(openPR) Schwer zu befriedigen ist die Kauflust der Trophäenjäger nach historischen Geweihmöbeln, die als skurriles Einzelobjekt wieder Einzug in heutige Interieurs halten. Aus der Zeit zwischen 1825 und 1925 ist zwar dank der damals hervorragenden Verarbeitung noch eine erkleckliche Anzahl von originalen Geweihmöbeln erhalten, doch lassen sich damit allein längst nicht all jene Interessenten befriedigen, die einem solchen Prunkstück einen Ehrenplatz in ihrer Wohnung einräumen möchten. Entstanden aus der Jagdleidenschaft und Trophäensucht der Hochwohlgeborenen sowie der nachträglich Nobilitierten, begannen mit etwas zeitlicher Verzögerung Mitte des 19. Jahrhunderts auch wohlhabende Bürger diese Mode zu übernehmen. Es handelte sich dabei um Stühle, Sofas, Chaiselongues, Récamieren und Tische, deren Füße bzw. Lehnen aus Geweihen gefertigt wurden und die nicht dekorativen Zwecken dienten sondern als Mobiliar genutzt wurden. Eine beeindruckende Auswahl an solchen Objekten aus der Sammlung von Graf Lamberg ist im Jagdmuseum auf Schloss Stainz in Österreich zu besichtigen.
Die übergroße Nachfrage nach Geweih- bzw. Grottenmöbeln, die besonders in USA den Bestand an historischen Stücken weit übersteigt, hat dazu geführt, dass Geweihmöbel in großem Stil imitiert und nachgearbeitet werden. Zur Beruhigung des ökologischen Gewissens und des Tierschutzgedankens liegt die Betonung dann auch auf dem Aspekt, dass hierfür nur die Abwurfstangen der Hirsche zur Verwendung kommen. Die Bandbreite ist groß von Sitzgelegenheiten im weitesten Sinn, Tischen, Wandkonsolen, Garderoben, Kerzenleuchtern, Pflanzenstützen und Rankhilfen – nichts wofür der Kopfschmuck und natürliche Waffe der Hirsche dank der großen Festigkeit des Materials nicht eingesetzt werden könnte. Der majestätische Vierzehnender, der während der Brunft den Rivalen mit seinem imposanten Geweih aus dem Revier vertrieb, um seinem Namen als Platzhirsch gerecht zu werden, der stößt, wenn alles Liebeswerben vorbei oder vergeblich war, sein stolzes Geweih ab. Zum Nutzen der zwar handwerklichen – aber eben doch mit Verlaub - nur Remakes, die vor allem im idyllischen Schwarzwald für den Export übers große Wasser gearbeitet und geschnitzt werden.
Zu kaum höheren Preisen, als für solche Imitationen zu bezahlen ist, kann ein Interessent mit fundierter Sachkenntnis und etwas Spürsinn in good old Europe und im speziellen bei den renommierten Münchner Antiquitätenhändlern, bereits Stücke erwerben, die das Prädikat einer echten Antiquität haben, da es sich um die historischen, originalen Raritäten handelt. Einen ausgesprochen guten Namen in diesem Genre hat Maximilian Fritz, der mit ALTE DEKORAKTIONEN zu den arrivierten Händler in diesem Bereich zählt. Das vom Münchner 089VERLAG ins Internet gestellte Themenportal www.antik-guide.de bietet zu diesem und vielen weiteren Themen fundierte Informationen, Händleradressen sowie ein Schlagwortlexikon, das in bündiger Form die Fachtermini aus dem Bereich der Antiquitäten und verwandter Themenbereiche erklärt. Wer sich intensiver mit den im liebevollen Sinn als „skurril“ apostrophierten Geweihmöbeln befassen möchte, für den dürfte die Buchbesprechung des Titels “Geweihmöbel von 1825-1925“ von Sabine Spindler eine anregende Lektüre sein. Diese Rezension, mit einigen bebilderten „Jagdstücken“ versehen, könnte der Beginn einer unblutigen Hubertusjagd auf Geweihmöbel des 19. Jahrhunderts werden.













