(openPR) RIVA 1920 verarbeitet ausgediente Pfähle aus der Lagune Venedigs und massive Zedernstämme zu Möbeln mit sichtbaren Materialspuren. Ihre Herkunft prägt die Gestaltung – und erklärt Eigenschaften, die Käufer vor der Auswahl kennen sollten.
Nürnberg. Runde Fraßgänge, ausgewaschene Konturen und unterschiedlich gezeichnete Oberflächen: Das Holz venezianischer Briccole bringt Spuren mit, die bei RIVA 1920 bewusst erhalten bleiben. Die Eichenpfähle dienen in der Lagune als Orientierung für die Schifffahrt und müssen nach ihrer Nutzungszeit ausgetauscht werden. Der italienische Möbelhersteller bereitet das geborgene Material auf und verwendet es für Möbel und Wohnaccessoires. Damit wird die frühere Nutzung des Holzes zum sichtbaren Bestandteil der Einrichtung.
Vom Lagunenpfahl zum bearbeiteten Möbelholz
Die charakteristischen Löcher der Briccole entstehen durch holzbohrende Meeresmuscheln. Bei der Aufbereitung werden diese Strukturen gereinigt, während die besonderen Oberflächenmerkmale erhalten bleiben. Bevor das Holz verarbeitet werden kann, durchläuft es kontrollierte Trocknungsprozesse. Die abschließende Behandlung erfolgt von Hand mit Wachs auf pflanzlicher Basis.
Für die Gestaltung hat dieses Vorgehen eine konkrete Folge: Die Zeichnung des Materials lässt sich nicht beliebig wiederholen. Wer sich für ein Möbel aus Briccola-Holz interessiert, entscheidet sich deshalb auch für sichtbare Unterschiede zwischen einzelnen Stücken. Die Spuren der früheren Nutzung gehören zum Materialkonzept. Die Wiederverwendung ausgedienter Eichenpfähle ist zugleich ein nachvollziehbares Beispiel dafür, wie RIVA 1920 bereits genutztes Holz erneut einsetzt.
Zedernholz: Duft, massive Formen und natürliche Veränderungen
Einen anderen Ausgangspunkt bietet die Zedernholzkollektion. Hier verarbeitet RIVA 1920 Stämme der Libanonzeder, die nach Herstellerangaben durch Naturereignisse gefallen sind oder aus vorgesehenen Fällungen stammen. Das Holz besitzt einen charakteristischen, harzbedingten Duft.
Aus den großen Stammabschnitten entstehen unter anderem Bänke und Hocker. Computergesteuerte Maschinen mit fünf beziehungsweise sechs Achsen arbeiten die Formen heraus. Auf einen mechanischen Schleifvorgang folgt die Fertigstellung von Hand. So lassen sich auch aus massiven Holzblöcken ausgearbeitete Konturen und glatte Oberflächen herstellen.
Für Kaufinteressenten ist besonders das Verhalten des Materials relevant: RIVA 1920 weist bei den unbehandelten Zedernholzmöbeln ausdrücklich auf mögliche Risse und Holzbewegungen hin. Sie entstehen durch die Anpassung an die Umgebungsbedingungen. Das Erscheinungsbild bleibt daher veränderlich – ein Punkt, der bei der Auswahl ebenso berücksichtigt werden sollte wie Form und Abmessungen.
Naturkanten bestimmen auch den Tischentwurf
Wie sich die Eigenschaften des Holzes auf die Konstruktion auswirken, zeigt der Tisch Bedrock Plank C von Terry Dwan. Seine massive Tischplatte besteht aus zwei Planken mit Naturkanten und einer mittigen Fuge. Darunter steht ein geometrisch gestaltetes Eisengestell. Die Konturen des Holzes und die klar gefasste Unterkonstruktion bleiben als unterschiedliche Gestaltungselemente erkennbar.
Der Hersteller nennt für dieses Modell unter anderem Eiche und Nussbaum mit Ästen. Zur Auswahl stehen mehrere Tischlängen. Für die Raumplanung lohnt sich deshalb der Blick auf die konkrete Ausführung: Neben der Länge beeinflussen die natürliche Plattenkontur, die Holzzeichnung und das Gestell den Eindruck des Tisches. Produktfotografien dienen dabei zur Orientierung; natürliche Materialien können in Farbe und Maserung abweichen.
Eine Holztradition aus Cantù
Die Wurzeln von RIVA 1920 liegen in einer 1920 von Nino Romano gegründeten Werkstatt in Cantù in der lombardischen Brianza. Aus dem Handwerksbetrieb entwickelte sich ein Familienunternehmen, dessen Schwerpunkt bis heute die Verarbeitung von Massivholz ist.
Produkte der Marke sind bei der Raum & Form Seidel GmbH über design-kiste.de erhältlich. Die RIVA-1920-Herstellerseite stellt unter anderem Tische, Bänke, Regale und Aufbewahrungsmöbel vor.
Briccole, Zedernstämme und Tischplatten mit Naturkanten zeigen unterschiedliche Wege, Holz zu gestalten. Wer diese Unterschiede kennt, kann bewusster auswählen: Entscheidend ist auch, welche Materialspuren und Veränderungen im eigenen Wohnraum erwünscht sind.


















