(openPR) Seevetal, 09.05.2007 – „Führungskräfte führen? Das muss doch nicht sein.“ Häufig ist diese Meinung von Vorgesetzten zu hören. Ein fataler Irrtum, denn Unternehmen, die die zunehmende Komplexität, Internationalisierung und Dynamik erfolgreich mitgestalten wollen, benötigen einen stringenten und transparenten Führungsstil – auch gegenüber ihren Führungskräften.
„Dass Vorgesetzte und ihre Mitarbeiter in der Regel zu wenig miteinander über die erbrachte Arbeitsleistung sprechen, wurde bereits durch zahlreiche Studien untermauert. ‘Nix geschwätzt, ist genug gelobt’, so die Devise. Aber auch auf und zwischen den Führungsebenen setzt sich dieses Verhalten fort. Wenn der „große und der kleine Chef“ miteinander sprechen, geht es in der Regel um Kosten, Kunden und Strategien – Themen der Führung kommen meist zu kurz“, sagt Coach Werner Fleischer. Dabei gibt es viele Fragen, die Manager ihren Führungskräften stellen könnten:
- Wie läuft die Einarbeitung von Frau X?
- Herr Y ist oft krank, wie zufrieden ist er im Team?
- Wer nimmt Ihre Stellvertreter-Funktion wahr?
- Ich habe die Zielvereinbarung gelesen, die Sie mit Herrn V getroffen haben – das
Gespräch schien nicht einfach gewesen zu sein, oder?
- Wie schätzen Sie Ihre Fähigkeit und Bereitschaft zur Delegation ein?
- Wie gehen Sie mit den Widerständen Ihres Teams gegenüber Projekt XY um?
- …
Leider werden solche und andere Fragen viel zu selten gestellt und Rückmeldungen ebenso selten besprochen. Auf diese Weise kommt auf den unteren Führungsebenen die Botschaft an, dass die übergeordnete Führungsebene der Mitarbeiterführung nur geringe Bedeutung beimisst. Feedback und Coaching vom „großen zum kleinen Chef“ finden nicht statt; je weiter oben in der Hierarchie, desto weniger. Führungsfehler werden zu Kavaliersdelikten heruntergespielt. So entstehen „Führungslöcher“, in denen Konflikte nicht erkannt und bearbeitet werden, in denen Potentiale verkümmern und wertvolle aber unzufriedene Mitarbeiter ihrem Schicksal überlassen werden – eine Entwicklung, deren direkte und indirekte Folgekosten unermesslich sind.
Ein wichtiges Instrument unter vielen sind regelmäßig abgehaltene Gespräche zwischen Führungskräften: der sogenannte „jour fixe“. Eine solche Gesprächsroutine in Form ungestörter Vier-Augen-Gespräche sollte lediglich 20-30 Minuten dauern und einmal pro Woche an einem festen Tag mit fester Uhrzeit und Standard-Tagesordnung durchgeführt werden. Mindestens ein Drittel der Zeit wird dabei weichen Führungsthemen gewidmet. Wer diese Kultur der regelmäßigen Kommunikation praktiziert oder kennengelernt hat, weiß sie zu schätzen und möchte sie nicht mehr missen. Das Gespräch wird so zum Medium gegenseitiger Information und Motivation und zum „Transmissionsriemen“ gezielter Führungskräfte-Entwicklung – übrigens lassen sich auch mit Vorgesetzten Verhaltensziele vereinbaren.
Werner Fleischer - Beratung - Coaching - Moderation
Schulstraße 5e
21220 Seevetal









