(openPR) Vom beweglichen Reflektor bei Le Corbusier bis zur geschwungenen Aluminiumschleife von Arihiro Miyake: Nemo Lighting zeigt unterschiedliche Wege, Licht im Raum zu lenken. Für die Auswahl zählt dabei vor allem, wohin eine Leuchte ihr Licht abgibt.
Nürnberg. Eine Wandleuchte, die nach oben und unten strahlt, erfüllt eine andere Aufgabe als eine Pendelleuchte mit indirektem Licht. Bei Nemo Lighting lässt sich dieser Unterschied an Entwürfen aus verschiedenen Jahrzehnten nachvollziehen. Der 1993 von Franco Cassina in Mailand gegründete Leuchtenhersteller führt historische Gestaltungen und zeitgenössische Entwicklungen in seinem Sortiment zusammen. Dabei bleibt die Beziehung zwischen Konstruktion, Lichtquelle und Raum ein wiederkehrendes Thema.
Historische Entwürfe mit konkreter Lichtaufgabe
Zur „Masters“-Kollektion gehören Leuchten von Le Corbusier, Charlotte Perriand, Vico Magistretti, Franco Albini und Kazuhide Takahama. Die Entwürfe machen unterschiedliche gestalterische Ansätze des 20. Jahrhunderts zugänglich. Parallel arbeitet Nemo mit zeitgenössischen Designern wie Bernhard Osann und Arihiro Miyake zusammen. So stehen innerhalb des Programms bewegliche Leuchten mit sichtbarer Mechanik neben Konstruktionen, deren Lichtquellen in schmale Profile integriert sind.
Ein anschauliches Beispiel ist Le Corbusiers Lampe de Marseille. Ihr Name verweist auf die Unité d’Habitation in Marseille. Die aus Stahl und Aluminium gefertigte Wandleuchte lässt sich ausrichten und gibt direktes sowie indirektes Licht ab. Zwei Lichtquellen übernehmen dabei unterschiedliche Aufgaben; die Ausführung mit Kabel besitzt einen Doppelschalter.
Für die Einrichtung ist diese Konstruktion aufschlussreich: Wer eine solche Leuchte auswählt, sollte beide Lichtanteile berücksichtigen. Neben der beleuchteten Fläche unterhalb des Reflektors gehört auch der nach oben gerichtete Anteil zur Planung. Die Wirkung ergibt sich somit aus dem Zusammenspiel von Leuchte, Montageposition und den umgebenden Flächen.
Kepler: Eine Lichtlinie aus geformtem Aluminium
Bei Kepler von Arihiro Miyake entsteht die Form aus einem anderen konstruktiven Ansatz. Die Kollektion besteht aus lackiertem, stranggepresstem Aluminium. Ein von Nemo entwickeltes dreidimensionales Fertigungsverfahren bringt das Profil in seine durchgehende, geschwungene Form. Als geometrische Grundlage dient das Prinzip des Möbiusbandes. Eine Abdeckung aus opakem Kunststoff verteilt das Licht der linearen LEDs.
Besonders relevant für Käufer ist die Unterscheidung zwischen den angebotenen Downlight- und Uplight-Ausführungen. Bei der einen ist die Lichtabgabe nach unten gerichtet, bei der anderen nach oben. Nemo führt Kepler außerdem mit unterschiedlichen Farbtemperaturen und dimmbarer Technik. Die ähnliche äußere Gestalt kann deshalb mit einer deutlich anderen Lichtaufgabe verbunden sein.
Über einem Tisch und zur indirekten Raumbeleuchtung stellen sich entsprechend unterschiedliche Anforderungen. Vor der Auswahl sollten Lichtverteilung, Abhängung und die vorhandene Steuerung gemeinsam betrachtet werden. Die Modellbezeichnung allein beschreibt noch nicht die vollständige technische Ausführung.
Crown: Der Kronleuchter als verzweigte Struktur
Mit Crown greifen Jehs + Laub das Prinzip des mehrarmigen Kronleuchters auf. Die von Schneeflocken inspirierte Kollektion arbeitet mit einer modular aufgebauten Struktur. Bei Crown Magnum treffen Aluminium und Glas aufeinander; zahlreiche einzelne Lichtstellen verteilen sich über die verzweigte Konstruktion.
Damit unterscheidet sich der Entwurf deutlich von Keplers durchgehender Lichtlinie. Bei der Planung rücken die räumliche Ausdehnung und die Anordnung der einzelnen Lichtpunkte in den Vordergrund. Auch die Dimmbarkeit verdient einen genauen Blick: Für Crown Magnum nennt Nemo eine Abhängigkeit vom verwendeten Leuchtmittel. Eine vorhandene Dimmung sollte daher mit der vorgesehenen Bestückung abgestimmt werden.
Produkte von Nemo Lighting sind bei der Raum & Form Seidel GmbH über design-kiste.de erhältlich. Die Markenseite zu Nemo Lighting stellt unter anderem Crown, Kepler und weitere Leuchtenfamilien vor.
Die Gegenüberstellung der Entwürfe zeigt, weshalb sich Leuchten anhand ihrer Lichtwirkung vergleichen lassen sollten. Beweglicher Reflektor, geschlossene Lichtlinie oder verzweigter Leuchtenkörper führen zu unterschiedlichen Möglichkeiten im Raum. Wer diese Unterschiede kennt, kann die Gestaltung gezielter mit der gewünschten Beleuchtung verbinden.
















