(openPR) Sonntag, 3. Juni 2007. Seit vergangenem Wochenende ist es perfekt: Zum ersten Mal in der Musikgeschichte schafft es ein Künstler in die Top 10 von Deutschlands verkaufsstärkstem Onlinestore – ohne die Hilfe eines etablierten Plattenlabels, ohne die Unterstützung einer gut geölten PR-Maschinerie, ohne den Einsatz eines Videoclips und ohne CD-Veröffentlichung. Der 28-jährige Produzent und Sänger Neethio versetzt dem konventionellen Vertriebsmodell der Musikindustrie erneut einen tiefen Schlag: Seine Single „Take My Breath Away“ stieg am Sonntag in den Single-Charts bei iTunes (wo der Song momentan noch exklusiv erhältlich ist) auf Platz 9 direkt vor „Give It To Me“ von Timbaland, Nelly Furtado und Justin Timberlake. In den RnB-Charts sprang er sogar auf Platz 2. Lediglich Rihannas Überflieger „Umbrella“ verkaufte sich häufiger. Damit ließ Neethio sämtliche Neuerscheinungen der Major-Plattenfirmen hinter sich.
Zuletzt machte Neethio Ende März auf sich aufmerksam, als seine Debüt-Single „Spring“ es unter die oberen 60 Plätze der offiziell von Media Control ermittelten Online-Charts schaffte. Damals wie heute agierte der Künstler ausschließlich im „Untergrund“, ohne Unterstützung der großen Medienkanäle, und erkämpfte sich Bekanntheit und Popularität durch ausgefallene Guerilla-Marketing-Aktionen. So verschenkte er beispielsweise bei Live-Konzerten renommierter Stars über 20.000 Promo-CDs mit „Voice-Overdub“-Versionen seiner Songs und gab in den „Unterbrechungen“ bekannt, dass die vollständigen Songs in Online-Portalen heruntergeladen werden können.
Gegen die Selbstvermarktungsinitiative des 28-jährigen verblassen selbst die Ansätze der Web-Community-Seiten wie Myspace, bei denen das Maximalziel für Musiker darin besteht, die Aufmerksamkeit einer großen Plattenfirma auf sich zu lenken und schließlich einen Vertrag zu bekommen. Einen Ausweg aus der Abhängigkeit von den großen Labels, die ihre Künstler üblicherweise mit ein paar Prozenten abspeisen, boten derartige Web-Community-Modelle dagegen nie. Neethios Strategie setzt nun der Revolution im digitalen Musikgeschäft die Krone auf und lässt den Traum ganzer Generationen von Künstlern wahr werden: Faire Bezahlung für die eigene Arbeit, ohne dass der größte Teil der Einnahmen in den Kassen der mächtigen Plattenkonzerne verschwindet. Außerdem verspricht Neethios Ansatz den Newcomern von morgen „künstlerische Freiheit“ – während die bei den großen Plattenfirmen unter Vertrag stehenden Künstler sich häufig mit den teils strikten musikalischen Vorgaben der „Artist&Repertoire“-Manager herum-schlagen müssen.
Ist Neethio der Vorreiter einer Welle von „Independent Artists“ und werden weitere Künstler seinem Beispiel folgend die Charts stürmen, so dürften die großen Plattenfirmen nach mageren letzten Jahren und einem stetigen Absatzrückgang bald schon mit einem weiteren „Problem“ zu kämpfen haben. Ab Dienstag, den 5. Juni, wird „Take My Breath Away“ in allen Online Stores Deutschlands erhältlich sein, während Neethio bereits für den Spätsommer seine dritte Single plant, die dann gemeinsam mit seinem Debüt-Album veröffentlicht werden soll.
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