(openPR) Weiß mit fragilen Altersspuren, Pastelltöne, viktorianische Rosen, dazu Stoffe, denen das Sonnenlicht Intensität und Leuchtkraft ihrer Farben entzogen hat. Diese Mixtur definiert den Shabby Chic, dem schon viele LiebhaberInnen verfallen sind. Nicht zuletzt deshalb, weil dem gestylten Interieur mit seinem Bemühen um Perfektion der diskrete Charmes der Bourgeoisie abhanden gekommen ist, um bei Luis Buñuel eine Anleihe zu nehmen. Ob Londons Camden Market, der Wiener Naschmarkt oder einer der vielen Antikmärkte in und um München, hier warten die Lieblingsstücke, denen man mit ein wenig „Werkzeug“ und Farbe zum großen Auftritt verhelfen kann. Mittels Drahtbürste, Schleifblock, Reißlack, Ochsengalle und Lasur verwandelt sich der Spontankauf in ein Stück, dem eine Geschichte auf den eventuell noch gar nicht so alten Leib geschrieben werden kann. Romantik mit einem Touch flüchtiger Morbidität, ergänzt von Kissen, Foulards, Bilderrahmen und Accessoires, die ebenfalls keineswegs den Anschein erwecken wollen, vor kurzem erst in jungfräulichem Zustand im Einrichtungshaus erstanden worden zu sein.
Der antik-guide aus München widmet dem Trend, der von Amerika ausgehend auch in der alten Welt Liebhaber gefunden hat, einen informativen Beitrag. Nennt Händler wie Livingroom oder Ralph Taut in München oder Gross & Klein im bayerischen Umland, die den Objekten des Shabby Chic, die sich zwischen verschiedensten Epochen bewegen können, Stellfläche einräumen. Das selbst Handanlegen erübrigt sich, wenn die gewünscht Patina bereits vorhanden ist und das gute Stück seine eigene Geschichte bereits mitbringt. Wer sich dem Thema vorab schon einmal theoretisch nähern und sich von einschlägigen illustrierten Ratgeberbüchern leiten lassen möchte, der findet unter www.antik-guide.de in dem Antiquitätenportal des 089VERLAG eine liebevoll gepflegte Rubrik mit Buchbesprechungen. Bücher über Antiquitäten, Garten-Bücher und Gartenantiquitäten – höchst subjektiv und in ebensolchem Maße kritisch werden die Titel unter die Lupe genommen. Die Rezensionen zeigen bei jedem besprochenen Titel drei illustrierte Doppelseiten, die neben der verbalen Be- oder Verurteilung einen Eindruck vermitteln. Diesen Fundus sollten auch all jene nutzen, die für das anstehende Fest der Liebe statt unpersönlicher Geschenkgutscheine des Buchhandels dem oder der Lieben ein sehr persönliches Buch schenken möchten, das die individuellen Interessen anspricht.
Zum angesagten Shabby Chic werden natürlich auch die Bücher von Rachel Ashwell vorgestellt, die mit der Sehnsucht der neuen Welt nach Geschichte und Romantik, die Vermarktung des Trends erfolgreich initiiert hat. Eiserne Bettgestelle aus alten Zeiten feiern Hochzeit mit modernen, rückenfreundlichen Matratzen und erleben ein Comeback. Die Bettwäsche scheint dem Schrank der Urgroßmutter entnommen zu sein und beweist, dass feinstes Leinen eine Langlebigkeit hat, die zwei Aussteuergenerationen mühelos überdauert. Umso besser, zumal es die fleißige Näherin doch viel Mühe gekostet hat, Hohlsäume, Applikationen oder Bordüren mit flinker Nadel zu fertigen. Sofakissen in verblichenen Farben und Mustern mit Stehsaum, Volant oder Stickereien setzen verspielte Akzente. Die Kombination von Objekten, die wir der Gattung Shabby Chic zuordnen wollen mit Antiquitäten oder modernen Möbelstücken oder aus fest definierten Epochen ist dabei ein reizvolles Spiel. Möge doch der jeweilige Gestalter und Bewohner von Lebensräumen selbst entscheiden, wie viel Shabby noch chic ist.












