(openPR) Der 21. April begann für den Geschäftsführer, Dirk Henschke, des Parkeisenbahnvereins Wuhlheide mit einer Hiobsbotschaft - Ein Anruf der Polizei orderte ihn in den Betriebsbahnhof der Schmalspurbahn. Als er dort ankam sah er Feuerwehr, Polizei und Journalisten, die sich um eine niedergebrannte Halle scharten. Die Ermittlungen der Polizei ergaben bis zum heutigen Zeitpunkt keine neue Spuren. Sicher ist nur, dass es sich um Brandstiftung handelte. Die Täter mussten um das Feuer zu legen über eine 3 Meter hohe Mauer klettern, welche auch noch mit Stacheldraht gesichert war um zum Tatort zu kommen. Bei dem Brand sind mehrere Wagen der Parkeisenbahn stark beschädigt worden. Bei drei Wagen sind deren Aufbauten vollständig zerstört worden, weitere Wagen sind schwer beschädigt. Der Sachschaden liegt bei geschätzten 500 - 600.000 Euro .
Besonders schlimm für den Verein ist die Tatsache, dass dieser nicht versichert war, denn eine Versicherung wäre immens teuer gewesen, da die Schmalspurbahn auch noch mit Dampfloks fahren könnte.
Trotz aller Umstände, lassen es sich die Verantwortlichen nicht nehmen mit dem verbliebenen Material den regelmässigen Fahrbahnbetrieb aufrechtuerhalten, wenn auch mit verkürzten Zügen.
Die von Kindern und Jugendlichen unter Anleitung zahlreicher ehrenamtlicher Parkeisenbahner betriebene Eisenbahn ist als Träger freier Jugendhilfe und als gemeinnützige Gesellschaft mbH anerkannt. Die Parkeisenbahn fährt nach einem genauen Fahrplan, wie die große Bahn auch. Die Kinder und Jugendlichen durchlaufen während ihrer Freizeit eine Ausbildung, die ihnen die Funktionen eines Eisenbahnbetriebes näher bringt. Gegründet wurde die Berliner Parkeisenbahn im Jahre 1956. Vorbild für die Gründung von Pioniereisenbahnen waren die Kinder- und Pioniereisenbahnen in der Sowjetunion. Diese Eisenbahnen wurden in den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts mit Entstehung der sowjetischen Jugendbewegung Komsomol in größeren Städten der Sowjetunion ins Leben gerufen.
In der DDR wurde mit der Gründung der Pionierorganisation "Ernst Thälmann" und der Bildung der Jugendorganisation "Freie Deutsche Jugend" (FDJ) ebenfalls der Gedanke geboren bzw. der Gedanke des "großen Bruders" übernommen, Pioniereisenbahnen zu gründen und sie durch junge Pioniere zu betreiben. Am 03. Januar 1956 - zum 80. Geburtstag des ersten Präsidenten der DDR, Wilhelm Pieck - verpflichteten sich die Eisenbahner, den Berliner Kindern eine Pioniereisenbahn im Pionierpark "Ernst Thälmann" zu bauen. In einer kurzen Bauzeit von 6 Monaten schufen über tausend Eisenbahner, die von zahlreichen Berlinern unterstützt wurden, in ehrenamtlichen Einsätzen in der Köpenicker Wuhlheide eine 6,9 km lange Schmalspurbahn mit allem, was zu einer richtigen Eisenbahn dazugehört. Ebenfalls wurden in freiwilligen Arbeitseinsätzen zwei Züge gefertigt. Am 10. Juni 1956 konnte der damalige Verkehrsminister der DDR, Dr. Erwin Kramer, das weiße Band für die sechste Pioniereisenbahn in der DDR durchschneiden
Die Bahn befindet sich im Südosten von Berlin, im 1951 gegründeten Freizeit- und Erholungszentrum Wuhlheide (FEZ).
Der Volkspark Wuhlheide wird von der Treskowallee, der Straße "An der Wuhlheide", dem Berliner Ring (Eisenbahn) und der Eisenbahnmagistrale Berlin - Frankfurt/Oder - Warschau begrenzt.
Spontan erklärte sich DoMReSS eine Life-Rockband, welche Hits von Dire Straits, Eric Clapton, ZZ Top uvm in ihrem Repertoire aufweist , bereit ein Benefiz - Konzert zu Gunsten der Parkeisenbahn zu geben. Dieses fand eine Woche nach dem Brandanschlag direkt im Betriebsbahnhof als mehr als 3-stündige Open-Air Veranstaltung statt. Die Besucher wurden mit einem Sonderzug zu diesem im weiten Areal der Wuhlheide versteckten Bahnhof gebracht und konnten neben guter alter Rockmusik sich an Würstchen, Bulletten und Bratwürsten ebenso laben, wie an Cola, Fanta und Bier. Während der Konzertpause wurde den Zuschauern nochmals angeboten eine komplette Fahrt mit der Parkeisenbahn durch die Wuhlheide zu unternehmen. Für manche auch die einigste Möglichkeit früher die Veranstaltung verlassen zu können, denn wie erwähnt ist der Betriebsbahnhof im weiträumigen Areal versteckt.
Bleibt zu hoffen, dass der Reinerlös des Rockkonzertes die Spendenkassen ebenso auffüllt, wie vielleicht die freie Wirtschaft. Die Parkeisenbahn in der Wuhlheide ist sicherlich eine gelungene Attraktion, welche Kinder und Jugendliche mit sinnvoller Arbeit in deren Freizeit beschäftigt .
Mehr Informationen zur Parkeisenbahn erhalten Sie unter www.parkeisenbahn.de.
Geldspenden werden auch gerne angenommen (es gibt auch eine Spendenquittung). Bankverbindung:
Sparda Bank Berlin (BLZ: 12096597) Konto: 1326600.
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