(openPR) Rottenburg am Neckar ist nicht nur ein beschauliches Städtchen mit wunderschöner Altstadt und Flusspromenade, sondern bildet außerdem die zweitgrößte Stadt im Landkreis Tübingen und stellt dadurch ein Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden dar, von denen ganze siebzehn als Teilgemeinden der Stadt angegliedert sind.
Kinder die die Grundschule eines solchen Teilortes besucht haben wechseln spätestens mit dem Eintritt in die fünfte Klasse auf eine der weiterführenden Schulen in Rottenburg und haben damit bereits im zarten Alter von etwa zehn Jahren täglich eine nicht unbeachtliche Selbstständigkeit zur Bewältigung ihres Schulwegs unter Beweis zu stellen. Neben den Herausforderungen die so ein Schulwechsel mit sich bringt, der neuen Umgebung, den oft höheren Anforderungen an Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit und nicht zuletzt die Trennung von liebgewordenen Klassenkameraden und Vertrauten, sehen sich diese Kinder plötzlich mit dem Umgang mit öffentlichen Verkehrsmitteln und einem neuen Schulweg konfrontiert, der entgegen den Umständen in den sehr ländlichen Teilorten durch eine belebte Kleinstadt mit entsprechendem Verkehr führt.
Zwar geben sich Lehrer und Eltern gleichermaßen große Mühe, die Kinder auf diese Veränderungen vorzubereiten, nichtsdestotrotz bleibt oft ein wenig „Bauchweh“ bei allen Beteiligten zurück, da oftmals vor allem in kleineren Problemsituationen keine Ansprechpartner zur Verfügung stehen oder sich die Kinder nicht trauen Fremde um Hilfe zu bitten. So machte beispielsweise Erika Piscart von der Lokalen Agenda „Soziales“ und außerdem Gesamtelternbeiratsvorsitzende aller Schulen in Rottenburg die Erfahrung, daß die Kinder oft mit der Lösung von kleinen Schwierigkeiten, wie einer verlorenen Busfahrkarte, einer blutenden Schramme am Knie oder einem verpassten Bus völlig überfordert sind, weil sie in einer solchen Situation keinen geeignet scheinenden Ansprechpartner finden.
Erika Piscart ergriff daraufhin die Initiative und rief die Aktion „gute Fee“ ins Leben. Ganz nach dem Vorbild anderer Großstädte, wie zum Beispiel Stuttgart, wurden öffentliche Einrichtungen, Firmen, Läden und Apotheken die Gelegenheit gegeben sich durch ihre Teilnahme am Projekt aktiv an Bürgerschaftshilfe innerhalb Rottenburgs zu beteiligen und sich für mehr Sicherheit und Unterstützung für Kinder und Jugendliche in Rottenburg einzusetzen. An der Umsetzung und Durchführung der Idee beteiligten sich außerdem die Stadtverwaltung mit der Abteilung Jugend des Kulturamtes und auch das Polizeirevier Rottenburg, die ebenso als Ansprechpartner sowohl für die Kinder als auch für Eltern, Lehrer und andere Interessierte zur Verfügung stehen.
Bislang beteiligen sich über fünfzig Unternehmen und Geschäfte in der Innenstadt an der Aktion und bieten ihre Hilfe an. „ Natürlich haben wir auch bisher ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte unserer Mitbürger gehabt, “erklärt Walid Omeirat von Taadaa Creative Media, einer kleinen Werbe- und Fotoagentur in der Altstadt – und spricht damit allen Unterstützern dieses Projekts aus der Seele, “tatsächlich haben Kinder und auch alte Menschen jedoch oft Hemmungen einfach so um Hilfe zu bitten und vor allen Dingen Kinder trauen sich nicht Fremde anzusprechen. Durch den Aufkleber im Schaufenster wissen Sie nun, das wir ihnen jederzeit weiterhelfen.“
Durch einen Aufkleber an Tür oder Schaufenster kenntlich gemacht bieten sich diese Unternehmen und Organisationen als Ansprechpartner in Notsituationen an. Darüberhinaus machen Schulen und Kindergärten die Kinder mit dem Konzept der „guten Fee“ vertraut und in Führungen auf die zahlreichen „guten Feen“ Rottenburgs aufmerksam. Rottenburg am Neckar hat mit diesem Projekt wohl einen nachhaltigen, bürgernahen, kostengünstigen Lösungsansatz zu einer Problematik geschaffen, die in nicht nur im Landkreis Tübingen besteht. Nachmachen ist ausdrücklich erwünscht.










