Handy hat man oft noch im Keller Empfang. Das W-LAN-Signal dagegen dringt nicht einmal durch die Decke, weil das Signal so schwach ist“. Die IHK will laut Wolfram Brehm mit verstärkter Aufklärung dazu beitragen, bestehende Widerstände abzubauen.
Die Ergebnisse des Wuschek-Gutachtens zur Strahlenbelastung von Funklösungen ist auf der Homepage der Breitbandinitiative Bayern unter www.breitband.bayern.de hinterlegt. Weitere Informationen sind auch auf der IHK-Homepage www.bayreuth.ihk.de erhältlich.
IHK für Oberfranken
Bahnhofstr. 25
95444 Bayreuth
Pressesprecher:
Peter Belina
Tel. (0921) 886-115
Tel. (0951) 918 20-66
E-Mail: belina @ bayreuth.ihk.de
www.bayreuth.ihk.de











