(openPR) Der Oberliga-Absteiger MSV 1919 Neuruppin darf nun doch in der Verbandsliga Brandenburg spielen. Dies entschied die Zivilkammer des Landgerichtes Cottbus während der gestrigen Verhandlung. Der Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) hatte dem Verein Ende Juni das Spielrecht für die Verbandsliga entzogen, da die Neuruppiner die Meldefrist (16. Juni) verpasst hatten. Zu diesem Zeitpunkt war der MSV aber noch Oberligist.
In einem Telefongespräch mit Peter Schlüter, bei den Neuruppinern zuständig für den Spielbetrieb, hatte der FLB-Spielausschussvorsitzende Mirko Wittig das Verbandsliga-Startrecht auch für den Fall zugesichert, dass die Frist wegen der Oberliga-Relegationsspiele bereits verstrichen sei. Wittig bestritt dies, beide Parteien gaben eine eidesstattliche Erklärung ab. Das Landgericht glaubte dem Verein. Der MSV darf nun also doch in der Verbandsliga starten. Eine gütliche Einigung scheiterte übrigens an der Bereitschaft des FLB. Der MSV hatte vorgeschlagen, den Spielrechtsentzug zu akzeptieren, wenn er auch nach der (wahrscheinlichen) Eröffnung des Insolvenzverfahrens in der Landesliga bleiben dürfte.
Der FLB hat nun die Möglichkeit, Revision gegen das gestrige Urteil einzulegen. Mit einer Entscheidung vor dem 25. August ist jedoch nicht zu rechnen. An diesem Tag findet der erste Verbandsliga-Spieltag statt, nach der gestrigen Entscheidung mit dem MSV. Wie der Spielplan nun umgebaut wird, ist derzeit noch vollkommen offen. Auch die Termine für die beiden zusätzlichen Termine pro Serie sind noch unbekannt. Hätte der Verband dem MSV das Spielrecht Ende Juni nicht entzogen, würde die Saison bereits am kommenden Wochenende beginnen. Nun ist zu befürchten, dass das Hinrundenende, eigentlich am 8. Dezember, nach hinten verlegt wird. Für den Fall, dass Spieler oder Verantwortliche bereits ihre Urlaubsplanungen abgeschlossen haben, steht neues Ungemach ins Haus. Jörg Pochert, Redakteur beim Online-Portal „die-fans.de“, versteht den Unmut anderer Vereine über die Entscheidung: „Ohne das Urteil an sich kommentieren zu wollen, kann ich nachvollziehen, dass es Stimmen gegen den Richterspruch gibt. Komplette Planungen müssen nun über den Haufen geworfen werden. Und da der MSV vermutlich in die Insolvenz gehen wird, sogar - aus der Sicht der Vereine vollkommen - umsonst. Ich denke, dass es die beste Lösung gewesen wäre, sich auf den Kompromissvorschlag des MSV einzulassen. Wenngleich auch diese Lösung wieder eine Prozesslawine hätte auslösen können.“, so der Journalist.
Offen ist auch die Stellung der bisherigen zweiten Mannschaft in der Landesliga Nord. Nach der Entziehung des Verbandsliga-Startrechts hatte der MSV den Platz seiner Reserve-Mannschaft eingenommen, die 2006/07 in der Landesliga spielte. Dies ist nun hinfällig. Und der MSV hat ein Startrecht in der Landesliga.
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