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Opferfachtag

18.05.200710:02 UhrVereine & Verbände

(openPR) Im Jahr 2006 gab es mindestens sieben gewaltsame Übergriffe im Cruisinggebiet Wallstraße/Webergasse. Sieben Personen suchten Unterstützung im Gerede e.V., wahrscheinlich gab es deutlich mehr Betroffene. Falk- Peter Scholz, Berater für schwule und bisexuelle Jungen und Männer im Gerede e.V., beobachtet die zunehmende Gewalt an schwulen Männern mit Unbehagen. Deshalb rief er am 19.04.2007 zu einem Expertengespräch, an dem sich Mitarbeiter von Opferberatung und Polizei und natürlich das Beraterteam des Gerede e. V. beteiligten.

Wer homophoben Gewaltausbrüchen zum Opfer fällt, hat häufig Angst, Anzeige zu erstatten. Alle am Gespräch Beteiligten waren sich einig im Vorhaben die Opfer zu stärken und zur Anzeige zu ermutigen. Zum Teil gelingt dies bereits. So besteht seitens der Opferberatung des RAA Sachsen e. V. die Möglichkeit, bei der Anzeigenerstattung durch eine Begleitperson unterstützt zu werden. Diese Form von Hilfe sollte jedoch intensiviert und ausgeweitet werden.

Während einer offenen Diskussionsrunde im Anschluß an das Expertengespräch berichteten Opfer über sehr schlechte Erfahrungen im Umgang mit der Polizei, sie fühlten sich im Stich gelassen und hatten selten den Eindruck wirkliche Hilfe zu erfahren. Die Opferschutzbeauftragten Kerstin Weber von der Polizeidirektion Dresden sichert jedoch zu, daß die Polizei Dresden, insbesondere die Opferschutzbeautragte, sensibel mit den Betroffenen umgeht und ihr Image diesbezüglich zu verbessern sucht. Als Vertreterinnen der Polizei machte sie gemeinsam mit der Opferschutzbeauttragten des Landeskriminalamtes deutlich, dass sie als Ansprechpartnerinnen für Betroffene zu Verfügung stehen und mit der Sensibilität der Thematik vertraut sind.

Eine erfolgreiche und bürgernahe Zusammenarbeit zwischen Opferberatung und Polizei muss keine Illusion bleiben. Bastian Finke, für die Opferberatung MANEO in Berlin tätig, zeigte verschiedene Wege zu diesem Ziel auf. Die rege Diskussion brachte die inhaltliche Nähe der unterschiedlichen Standpunkte zutage Und führte zu dem gemeinsamen Wunsch nach stärkerer Zusammenarbeit. Vielleicht wird sogar eine dauerhafte Partnerschaft zwischen den Vertretern der Opfer und der Polizei möglich. In dieser Hinsicht erwies sich das Treffen als richtungsweisend und bietet Anlaß zur Hoffung, dass Opfer von Gewalterfahrungen in Zukunft kompetente Unterstützung finden.

Kontaktmöglichkeit:
Opferberatung des RAA Sachsen e. V.:
- Marianne Thum: Telefonnummer: 0351/ 884174

Landeskriminalamt Sachsen:
- Sylvia Drescher- Stock: Telefonnummer: 0351/ 855- 2226

Polizeidirektion Dresden:
- Opferschutzbeauftragte Kerstin Weber: Telefonnummer: 0351/ 4832325

Gerede e. V.- Beratung:
- Beratung Mädchen und Frauen: Morena Gutte: Telefonnummer:
- 0351/ 8022251
- Beratung Jungen und Männer: Falk- Peter Scholz: Telefonnummer:
- 0351/ 8022251
- Beratung Transgender: Friedrich Hilbert: Telefonnummer: 0351/ 8022251

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