(openPR) Dramatische Folgen durch den Klimawandel für den Wald / SDW-Jubiläumsveranstaltung mit Experten aus Wissenschaft und Politik am 11. Oktober 2007 in Berlin.
Wir schreiben das Jahr 2100. Norddeutschland ist von einer Wüste bedeckt, die Vögel sind verstummt. Am Tegernsee wachsen Palmen. Wer einen Waldspaziergang machen möchte, muss sich in die Holo-Welt beamen lassen. Science-Fiction oder in wenigen Jahren Realität? „Die Zukunft hat schon begonnen. Durch den dramatischen Klimawandel könnten ganze Ökosysteme aussterben. Dieser Katastrophenfall tritt ein, wenn wir jetzt nicht klimapolitisch gegensteuern“, warnt Dr. Wolfgang von Geldern, Präsident des Bundesverbandes der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW). Eine hochkarätig besetzte Expertenrunde wird am Donnerstag, den 11. Oktober 2007, in Berlin aktuelle Veränderungen für den Wald, Auswirkungen für uns Menschen und Lösungsstrategien präsentieren. Anlass dieser Veranstaltung „Wald 21 +“ ist das 60jährige Jubiläum des Naturschutzverbandes.
Die Auswirkung des Klimawandels auf die Wälder ist längst nicht mehr aufzuhalten: Die Jahresmitteltemperatur hat sich in den vergangenen 40 Jahren um 0,5 Grad erhöht. Wenn der Mensch wie bisher weiterwirtschaftet, könnte sich unser Planet bis zum Jahr 2100 um fünf Grad erwärmen. Wir steuern auf eine „Heißzeit“ zu, so Klimaexperten. Die Niederschläge werden in Teilen Deutschlands um bis zu 25 Prozent zurückgehen, Stürme und Überschwemmungen zunehmen. Die Vegetationszeit und deren Beginn wird sich völlig ändern. „Unsere Wälder müssen sich auf ganz neue Klimafaktoren einstellen und neue Extremwerte verarbeiten. Diese schnelle Veränderung hat Auswirkungen auf unsere Wälder und deren Baumarten“, ergänzt SDW-Präsident Dr. Wolfgang von Geldern.
Eines ist klar, unser Wald wird 2100 ganz anders aussehen. So wird die häufigste Baumart, die Fichte, unter Wassermangel leiden und großflächig absterben. Auch die Buche, die Baumart, die ohne menschliches Zutun in Deutschland flächig verbreitet wäre, wird leiden. „Baumarten wie Kiefer, Esche und Ahorn haben zwar bessere Überlebenschancen“, so von Geldern, „aber auch sie werden unter dem Klimawandel zu kämpfen haben.“ Alle seien jetzt gefordert, an der Schaffung von Wäldern zu arbeiten, die durch ihre Baumartenvielfalt und Struktur mit der Veränderung mithalten können.
Noch nie war der Wald einer so rasanten Veränderung des Klimas ausgesetzt und dadurch seine Leistung für Grundwasser und Luftqualität so stark gefährdet!
Auf dem Programm der Veranstaltung „Wald 21 +“ stehen weitere spannende Vorträge:
Mit der Erde und der Umweltzerstörung aus Astronautensicht beschäftigt sich Thomas Reiter vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.
Mit dem Thema „Wie verändert der Klimawandel das Ökosystem Wald?“ wird sich der Beitrag von Prof. Dr. Wolfgang Cramer vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung befassen.
Holz als Mangelware? Wie entwickelt sich die Nachfrage und die damit verbundene Inanspruchnahme des Waldes? Fragen, die Prof. Dr Michael Köhl, Leiter des Instituts für Weltforstwirtschaft der Universität Hamburg beantworten wird.
Energie und das Ökosystem Wald ist das Thema von Dr. Hermann Scheer, MdB, Präsident von Eurosolar und Träger des alternativen Nobelpreises.
Über den Wald und die Forstwirtschaft – heute und morgen wird Horst Seehofer, MdB, Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in seinem Festvortrag eingehen.
SDW-Präsident Dr. Wolfgang von Geldern wird die Themen des Abends aus Sicht der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald bewerten.











