openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Umfrage: Schlechte Noten für deutsche Amtsstuben

31.07.200711:31 UhrMedien & Telekommunikation

(openPR) Service-Qualität von Behörden im internationalen Vergleich mangelhaft

Kronberg/Bonn, ne-na.de – Die Deutschen sind mit der Servicequalität des öffentlichen Dienstes sehr unzufrieden. Laut einer aktuellen Studie des Beratungshauses Accenture accenture.com fühlen sich 70 Prozent der Bundesbürger nicht ausreichend über die Angebote der Verwaltungen informiert. Jeder Vierte meint, der Service verschlechtere sich von Jahr zu Jahr. Den Standards von Privatunternehmen sind deutsche Amtsstuben laut Einschätzung der Befragten nicht annähernd gewachsen. Bei der Gesamtbewertung von Verwaltungsdienstleistungen landet Deutschland im internationalen Vergleich auf Platz 15. Spitzenreiter ist Singapur, gefolgt von Kanada und den USA.



„Deutsche Amtsstuben haben einen schlechten Ruf, Geschäftsführer für den Bereich Öffentliche Verwaltung bei Accenture. „Zwar unternimmt die Regierung mit Initiativen wie ‚Deutschland Online’ vereinzelte Anstrengungen, um die Service-Qualität zu verbessern, doch das reicht nicht aus. Um das Vertrauen ihrer Bürger zu gewinnen und die wachsende Differenz zu privaten Unternehmen und internationalen Verwaltungen zu schließen, müssen die deutschen Behörden ihren Dienstleistungsgedanken von Grund auf ändern“, so Accenture-Manager Holger Bill

Über ein Drittel der Bundesbürger findet es schwierig, sich den Umgang mit neuen Serviceangeboten selbst anzueignen. „Wollen Behörden die Bürger für sich gewinnen, müssen sie nicht nur besser über ihre Angebote informieren, sondern die Menschen aktiv an den Umgang mit ihren Dienstleistungen heranführen“, sagt Holger Bill. Momentan sind 22 Prozent der Deutschen der Meinung, der Service ihrer Behörden habe sich in den vergangenen drei Jahren verschlechtert und bleibe hinter dem von Wirtschaftsunternehmen zurück. In Singapur hingegen glauben nur zwei Prozent, die Dienstleistungsqualität in Ämtern habe abgenommen. Als besonders lästig empfinden es die Deutschen, wenn sie für ein einziges Anliegen mit mehreren Behörden in Kontakt treten müssen. Sechs von zehn Befragten halten die Vernetzung zwischen den Ämtern für unzureichend. Für jeden Vierten hat sich das Verhältnis zur öffentlichen Verwaltung allgemein verschlechtert. Drei Viertel der Befragten haben in den zurückliegenden zwölf Monaten keinen Kontakt zu einer Behörde aufgenommen. Im Vorjahr waren es 71 Prozent.

Laut Studie spielt das Telefon in Deutschland die wichtigste Rolle bei der Abwicklung von Behördenangelegenheiten. Mehr als die Hälfte der Deutschen nehmen telefonisch Kontakt zu Ämtern auf. Einen erfolgversprechenden Schritt, um das angeschlagene Verhältnis zwischen Bürger und Verwaltungen zu verbessern, sieht Holger Bill in der Einführung eines zentralen Bürgertelefons. Unter einer einheitlichen Rufnummer „115“ sollen Bürger rund um die Uhr Behördendienstleistungen erfragen und abwickeln können. Vorbild ist die Ämter-Hotline „311“ in New York. „Mit der ‚115’ entsteht eine zentrale telefonische Anlaufstelle, die behördenübergreifend eine große Chance für einen grundlegenden Wandel der Service-Kultur in deutschen Ämtern bietet“, glaubt Bill.

Von den mehr als 12.000 Kommunen in Deutschland leisten sich vorwiegend die großen Kommunen bislang Call Center. Der 115-Service soll aber tiefer in die Verwaltungsabläufe eindringen. „Es ist nicht mehr zeitgemäß, dem Bürger im Internetportal ein Umzugsformular anzubieten. Man muss das umständlich herunterladen, handschriftlich ausfüllen und stellt sich anschließend in der Meldebehörde mit dem Formular in der Warteschlange an, um dann mitzuerleben, dass der Mitarbeiter der Meldebehörde die Daten des Formulars in ein EDV-System überträgt. Der Bürger nutzt heute schon ganz selbstverständlich die Möglichkeiten der Online-Eingabe seiner persönlichen Daten bei der Buchung von Flügen, Hotels oder Konzertkarten. Diese Möglichkeiten sollten ihm beim 115-Service auch offen stehen“, fordert Rolf Steinhauer, Vertriebsleiter Public Deutschland des Systemintegrators Nextiraone http://www.nextiraone.de.

An der Vision eines direkten und einheitlichen Zugangs zu allen Behörden der öffentlichen Hand werde nach Erkenntnissen von Bernhard Steimel, Sprecher der Initiative Voice Business http://www.voicedays.de, bereits in vielen Kommunen mit Erfolg gearbeitet: „Eschborn, Würzburg oder Essen nutzen die Technologie in der Vorqualifizierung ebenso wie im Self Service bei Standardanfragen oder als Transaktionssystem beispielsweise zur Terminvereinbarung oder zur Einzahlung von Gebühren. Es ist allerdings noch viel Arbeit zu leisten. Die Informationstechnik ist disparat, die rechtlichen Fragen bei der Positionsbestimmung des Anrufers sind noch nicht geklärt und die unterschiedlichen Zuständigkeiten müssen noch festgelegt werden. Trotzdem schaffen die innovativen Pionier-Kommunen schon jetzt die Grundlage einer bundesweiten 115-Nummer: Je mehr Kommunen über eigene Bürgerportale verfügen, desto einfacher wird es später sein, sie unter einer Rufnummer zusammenzufassen“, betont Steimel.

Verbesserungen in den Verwaltungsabläufen seien nach Expertenmeinung auch im Einkauf möglich. „Analog zur Hebelwirkung des Beschaffungsvolumens bei Unternehmen können auch öffentliche Institutionen durch effektives und effizientes Einkaufen unerwünschte Instrumente der Einnahmensteigerung durch Steuer- und Ausgabenerhöhung überflüssig werden lassen. Das dazu erforderliche Know-how ist bislang nur in wenigen ‚Beschaffungsleuchttürmen’ vorhanden – beispielsweise im Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern http://www.bescha.bund.de, im Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) http://www.bwb.org, bei Beschaffungsdienstleistern auf Landesebene oder Verwaltungen von Großstädten“, schreibt die Zeitschrift Beschaffung aktuell http://www.beschaffung-aktuell.de.

Das allgemeine Nicht-Beachten der enormen Potenziale zur Wirtschaftlichkeitssteigerung der öffentlichen Beschaffung sei verwunderlich bei einem Einkaufsvolumen von 250 Milliarden Euro. Das sei der größte und am leichtesten zu beeinflussende Kostenblock in öffentlichen Verwaltungsbetrieben. „Der Service und das Marketing der Behörden muss auch auf diesem Feld besser werden“, fordert Dr. Manfred Wirl, Direktor der Forschungsgruppe Dienstleistungsökonomie in Bonn. Der Einsatz von elektronischen Beschaffungslösungen spiele dabei eine wichtige Rolle. Hier sei ein stärkeres Engagement des gesamten öffentlichen Dienstes und der privaten Wirtschaft als Auftragnehmer gefordert. „Auch der Privatwirtschaft muss klar sein, dass sie ihre Hausaufgaben machen muss, um bei Ausschreibungen des Staates an Aufträge zu kommen“, erklärt Wirl.

Medienbüro.sohn
V.i.S.d.P: Gunnar Sohn
Ettighoffer Strasse 26a
53123 Bonn
Germany

Telefon: +49 - 228 - 6 20 44 7
Telefax: +49 - 228 - 6 20 44 75

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 149297
 123

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Umfrage: Schlechte Noten für deutsche Amtsstuben“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von medienbüro.sohn

Sascha Lobo und die halbautomatische Netzkommunikation
Sascha Lobo und die halbautomatische Netzkommunikation
Facebook-Browser könnte soziale Netzwerke umpflügen Berlin/München, 27. Februar 2009 - Millionen Deutsche sind mittlerweile in sozialen Netzwerken wie XING, Wer-kennt-wen, Facebook oder StudiVZ organisiert, haben ein Profil und präsentieren sich auf irgendeine Art im Web, ob mit Bildern, kurzen Texten, Blog-Beiträgen oder Links, die sie interessant finden. „Es lässt sich kaum leugnen: Wir sind zum Glück nicht mehr Papst, wir sind jetzt Netz. Die Menschen haben begonnen, wichtige Teile ihres gesellschaftlichen Treibens ins Internet zu verlag…
Finanzbehörden müssen mit Mittelstand innovativer umgehen
Finanzbehörden müssen mit Mittelstand innovativer umgehen
Schnelle Verfahren zur Stundung von Steuern und Anpassung von Vorauszahlungen Berlin, 26. Februar 2009 – Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) bvmw.de fordert die Finanzbehörden und Sozialversicherungen zu einem flexiblen und innovativen Umgang mit kleinen und mittleren Unternehmen auf, die unverschuldet in Not geraten sind und bei denen unerwartete Liquiditätsengpässe auftreten. Eine Möglichkeit bestünde in einfachen und schnellen Verfahren, um Steuern und Sozialabgaben vorübergehend zu stunden oder Vorauszahlungen anzupassen…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Mit Telematik zu einem besseren Fahrstil und mehr Wertschätzung bei VerbrauchernBild: Mit Telematik zu einem besseren Fahrstil und mehr Wertschätzung bei Verbrauchern
Mit Telematik zu einem besseren Fahrstil und mehr Wertschätzung bei Verbrauchern
… legen. Das zeigt eine Umfrage im Auftrag von TomTom Telematics unter mehr als 1.000 Konsumenten in Deutschland(1). Vor allem Lieferwagen-, LKW- und Sportwagenfahrer erhalten hier schlechte Noten: Nur jeweils drei Prozent der Befragten bezeichneten sie als besonders sichere oder vorsichtige Fahrer. Und den Fahrstil der Taxifahrer bewerteten gerade einmal …
Bild: Halbjahreszeugnisse: Familienstreit wegen schlechter Noten?Bild: Halbjahreszeugnisse: Familienstreit wegen schlechter Noten?
Halbjahreszeugnisse: Familienstreit wegen schlechter Noten?
Halbjahreszeugnisse: Familienstreit wegen schlechter Noten? Studienkreis lädt zu Woche der offenen Tür ein Die Halbjahreszeugnisse geben nicht in allen Familien Anlass zur Freude. Bei fast der Hälfte aller Familien, deren Kinder in der Schule Noten bekommen, führen schlechte Noten zu Streit oder schlechter Stimmung. 41 Prozent sagen, dass schlechtere …
US-Investoren: Deutschland gewinnt an Attraktivität - Großbritannien ist in der Gunst der Amerikaner zurückgefallen
US-Investoren: Deutschland gewinnt an Attraktivität - Großbritannien ist in der Gunst der Amerikaner zurückgefallen
… abbauen wollen. Besorgniserregend fällt auch die Bewertung des Forschungsstandorts aus: Vier von fünf Pharmaunternehmen geben der Forschung und Entwicklung "Made in Germany" nur schlechte Noten. Selbst in der traditionell starken Automobilbranche wollen nur 25 Prozent der Zulieferer und Hersteller ihre F&E-Aktivitäten in Deutschland ausbauen. "Die an …
Bild: Internetnutzer wünschen sich mehr Kreativität in der WerbungBild: Internetnutzer wünschen sich mehr Kreativität in der Werbung
Internetnutzer wünschen sich mehr Kreativität in der Werbung
Kreativität ist auch bei Online-Werbung Pflicht / Auch die Branche sieht mehr Kreativität im Online-Marketing als wichtigen Trend Hamburg, 23. August 2011 – Schlechte Noten für Online-Werbung: Jeder vierte Internetnutzer findet nicht, dass Werbung unterhaltsamer und kreativer geworden ist. Dabei ist es eigentlich ganz einfach, dem User mit Werbung zu …
Dauerbaustelle Social Media - index-Expertenumfrage: Wie kommunizieren IT-Unternehmen?
Dauerbaustelle Social Media - index-Expertenumfrage: Wie kommunizieren IT-Unternehmen?
… Zeit nichts. Grafik zum Download: http://www.index.de/presse/index/Frage7_Trends-im-IT-Marketing_2014_final.jpg Entsprechend wird auch das persönliche Know-how bewertet. Jeder dritte Befragte gibt sich selbst schlechte Noten für sein Wissen in der Nutzung Sozialer Medien. Schlechte bis sehr schlechte Anwenderkenntnisse geben 46 Prozent der Teilnehmenden …
Bild: Menschen in Deutschland für Reformen und SchuldenabbauBild: Menschen in Deutschland für Reformen und Schuldenabbau
Menschen in Deutschland für Reformen und Schuldenabbau
… Note 3,8 für Bundesregierung Freising, 26.06. 2010. Die Bürger aus Freising haben wieder mehr Vertrauen in die Wirtschaft, geben aber der Politik von Jahr zu Jahr schlechtere Noten. In der jährlichen Umfrage der Wirtschaftsjunioren Freising gaben die Freisingerinnen und Freisinger der Bundesregierung die Note 3,8. „Die derzeitige Regierung wird schon in …
Bild: Feindbild ade: Die meisten Deutschen loben ihre VermieterBild: Feindbild ade: Die meisten Deutschen loben ihre Vermieter
Feindbild ade: Die meisten Deutschen loben ihre Vermieter
… berichtet das Immobilienportal Immowelt.de. Nicht so gut schneiden deutsche Vermieter hingegen ab, wenn es um ihre Hilfsbereitschaft geht: Mehr als ein Viertel der Mieter verteilte hier schlechte bis sehr schlechte Noten. Und 24 Prozent der Mieter sagen, dass ihr Vermieter nicht genug dafür tut, dass man sich in seinem Haus wohlfühlt. Für die Immowelt-Studie …
Bild: Panfu-Umfrage zu Kindervorsätzen für 2010: Hälfte aller Kinder will mehr LernenBild: Panfu-Umfrage zu Kindervorsätzen für 2010: Hälfte aller Kinder will mehr Lernen
Panfu-Umfrage zu Kindervorsätzen für 2010: Hälfte aller Kinder will mehr Lernen
… Sport treiben oder ein neues Instrument erlernen. Immerhin jedes zehnte Kind (10 Prozent) möchte ruhiger und ausgeglichener werden, nicht mehr so viel fluchen und somit nicht so oft schlechte Laune haben. „Das Ergebnis dieser Umfrage ist für uns sehr interessant, da man sonst von den Vorsätzen der Kinder in diesem Umfang so gut wie nichts in den Medien …
Umfrage - Wohn-Riester geht an den Verbrauchern vorbei
Umfrage - Wohn-Riester geht an den Verbrauchern vorbei
… Immowelt.de, eines der führenden Immobilienportale Deutschlands, gaben 41,7 Prozent der Teilnehmer an, noch nie vom Wohn-Riester gehört zu haben. Wer die Förderung kennt, gibt ihr oft schlechte Noten: 16,7 Prozent halten die Regelung für zu kompliziert und geben damit jenen Experten Recht, die das Gesetz schon lange als bürokratisches Monster kritisieren. …
Feindbild ade: Die meisten Deutschen loben ihre Vermieter
Feindbild ade: Die meisten Deutschen loben ihre Vermieter
… immer korrekt und pünktlich erhielten. Nicht so gut schneiden deutsche Vermieter hingegen ab, wenn es um ihre Hilfsbereitschaft geht: Mehr als ein Viertel der Mieter verteilte hier schlechte bis sehr schlechte Noten. Und 24 Prozent der Mieter sagen, dass ihr Vermieter nicht genug dafür tut, dass man sich in seinem Haus wohlfühlt. Für die Immowelt-Studie …
Sie lesen gerade: Umfrage: Schlechte Noten für deutsche Amtsstuben