(openPR) Resistenzentwicklungen bei Schädlingen nimmt zu
Die Kleffmann Group, ein auf den Agrarbereich spezialisiertes Marktforschungsinstitut, führt seit 1994 regelmäßig repräsentative Studien zum Rapsanbau in Deutschland durch. Seitdem ist die Anbaufläche des Winterrapses bundesweit von 950.000 Hektar auf fast 1,5 Millionen Hektar im Herbst 2006 gestiegen. Auf die Biodieselproduktion entfielen in 2003 gut 50 Prozent der Anbaufläche. Für das Jahr 2010 prognostiziert die Kleffmann Group, dass die Fläche auf 1,8 Millionen Hektar anwachsen wird. Der Anteil des Rapses, der zur Erzeugung von Biodiesel genutzt wird, wird analog steigen. Die Ausweitung des Winterrapsanbaus in Deutschland wird in Zukunft nur durch die begrenzte Anzahl der zur Verfügung stehenden Anbauflächen gebremst werden.
Eine Studie der Kleffmann Group vom Herbst 2006 zeigt, dass die durchschnittlichen Kosten für Pflanzenschutzmaßnahmen wie Herbizide, Fungizide und Insektizide von 119 Euro im Jahr 1999 auf 144 Euro in 2007 pro Hektar angestiegen sind. Am stärksten – um mehr als das 1,5-fache – haben die Aufwendungen im Bereich der Fungizide zugenommen. Der Winterraps-Ertrag lag im vergangenen Jahr im Durchschnitt bei 38 Dezitonnen pro Hektar. Die Erlöse sind 2006 mit 22 Euro pro Dezitonne auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr.
Resistenzentwicklung beim Rapsglanzkäfer
Ein zentrales Thema der Studie ist die Resistenzentwicklung beim Rapsglanzkäfer. Der Rapsglanzkäfer fliegt bei Temperaturen von 15 Grad Celsius in die Rapsbestände und ernährt sich überwiegend von Blütenstaub. Wenn die Rapsknospen noch geschlossen sind, fressen die Käfer die Knospen an, um an den Blütenstaub zu gelangen. Dabei werden die Knospen so zerstört, dass sich keine Schoten ausbilden können.
Gegen klassische Pflanzenschutzmittel aus der Wirkstoffgruppe der Pyrethroide sind Rapsglanzkäfer in den vergangenen Jahren in starkem Maße resistent geworden. Die Schädlinge können somit nicht mehr sicher bekämpft werden. Mehr als 30 Prozent der befragten Betriebe haben in ihren Rapsbeständen 2006 Resistenzen beobachtet. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass es hierbei regionale Unterschiede gibt. Insbesondere die Landwirte in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, aber auch Landwirte in Rheinland Pfalz und Bayern, haben diese Entwicklungen auf ihren Feldern festgestellt. In den Bundesländern Thüringen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen ist dieses Problem hingegen nur selten aufgetreten.
Aufgrund der ernsten Lage wurde eine Ausnahmegenehmigung für den Einsatz eines neuen Pflanzenschutzmittels, das auf dem Wirkstoff Thiacloprid basiert, vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) erteilt. Leider stand dieses Mittel in der Saison 2006 nach Angaben der befragten Landwirte nicht in ausreichender Menge zur Verfügung. Resistenzen gegen Gräsermittel bei Ackerfuchsschwanz oder Windhalm haben hingegen nur wenige Landwirte auf Ihren Winterrapsflächen registriert. Mit 9 Prozent am häufigsten wurde dies von Landwirten in Schleswig-Holstein beobachtet.
Auch 2007 ist mit einem starken Befall der Rapsblüte durch den Rapsglanzkäfer und damit mit pyrethroidresistenten Populationen zu rechnen. Die hohen Temperaturen in diesem Winter begünstigten die Überwinterung der Schädlinge. Mit Stand vom März 2007 sind neben Biscaya, auch Reldan 22, Ultracid 40, Talstar und Trebon zugelassen.












