(openPR) Lüneburg 27.09.2007 - Mittwoch ist Tag der US-Bestandsdaten. Gestern sorgten sie für eine schwungvolle Preisbewegung. Das Tagesergebnis lässt den Schluss zu, dass der Aufwärtstrend intakt ist. Der Preiseinbruch der letzten Tage war eine Gegenreaktion. Und diese könnte bereits beendet sein. Charttechnisch ist eine solche Interpretation möglich. Die miserable Raffinerieverfügbarkeit in den USA stützt sie aus fundamentaler Sicht. Der Dollar hält sich im absoluten Tief. Es fehlen freundliche Daten aus der US-Wirtschaft.
Die Erwartungen über die US-Bestandsbewegung wurden durch die Zahlen von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) positiv übertroffen. Analysten gingen von einem weiteren Rückgang der Vorräte aus. Die Fakten zeigen eine Zunahme. In Konsequenz gaben die Preise kräftig nach. Gegen Ende des Handelstages machten sie ihre Tagesverluste wieder wett. Dieser Umstand lässt sich mit der überraschend negativen Entwicklung zur Raffinerieverfügbarkeit erklären. Diese brach um über drei Prozent ein. Die Daten im Einzelnen:
Rohöl: +1,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,9 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +1,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,9 Mio. Barrel (API)
Benzin: +0,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,0 Mio. Barrel (API)
In Summe ergibt sich ein Aufbau von 4,0 (DOE) bzw. 0,0 (API) Mio. Barrel. Die US-Importe sind höher als vor einer Woche und etwas geringer als im Vorjahr. Die Raffinerieverfügbarkeit beträgt nur noch 87 Prozent. Hier liegt das wesentliche Übel. Der Winter steht bevor. Die Heizölvorräte werden kritisch beurteilt, was nicht unbedingt schlüssig ist, da sie mit Ausnahme des Vorjahres zu diesem Zeitpunkt meist geringer gefüllt waren. Nun bricht die Raffinerieverfügbarkeit deutlich ein. Es ist offensichtlich, dass die Bullen im Markt argumentativ gut bedient sind. Unterstützung kommt von den Wetterämtern. Im Atlantik bildet sich ein neuer Sturm.
Entspannung sollten die Preise durch die versöhnlichen Worte des iranischen Präsidenten zum Atomkonflikt bekommen. Teheran gewährt der IAEO (Internationale Atomenergie Organisation) Zutritt zu den Atomanlagen. Der Westen ist skeptisch. Die Börsen zeigen keine Reaktion. Das Thema findet nur noch wenig Interesse. So bleibt als Motor einer Abwärtsbewegung nur die Schwäche der US-Konjunktur. Wie es um diese wirklich bestellt ist, ist weiterhin Gegenstand von Spekulation.
Heute Morgen zieht der Gasölpreis an. Die Tonne kostet 692,50 $, Tendenz steigend.
Unsere Heizölpreise verhalten sich neutral. Sie folgen damit der Vorgabe des Weltmarkts. Dass der Abwärtslauf der letzten Tage keine geradlinige Fortsetzung zeigt, deckt sich mit unserer Einschätzung. Wir haben Zweifel, dass der erwartete wintertypische Preiseinbruch bereits jetzt eintritt. Diesen als Gesetz anzusehen, ist ohnehin nicht angebracht. An der Börse gibt es keine Gesetze für die Preisbildung.
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Dr. Klaus Bergmann
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