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Galvanotherapie im Hyperthermie Zentrum Hannover

21.08.200711:53 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Galvanotherapie im Hyperthermie Zentrum Hannover
Galvanotherapie
Galvanotherapie

(openPR) Allgemeine Informationen über die ECT-Tumortherapie oder Bio-Elektro-Therapie nach den Grundlagen von Dr. Pekar

Es gibt heute mehrere Möglichkeiten, entartetes Gewebe zu zerstören. Etabliert sind Operation, Bestrahlung und Chemotherapie. Neuere Verfahren sind Hyperthermie, Laser, Kältechirurgie und BET (Bio-Elektro-Therapie), auch ECT (Electro Cancer Therapy, ECT-Tumortherapie), PET (Perkutane Elektro-Tumortherapie), Elektrochemische Therapie (electrochemical therapy EChT ), oder Galvanotherapie genannt.



Bei der BET/ECT werden, die Tumorzellen nicht operativ, sondern nicht - invasiv mittels Gleichstrom abgetötet. Stark vereinfacht ausgedrückt, funktioniert die Tumorbekämpfung per elektrischem Strom folgendermaßen: Legt man an einen Tumor mittels zweier Elektroden einen Strom an, so fließt dieser (nach dem Prinzip des geringsten Widerstands) eher durch die Tumorzellen als durch das gesunde Gewebe. So wandern positiv geladene Ionen wie H+ und Na+ zur Kathode und negativ geladene Ionen wie Cl- zur Anode. Durch diese Depolarisation entsteht innerhalb der Krebszelle Salzsäure, welche die Zellmembran zerstört. Werden Stromstärke (mA) und Spannung (V) entsprechend hoch gewählt (maximal 35V / 75mA), so ergeben sich dadurch in den betroffenen Zellen pH- Werte, die weit außerhalb des physiologischen Bereichs liegen.

Bereits in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden Tumore mit Strom behandelt. Diese Methode wurde ursprünglich als Galvanotherapie bezeichnet. Die anfänglichen Erfolge gerieten jedoch durch den Einsatz von Strahlen- und Chemotherapie in Vergessenheit. Neben dem schwedischen Professor Nordenström (Radiologe und 1985 Vorsitzender des Nobel-Preis-Komitee für Medizin) und Prof. Yu Ling Xin in Peking war es hauptsächlich Dr. med. Rudolf Pekar aus Bad Ischl (Österreich), der diese Methode wieder aufgriff und in jahrzehntelanger eigener Forschung und Praxis daraus die Bio- Elektrotherapie (BET) entwickelte und hierüber eine ausführliche Dokumentation verfaßte.

Die ECT-Therapie ist nicht zu verwechseln mit der Reizstromtherapie! Von der herkömmlichen Reizstromgeräten ist strikt abzuraten, da die Behandlungswerte dieser Reizstromtherapieanlagen oftmals nur ein Zehntel der notwendigen Leistung abgeben können, oder nur gepulste Spannungen abgeben, was den Tumorwachstum anregen kann. Auch erfolgt keine Überwachung und Dokumentation der relevanten Werte wodurch ein Therapieerfolg stark gefährdet ist.

Prinzip der BET einfach erklärt:
Mittels exakter Elektroden Plazierung wird der Strom durch den Tumor selbstfokussierend hindurch geleitet. Durch den im Vergleich zu gesundem Gewebe bis zu zehnfach geringeren elektrischen Widerstand eines Tumors fokussiert sich der Strom im Tumor und depolarisiert diesen. Die notwendige Behandlungsspannung wird so gering dosiert, daß sie im gesunden Gewebe keinen wirksamen (schädlichen) Strom zuläßt. Während in früheren Zeiten mit Hilfe von Batterien oder einfachen Netzgeräten behandelt wurde, bieten die Therapiegeräte der neuesten Generation eine computergestützte Bedienung, Verlaufskontrolle und Behandlungsdokumentation.

Auch auf dem Gebiet der Elektroden wurden große Fortschritte erzielt, so daß heute viele Tumorarten mit Flachelektroden behandelt werden können - also ambulant therapiert werden. Prostata-, Lungen-, Leber-, Mamma,- sowie Magenkarzinome und Metastasen sind ebenso wie alle übrigen Tumore im Abdominalbereich mittels Flachelektroden schonend zu behandeln. Die Galvanotherapie/ ECT-Tumortherapie auch ECT oder BET genannt, findet in China seit Jahren breite Anwendung. In Deutschland findet diese schonende Behandlungsmethode erst in jüngster Zeit größere Beachtung. Tumore und Metastasen an kritischen Körperarealen wie Herz und Augen können mit dieser Methode nicht behandelt werden. Ebenso wenig Hirn- und Knochentumore sowie Tumore im Harnbereich, da der Strom nur um die Knochen herum und nicht durch sie hindurchfließt bzw. im Falle einer Harnwege- oder Nierenbehandlung der Strom über den Urin abgeleitet wird.



Das Resultat der Tumorbehandlung mit Gleichstrom:
Das Tumorgewebe wird zerstört, ohne daß umliegende gesunde Körperzellen in Mitleidenschaft gezogen werden. Das solchermaßen steril abgestorbene Gewebe (man spricht hier, wie auch bei Hochspannungsverletzungen, von einer „aseptischen Nekrose") löst sich in den folgenden Wochen langsam vom gesunden Gewebe ab und wird entweder abgestoßen (bei an der Oberfläche liegenden Tumoren) oder von körpereigenen Fresszellen (Phagozyten) verstoffwechselt. Seit einiger Zeit nun verwendet man nicht nur Nadelelektroden, sondern zur Behandlung von inneren Organen auch Flachelektroden, die z.B. auf Bauch und Brustkorb aufgelegt werden können.

Die zwischen den Elektroden beim galvanischen Strom entstehende Spannung führt zu einer fast selektiven Destruktion von Tumorgewebe. Sie stellt eine neue Möglichkeit dar, auf schonende und alternative Weise Tumorgewebe zu zerstören. Der Gleichstrom, der zwischen zwei oder mehreren Elektroden fließt, führt zu einer Tumor Gewebezerstörung mittels Elektrolyse. Durch die Ionenwanderung kommt es zu einer erheblichen pH- Verschiebung im Gewebe. Es entsteht an der Anode ein saurer pH oder eine Acidose, an der Kathode ein alkalischer pH oder Alkalose. Die erreichten pH- Werte liegen weit außerhalb des physiologischen Bereiches und sind somit Tumor gewebeschädigend. Der Gleichstrom führt ebenfalls zu einer Änderung der Membran - potentiale durch Veränderung des Elektrolytmilieus rund um die Zelle und in der Zelle. Hierdurch werden wichtige physiologische Funktionen, wie z.B. die Natrium-Kalium-Pumpe aufs Empfindlichste gestört. Im elektrischen Feld dissoziieren diverse Salze in Kationen und Anionen, so daß die Homöostase der Zelle aufgehoben wird. Im Gewebe kommt es an der Kathode zu einer Gefäßerweiterung, an der Anode zu einer Austrocknung, Schmerzlinderung und Entzündungshemmung. Dadurch wird Tumorgewebe devitalisiert. Die elektrische Devitalisierung ist keine übliche elektrische Verletzung. Sie ist fast immer schmerzfrei und sie stört nicht das Allgemeinbefinden. Eine Abstoßung der elektrisch induzierten Nekrose findet erst nach Wochen statt. Die Substanzverluste entsprechen größenmäßig der ursprünglichen Ausbreitung des Tumorgewebes.

Die BET / ECT-Behandlung ist geeignet für oberflächliche und auch tiefer gelegene solide Tumore oder Metastasen. Je nach Größe des Tumors sind unterschiedlich viele Elektroden erforderlich. Die Stromübertragung in das Gewebe erfolgt durch Flach- oder Platinelektroden. Die Therapie verursacht keine Schmerzen, da durch den niedrigen Gleichstrom Schmerzrezeptoren depolarisiert werden und durch die auftretenden Säuren und Laugen die Leitfähigkeit der sensiblen Nerven gelähmt wird. Mit der BET/ECT wird auch ein aktiv spezifisches Immunphänomen ausgelöst, denn durch den galvanischen Strom werden Tumorantigene frei und den durch den Strom angelockten Immunzellen präsentiert. Durch die Gewebszerstörung werden Zytokine freigesetzt, was zu einer erhöhten Erkennung von Tumorantigenen führt und die spezifischen Immunleistungen des Tumorträgers fördert.

Die BET/ECT läßt sich kombinieren mit Chemotherapie, Bestrahlung, Hyperthermie, Immun- und anderen biologischen Therapien. Durch die Pionierarbeit von Dr. Rudolf Pekar aus Bad Ischl, der seit Anfang der siebziger Jahre die Methodik der Galvano-Methode / ECT-Tumortherapie verfeinerte und durch die Veröffentlichung seiner Erfahrungen, sowie schwedische, österreichische und US-amerikanische Forschungsarbeiten ist man heute in der Lage, eine Tumortherapie mit galvanischen Strömen erfolgreich durchzuführen. Zur Zeit wird die Electro-Cancer-Therapy in Deutschland, Österreich, Dänemark, Italien, Rußland und China mit Erfolg angewendet.

Literatur:
„Die perkutane Bio-Elektrotherapie bei Tumoren“
Dr. med. Rudolf Pekar (Verlag Wilhelm Maudrich), ISBN 3-85175-777-7

Björn E. W. Nordenström, Biologically Closed Electric Circuits- Clinical, Experimental and Theoretical Evidence for an Additional Circulatory System, Nordic Medical Publications,
ISBN-91-970432-0-6

Mehr Informationen unter: www.hyperthermie-zentrum-hannover.de

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