(openPR) Lüneburg 04.10.2007 - An die Veröffentlichung der US-Bestandsdaten waren hohe Erwartungen geknüpft. Markteilnehmer wollten den Grund für eine bärische Einstellung sehen. Der blieb ihnen und den Verbrauchern verwehrt. So bewegten sich die Preise in Summe eher seitwärts. Zwischen den verschiedenen Ölpapieren gab es Kursdivergenzen. Der Dollar konnte erneut zulegen. US-Konjunkturdaten fielen weniger schlecht aus als erwartet. Zudem spekulieren Devisenhändler auf eine Zinssenkung im Euroraum.
Die Randbedingungen für einen Preisrückgang sind ansatzweise gegeben. Allen voran ist die reduzierte Hurrikangefahr im Golf von Mexiko zu nennen. Die Periode mit der stärksten Eintrittswahrscheinlichkeit endete im September. Ab Oktober beruhigt sich die Lage. Geopolitische Problemfelder wie der Atomstreit mit dem Iran, die instabile Situation im Irak und in Nigeria werden an der Börse kaum noch diskutiert. Die Versorgungssituation gibt aktuell keinen Anlass zur Sorge. Die Lagerbestände sind ausreichend hoch, um die kommenden Monate abzusichern. Die Zuflüsse funktionieren reibungslos. Die US-Wirtschaft boomt nicht mehr. Das dämpft den Nachfragezuwachs.
Um einen Preisrückgang zu beschleunigen, fehlen aber auch Impulse. Das gilt für die Wetterentwicklung. Auf welchem Temperaturniveau der Wintereintritt erfolgt, kann noch nicht beurteilt werden. Unsicherheit gibt es auch zur US-Konjunktur. Sie ist Spekulanten ein viel diskutiertes Thema mit ebenfalls offenem Ausgang, das von den öltypischen Aspekten ablenkt. In dieser Lage wären Daten über einen üppigen Bestandsaufbau hilfreich. Sie könnten Börsianern einen Ruck zu einem eindeutig bärischen Stimmungswandel geben. Dazu war das, was DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) gestern präsentierten, aber keineswegs geeignet. Insofern enttäuschten die Zahlen.
Rohöl: +1,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,7 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -1,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,7 Mio. Barrel (API)
Benzin: -0,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,1 Mio. Barrel (API)
In Summe ergibt sich ein Abbau von 0,1 (DOE) bzw. 3,3 (API) Mio. Barrel. Die US-Importe sind geringer als vor einer Woche und höher als im Vorjahr. Die Raffinerieverfügbarkeit ist geringfügig auf 88 Prozent gestiegen. Das ist weiterhin dürftig und eine ständige Quelle bullischer Launen.
Eindeutig bullisch ist die Wirtschaftsentwicklung in China zu sehen. Die Nachfrage wächst dort zügellos. Dieselbe Preisrichtung wird durch die Warnung der IEA (Internationale Energieagentur) unterstützt, wonach die Ölversorgung ab 2012 eng zu werden droht. Hiermit werden Peak-Oil-Klischees bedient.
Die Situation in den Vorratslagern verdient hingegen keine Preis treibende Charakterisierung. Zwar sind die US-Lager weniger gefüllt als im Vorjahr. Dennoch sind sie voller als in den meisten Jahren zuvor. Einzig die Heizölbevorratung wünschte man etwas komfortabler. Diese kann aber durch moderate Wintertemperaturen von jedem Zweifel befreit werden. Zudem gibt es hierzulande überschüssige Mengen, mit denen man im Bedarfsfall aushelfen könnte.
Heute Morgen sieht es so aus, als lösten sich die Zweifel hinsichtlich eines weiteren Preisrückgangs auf. Die Tonne Gasöl kostet 672,75 $. Das ist weniger als gestern Abend.
Unsere Heizölpreise befinden sich auf dem Weg abwärts. Gestern hielten sie inne. Die Erwartung, dass die Bewegung eine Fortsetzung findet, besteht fort. Ob es in den kommenden Tages tatsächlich zu einem Trendbruch kommen wird, ist allerdings vollkommen offen. Noch gilt der übergeordnete Aufwärtstrend als intakt. Der Preisrückgang könnte somit lediglich eine Konsolidierung der Aufwärtsbewegung sein und nicht der erhoffte Einstieg in ein winterliches Preistal.
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