(openPR) „Was die Unternehmen mehr denn je brauchen, ist keine hierarchisch, sondern eine demokratisch organisierte interne Öffentlichkeit ohne Angstkultur. Wo sich Mitarbeiter fürchten, offen ihre Meinung zu sagen, kann keine produktive und menschliche Ping-Pong-Atmosphäre entstehen.“ Diese Analyse verbinden Hermann-Josef Berg (Heidesheim bei Mainz) und Michael Kalthoff-Mahnke (Dortmund) mit der Forderung, die Interne Kommunikation endlich zur Chefsache zu erklären. In ihrem Jahrbuch Interne Kommunikation 2007 treten die erfahrenen Betriebsjournalisten und langjährigen Experten für Interne Kommunikation zudem für ein Ende der „ewigen Zuordnungsdebatte“ ein. Ihr Credo: „Vorausschauende, zukunftsorientierte Unternehmen und Organisationen sind gut beraten, jegliche Kommunikationsaktivität nach drinnen wie draußen - insbesondere auch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Werbung - nicht zuletzt mit der Organisations- und Personalentwicklung zu verzahnen.“
Im betrieblichen Alltag seien Streiter für die Interne Kommunikation gegenwärtig eher Repräsentanten auf der unteren oder mittleren Management-Ebene. Ihr Stellenwert lasse sich damit schon am Gehalt, noch deutlicher am Budget ablesen. In der Regel stünden für die internen Kommunikationsaufgaben nur rund 20 Prozent, für die Vorhaben der Public Relations mit rund 80 Prozent eindeutig mehr zur Verfügung. Schlussfolgerung der Jahrbuch-Herausgeber: „Vorstände oder Geschäftsführer mittelgroßer und großer Unternehmen legen immer noch wesentlich mehr Wert auf die bisweilen eigene Außen- und Marktwirkung. Das positive Meinungsbild nach innen spielt fast durchweg eine untergeordnete Rolle.“ Weil aber Interne Kommunikation zu einem erfolgs- und imagekritischen Faktor geworden sei, müsse sie in die Belle Etage der Unternehmen: ins Top-Management.
Seit Beginn des 21. Jahrhunderts versuchten in den Großunternehmen, die Verantwortlichen für Human Resources wieder zunehmend das Zepter der Personalkommunikation zu schwingen. Diese Ränkekämpfe um den Machtfaktor Information seien schon deshalb überflüssig, weil sich - wie das Gallup-Institut (Leipzig) bereits 2003 herausgefunden haben will - 88 Prozent der deutschen Arbeitnehmer in ihren Unternehmen fremd fühlten. Rund 18 Prozent dieser Mitarbeiter hätten schon den Status der „innerlichen Kündigung“ erreicht. „Hier beginnt es auch betriebswirtschaftlich problematisch zu werden“, sagen die beiden Experten, „weil jeder innerlich gekündigte Mitarbeiter eine um 11.500 Euro pro Jahr niedrigere Produktivität hat.“
Kalthoff-Mahnke und Berg verweisen darauf, dass eine effektive Interne Kommunikation zu einer 30-prozentigen Motivationssteigerung bei den Mitarbeitern führen kann. Als Folge dieser Entwicklung verringere sich auch die Fluktuation (Kündigungen) und werde die Kundenzufriedenheit gesteigert.
Jahrbuch Interne Kommunikation 2007, ISBN 978-3-00-021014-3, 156 Seiten, 35 Euro. Bestellung/Infos unter www.inkom-buch.de









