(openPR) Die medizinisch-psychologische Untersuchung, kurz MPU genannt, wird seit ihrem Bestehen von Legenden umrankt. Angefangen von unlösbaren Aufgaben („Kugeln stapeln“) über Psychospiele bis hin zu Fragen, die der Kandidat angeblich unbedingt meiden soll – die Palette an unberechtigten Vorurteilen ist groß. Diplom-Psychologe Thomas Nelte vom TÜV Rheinland räumt die bekanntesten Missverständnisse aus.
„Bei der ersten MPU fällt sowieso jeder durch.“
Nelte: „Die MPU ist zwar kein leichter Test, aber dieses Vorurteil trifft dennoch nicht zu. Rund 1/3 bestehen die MPU nicht sofort. Allerdings weist diese Prozentzahl nicht auf die besondere Schwere des Tests hin, sondern eher auf die Einstellung der MPU-Kandidaten, die uneinsichtig bleiben und sich nicht entsprechend auf den Test vorbereiten.“
„Mit Lügen ‚fährt’ man besser.“
Nelte: „Erfahrene Gutachter lassen sich nicht von antrainierten Aussagen blenden. Um ein positives Gutachten zu erhalten, kommt es vor allem auf die Veränderung an, die der Betroffene tatsächlich vollzogen hat und ob er sich in seinem Verhalten als einsichtig erweist. Je offener und glaubwürdiger sich der Kandidat zeigt, desto größere Chancen hat er auf ein positives Gutachten.“
„Die Beurteilung ist völlig willkürlich.“
Nelte: „Ausreden für ein Nicht-Bestehen der MPU sind variationsreich. Einige verbreiten das Gerücht, dass das (Nicht)bestehen allein vom Zufall oder der Sympathie des Gutachters gegenüber dem Bewerber abhängt. Auch hier kann „Entwarnung“ gegeben werden. Alle MPUs erfolgen nach bundesweit einheitlichen Beurteilungsmaßstäben, die von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) verbindlich vorgeschrieben sind. Das MPU-Gutachten wird nie von nur einer Person gemacht, sondern von einem Team aus einem Arzt und einem Psychologen. Erst nach der sorgfältigen Analyse der früheren Verkehrsverstöße und deren Abgleichung mit Forschungsergebnissen über die Wiederholungswahrscheinlichkeit, werden Erkenntnisse gewonnen.“
„Manche Prüfer stellen absichtlich Fallen oder unlösbare Aufgaben.“
Nelte: „Solche Geschichten, vor allem die über den so genannten „Kugeltest“, halten sich hartnäckig. So heißt es, dass die Betroffenen in der MPU die Aufgabe bekommen, zwei Kugeln aufeinander zu stellen. Wer dies versuchen will und die Kugeln auch nur berührt, fällt sofort durch. Diesen Test gab es nie und wird es auch nie geben.
Darüber hinaus wird auch immer wieder vor einem Persönlichkeitsfragebogen gewarnt, der den MPU-Kandidaten zermürben soll. Er beinhalte Fragen, die nicht zu beantworten seien und lege das Ergebnis der Untersuchung schon von vornherein fest. Die MPU bedient sich zwar kurzer Fragebögen, aber diese beziehen sich nur auf die persönliche Situationen und die Verkehrsvorgeschichte und dienen lediglich als Anhaltspunkt für das persönliche Gespräch.“
„Man kann sich die MPU sparen, indem man den Führerschein im Ausland macht.“
Nelte: „Früher führte so mancher Weg zum Führerschein ins europäische Ausland. Einige Kandidaten wollten sich durch den Erwerb einer neuen Fahrerlaubnis in Tschechien oder Polen die MPU ersparen und dabei scheinbar Kosten sparen. Letztlich sind die Kosten aberhöher, als wenn man den offiziellen Weg in Deutschland geht. . Abgesehen davon, dass es dort viele Fälscher gibt, auf die die Betroffenen reinfallen können, ist dieser Weg nun sehr risikoreich
Die deutschen Behörden können nach wie vor einen Eignungsnachweis nach deutschem Recht verlangen und bei Nichtbestehen die Fahrerlaubnis wieder aberkennen.“
„Manche Kursanbieter können den Rückerhalt des Führerscheins garantieren“
Nelte: „Immer wieder stoßen Betroffene auf fragwürdige Vorbereitungsangebote zur MPU. Diese Anbieter sind meist daran zu erkennen, dass sie nicht einzuhaltende Versprechungen machen, wie zum Beispiel, dass alle Teilnehmer ihren Führerschein nach der MPU zurück erhalten. Außerdem werben sie nicht mit Unterstützung bei der Bewältigung von Problemen, sondern eher mit Tipps und Tricks, um Gutachter zu täuschen. Derartige Täuschungsmanöver werden jedoch meistens aufgedeckt und die Investitionen in die unseriösen Kurse waren umsonst.
Besser ‚fahren’ Führerscheinbewerber mit der Teilnahme an einem kostenfreien Informationsabend oder an einem persönlichen Beratungsgespräch bei einem erfahrenen und anerkannten Anbieter wie dem TÜV Rheinland. Hier erfahren Bewerber, wie Sie schnellstmöglich und wirklich sicher ihren Führerschein zurückbekommen können. Die Veranstaltungsorte, Termine und Uhrzeiten der kostenlosen Infoabende sind z.B. im Internet unter www.tuv.com/mpu abrufbar. Eine Voranmeldung ist übrigens nicht erforderlich – einfach vorbeikommen reicht aus.
TÜV Rheinland Group
Am Grauen Stein
51105 Köln










