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Naturschutzverbände bezweifeln Ungefährlichkeit von Kampfmittelaltlasten

04.07.200712:29 UhrEnergie & Umwelt
Bild: Naturschutzverbände bezweifeln Ungefährlichkeit von Kampfmittelaltlasten
Sprengung einer Seemine in der Kieler Bucht, copyright: S.Nehring
Sprengung einer Seemine in der Kieler Bucht, copyright: S.Nehring

(openPR) Gemeinsame Pressemitteilung der Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere, Quickborn, der Gesellschaft zur Rettung der Delphine, München und des NABU Naturschutzbund Deutschland

Naturschutzverbände bezweifeln Ungefährlichkeit von Kampfmittelaltlasten: Untersuchungen des MLUR sind kein Unbedenklichkeitsnachweis für die Meeresumwelt



Die drei Naturschutzverbände Naturschutzbund NABU, Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM) und Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) reagieren deutlich kritisch auf eine Medieninformation des Ministeriums für Ländliche Räume vom 3. Juli 2007, in der aktuelle Untersuchungsergebnisse von Wasser- und Sedimentproben angeblich belegen sollen, dass von den 90 Torpedosprengköpfen und Seeminen vor Heidkate keine Gefahr für die Meeresumwelt ausgeht.

"In einem sandigen Sediment, und erst recht im Meerwasser ist bei schwer wasserlöslichen Stoffen wie TNT aufgrund der schnellen Verdünnung ohnehin nicht mit hohen Konzentrationen zu rechnen", erklärt die Biologin Petra Deimer von der GSM, "gefährlich sind vielmehr Sprengstoffpartikel, die aus den korrodierten Sprengkörpern herausbröckeln und über filtrierende Organismen wie Muscheln in die Nahrungskette gelangen." Es ist nach Auffassung der Verbände zudem nicht ausgeschlossen, dass TNT-Brocken auf Sandböden im Flachwasser durch Wellenschlag und Strömungen bis zum Strand gespült werden.

Einen Grenzwert für Kinderspielplätze auf ein Ökosystem anzuwenden, wie in der Medieninformation des Ministeriums erfolgt, spricht für wenig Sachkenntnis. Wirbellose und Fische nehmen schließlich krebserregende Sprengstoffe direkt über die Nahrung und über die Kiemen auf. In der Nahrungskette treten zudem Anreicherungsvorgänge auf. Die Geringfügigkeitsschwelle bei Grundwasserverunreinigungen beträgt 0,2 Mikrogramm/kg. Demgegenüber ist der vom MLUR angegenene Messwert von 7 mg/kg extrem hoch.

"Geringe Messwerte in Wasser- und Bodenproben müssen weiter dafür herhalten, eine Bergung der Munition pauschal abzulehnen. Statt dessen wird indirekt der Sprengung der Vorzug eingeräumt", erläutert Ulrich Karlowski, Diplom-Biologe bei der GRD. Das Umweltministerium führt an, dass bei einer Bergung die Gefahr des Auseinanderbrechens der Munitionsteile und damit eine schlagartige Freisetzung größerer Schadstoffmengen mit erheblichen nachteiligen Folgen für den Meeresgrund zu befürchten ist. "Es existieren mittlerweile jedoch andere Möglichkeiten, die eine umweltsichere und gefahrlose Bergung der Munition erlauben", erklärt Ingo Ludwichowski vom NABU.

Die Verbände betonen, dass es insbesondere bei Sprengungen, der bisher bevorzugten Methode zur "Vernichtung" von Munitionsteilen, zu einer schlagartigen Freisetzung größerer Schadstoffmengen kommt, weil der giftige Sprengstoff dabei nur unvollständig umgesetzt wird. Die Zusammensetzung des Chemikaliencocktails aus diversen organischen Schadstoffen ist nicht bekannt und deren Gefährlichkeit daher nicht annähernd abzuschätzen. Zudem wird durch die Detonation andere Munition beschädigt, die nicht explodiert, dabei aber wiederum Sprengstoffe freigibt. Diese kann nur teilweise durch Taucher geborgen werden.

In der Vergangenheit hatten die Umweltverbände bereits mehrfach die Sprengungen kritisiert, da durch hohe Schalldrücke und Druckwellen auch Meeressäugetiere und Fische verletzt oder getötet werden können. Das schleswig-holsteinische und das mecklenburg-vorpommersche Innenministerium hatten daraufhin ein Moratorium erlassen.

Im Herbst veranstalten die drei Verbände ein Symposium, um andere Formen der Munitionsbergung und Beseitigung vorstellen und erörtern zu lassen.

Weitere Infos:
Ingo Ludwichowski, NABU Schleswig-Holstein, Tel. 04321-53734
Ulrich Karlowski, GRD, Tel. 089-74160410

Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V.
Society for Dolphin Conservation, Germany
Kornwegerstr. 37 - 81375 München - Germany
Tel.: +49-89-74 16 04 10 - Fax: +49-89-74 16 04 11
E-Mail: E-Mail
Webseite: www.delphinschutz.org
1. Vorsitzender: Rollo Gebhard / V.i.S.d.P.: Ulrich Karlowski
Vereinsregister 13487, Amtsgericht München
FA-München - USt-IDNr.: DE166760398

Aktiv für Delfine im „UN-Jahr des Delfins 2007“: Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD)

Erschüttert vom millionenfachen Sterben der Delfine in den Treibnetzen der Thunfischfänger gründete Weltumsegler Rollo Gebhard 1991 die GRD. Seitdem schlossen sich über 95 % des deutschen Thunfischhandels dem SAFE-Programm für „delfinsicher“ gefangenen Thunfisch an. SAFE ist das umfassendste Meeresschutzprogramm der Welt.

GRD – Weltweiter Einsatz für bedrohte Meeressäuger:

Deutschland – Thunfisch-Kontrollprogramm (SAFE): SAFE bewahrt Tausende Wale und Delfine vor dem grausamen Beifangtod. Publikation einer Verbraucher-Checkliste mit den bestätigten "delfinsicheren" Thunfischmarken

Peru: Kampf gegen die illegale Delfinjagd, Dynamitfischerei und Meeresverschmutzung. Projektpartner: ACOREMA (Meeresschutzorganisation, Peru)

Adria (Kroatien): Schutzprojekt zur Rettung der letzten ca. 220 Adria-Delfine. Projektpartner: Delfinschutzorganisation VAL (Zagreb), tierärztliche Fakultät der Universität Zagreb

Spanien / La Gomera: Aufbau von ökologischem Wal- und Delfinbeobachtungstourismus, Einrichtung eines Delfinschutzzentrums. Projektpartner: M.E.E.R.e.V. (Berlin)

Mosambik: Einrichtung eines Schutzgebiets für eine kleine Population von Indopazifischen Buckeldelfinen bei der Inhaca-Insel (Bucht von Maputo). Projektpartner: Universität Maputo, Naturhistorisches Museum Maputo

Dominica: Aufbau und Einrichtung der ersten Walforschungsstation in der Karibik, Etablierung eines Pottwal- und Meeressäugerschutzgebietes

Nord- und Ostsee: Schutz unserer bedrohten heimischen Schweinswale. Projektpartner: NABU, BUND, Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere, lokale Behörden und Nationalparkverwaltungen.

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