(openPR) Andernach, Juni 2007 - Nach ungefähr 113 Jahren, 2 Monaten und 10 Tagen - am Nachmittag des 29. Mai 2007 - fand ein symbolträchtiges Kleinod den Weg zurück zum Liederkranz nach Andernach: ein Köcheretui zur Aufbewahrung eines Dirigentenstabes.
Gekrönt von einer Messing-Eichel ist der Köcher aus Bakelit mit hochwertigen Silberschmiedearbeiten verziert. Am Fuße ist in den Silberbeschlag die Widmung eingraviert: „Der Gesangverein Liederkranz, gewidmet seinem Dirigenten. Andernach, den 19.3.1894.“ Diese Widmung verweist auf das mindestens 113-jährige Alter des Köchers. Das Aufbewahrungsetui ist eine Holzschatulle, die mit hochwertigem Leder ummantelt ist.
Ein solch antikes Stück birgt auch immer eine kleine Geschichte. Dieser ging Liederkranz-Geschäftsführer Willi Thies sofort auf den Grund. Er recherchierte in den alten Dokumenten des Liederkranzes aus dieser Zeit. „Es ist so gut wie sicher, dass es sich um ein Geschenk zum Namenstag an den damaligen Dirigenten Jusef Dapper gehandelt haben muss“, freute sich Thies, dass er fündig geworden war. Er fügte an:
„Der St.-Josefstag war wohl damals ein «hoher Feiertag» im Liederkranz, zu dem immer ein Fass Bier spendiert und geleert wurde. Die Runde kam wahrscheinlich von allen Josefs, die damals im „Liederkranz“ aktiv waren, so auch von Josef Dapper.“
Josef Dapper hatte das Amt des Dirigenten über 29 Jahre inne, vom April 1883 bis zum Februar 1912. Er war der Nachfolger des ersten Liederkranz-Dirigenten, Josef Lomp. Und wo wir gerade dabei sind: Länger als Dapper leitete nur Gerhard Flöck den Chor: nämlich 46 Jahre, von 1957 bis 2003. Flöck ist der damit bisher am längsten amtierende Chorleiter in der nunmehr 127-jährigen Vereinsgeschichte vom „Männerchor Liederkranz“ in Andernach.
Das Köcheretui kam aus dem rd. 25 km entfernten Koblenz zurück nach Andernach. Von dort wurde der Ehrenvorsitzende des „Liederkranzes“, Alois Gut, angerufen, man habe im Nachlass eines Verwandten einen „Dirigentenstab“ gefunden, auf dem eine Gravur auf den Liederkranz in Andernach verweist, teilte man Alois Gut mit. Natürlich gibt es für den Liederkranz ein hohes ideelles Interesse an solchen Dingen. Daher war man an einem Erwerb dieses „Dirigentenstabes“, wie es aus Koblenz zunächst vermutet wurde, stark interessiert.
Durch ein großzügiges Sponsoring der Andernacher Redaktion der Rhein-Zeitung konnte das Köcheretui zurückgekauft werden und befindet sich seit einigen Tagen wieder in den Händen vom „Männerchor Liederkranz 1880 e.V. Andernach“.
Eine spannenende Geschichte, auch wenn sich kein original Taktstock mehr im Etui befand.
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