(openPR) Zweiter Platz beim ACE Lab Data Recovery Contest 2026: 030 Datenrettung stellt mit der Wiederherstellung einer extrem überhitzenden, zunächst vollständig ausgefallenen NVMe-SSD seine technische Expertise unter Beweis.
Berlin, 13. Oktober 2026 – Kein Lebenszeichen, keine Verbindung zum Controller, extreme Hitzeentwicklung: Die Ausgangslage einer schwer beschädigten NVMe-SSD ließ zunächst kaum Möglichkeiten für eine erfolgreiche Datenrettung erkennen. Dennoch gelang es der 030 Datenrettung Berlin GmbH, durch eine Kombination aus mikroelektronischer Bearbeitung, gezielter Kühlung und hochspezialisierter Datenrettungstechnologie wieder Zugriff auf den Speicher zu erhalten.
Für diesen außergewöhnlichen Fall erhielt Geschäftsführer Martin Schauerhammer beim internationalen ACE Lab Data Recovery Contest 2026 den zweiten Platz. Die Auszeichnung wurde während der ACE Lab Tech Week vom 7. bis 10. Oktober im spanischen Alicante verliehen.
Eine NVMe-SSD, die keinerlei Reaktion mehr zeigte
Der Wettbewerbsfall begann mit einer vollständig ausgefallenen 1-TB-NVMe-SSD aus einem Notebook. Auf dem Datenträger befand sich ein mit Microsoft BitLocker verschlüsselter Datenbestand.
Bei der ersten Untersuchung zeigte die SSD keinerlei reguläre Kommunikation mit dem Hostsystem. Selbst die grundlegende PCIe-PHY-Verbindung konnte nicht hergestellt werden. Eine elektronische Überprüfung ergab zunächst keine offensichtliche Ursache, die sich durch den Austausch eines einzelnen Bauteils hätte beheben lassen.
Erschwerend kam die besondere Bauform hinzu: Bei der untersuchten SSD waren NAND-Flash-Speicher und Controller in einem gemeinsamen monolithischen Baustein integriert.
Anders als bei konventionell aufgebauten SSDs lassen sich bei einer solchen Konstruktion die zentralen Komponenten nicht ohne Weiteres voneinander trennen. Auch der direkte Zugriff auf den Flash-Speicher stellt erheblich höhere Anforderungen an die technische Bearbeitung.
Der erste Durchbruch – und ein neues Problem
Durch eine gezielte Reflow-Behandlung des monolithischen Speicherbausteins konnte die SSD wieder zur Kommunikation bewegt werden. Damit war allerdings erst die erste Hürde überwunden.
Der anschließende Zugriff auf den Nutzdatenbereich erwies sich als extrem instabil. Bereits während der ersten Leseversuche entwickelte der Speicherbaustein außergewöhnlich hohe Temperaturen. Wiederholte Kommunikationsabbrüche und fehlgeschlagene Lesezugriffe machten deutlich, dass ein herkömmlicher Imaging-Prozess nicht zum Ziel führen würde.
Das weitere Vorgehen musste deshalb vollständig auf das ungewöhnliche Verhalten dieses konkreten Datenträgers abgestimmt werden.
Peltier-Kühlung und hochpräzise Datenextraktion
Um die thermische Belastung zu kontrollieren, entwickelte das Datenrettungslabor eine spezielle Kühlung auf Basis eines Peltier-Elements.
Ein Peltier-Element ermöglicht es, Wärme durch einen elektrisch erzeugten Temperaturunterschied gezielt von einem Bauteil abzuführen. In Verbindung mit einer geeigneten Wärmeabfuhr konnte die Temperatur des betroffenen Speicherbausteins so beeinflusst werden, dass kontrollierte Leseversuche unter verbesserten Bedingungen möglich wurden.
Für die eigentliche Datenextraktion kam die professionelle PC-3000-Portable-Technologie von ACE Lab zum Einsatz. Die Leseparameter wurden individuell an das Verhalten des beschädigten Controllers angepasst.
Anfangs war ein Zugriff nur mit kleinsten Datenblöcken möglich. Teilweise musste die SSD Sektor für Sektor ausgelesen werden. Durch kontinuierliche Beobachtung des Datenträgerverhaltens und schrittweise Anpassung der Strategie ließ sich die Stabilität später verbessern und die Auslesegeschwindigkeit erhöhen.
Dabei stand stets im Vordergrund, die verbliebene Funktionsfähigkeit des beschädigten Speichermediums möglichst effektiv für die Sicherung der Nutzdaten einzusetzen.
Die zusätzliche BitLocker-Verschlüsselung erhöhte die Anforderungen an ein vollständiges, konsistentes Datenabbild. Schließlich genügt es bei verschlüsselten Datenträgern nicht, lediglich einzelne Dateifragmente aus dem NAND-Speicher zu extrahieren.
Internationale Auszeichnung für technische Problemlösung
ACE Lab hatte für den Data Recovery Contest 2026 weltweit professionelle PC-3000-Anwender dazu aufgerufen, besonders schwierige und außergewöhnliche Datenrettungsfälle einzureichen.
Im Mittelpunkt des Wettbewerbs standen schwerwiegende physische Schäden und Datenrettungen, die durch technische Erfahrung, innovative Lösungsansätze und den gezielten Einsatz professioneller Datenrettungswerkzeuge ermöglicht wurden.
Die eingereichten Fälle mussten öffentlich dokumentiert und durch technische Informationen sowie geeignetes Bildmaterial nachvollziehbar gemacht werden.
Der von Martin Schauerhammer eingereichte Fall überzeugte und wurde mit dem zweiten Platz ausgezeichnet. Als Preis erhielt er ein Jahr technischen Support von ACE Lab.
„Der besondere Reiz dieses Falls lag darin, dass keine einzelne Maßnahme das Problem lösen konnte. Erst die Kombination aus mikroelektronischem Eingriff, Temperaturkontrolle und einer über viele Ausleseschritte angepassten Recovery-Strategie führte zum Erfolg. Dass diese Arbeit bei einem internationalen Fachwettbewerb ausgezeichnet wurde, bedeutet uns viel“, erklärt Schauerhammer.
Warum moderne SSDs besonders anspruchsvoll sind
Der Fall verdeutlicht eine Entwicklung, die professionelle Datenrettungslabore zunehmend beschäftigt: Moderne SSDs bieten zwar hohe Geschwindigkeiten und Speicherkapazitäten, ihre internen Architekturen werden jedoch immer komplexer.
Controller, NAND-Speicher, Firmware, interne Adressübersetzung und Verschlüsselungsfunktionen bilden eine eng miteinander verbundene Einheit. Fällt eine entscheidende Komponente aus, kann der Zugriff auf den gesamten Datenbestand schlagartig verloren gehen.
Selbst physisch intakte Flash-Speicher garantieren daher nicht, dass gespeicherte Daten ohne den ursprünglichen Controller oder die erforderlichen Firmware-Informationen rekonstruiert werden können.
„Bei einem solchen Schaden entscheidet häufig die erste fachgerechte Diagnose darüber, welche Möglichkeiten überhaupt noch bestehen. Unkontrollierte Einschaltversuche, thermische Belastung oder ungeeignete Reparaturmaßnahmen können den Zustand weiter verschlechtern“, erläutert Schauerhammer.
Technologischer Austausch auf der ACE Lab Tech Week 2026
Im Rahmen der Tech Week tauschten sich internationale Datenrettungsspezialisten über aktuelle Entwicklungen bei SSDs, Festplatten, Flash-Speichern und RAID-Systemen aus.
Zu den vorgestellten Schwerpunkten gehörten verbesserte Verfahren zur Rekonstruktion beschädigter SSD-Firmware, neue Möglichkeiten beim Umgang mit hardwareverschlüsselten Laufwerken sowie die Bearbeitung physisch beschädigter monolithischer Speicherbausteine.
Die Auszeichnung beim Data Recovery Contest bildet für 030 Datenrettung damit nicht nur einen besonderen Unternehmenserfolg, sondern bestätigt auch die Bedeutung der kontinuierlichen technischen Spezialisierung in einem zunehmend anspruchsvollen Arbeitsgebiet.


Die 030 Datenrettung Berlin GmbH ist auf professionelle Datenrettung von HDDs, SSDs, Flash-Speichern sowie komplexen RAID-, NAS- und Serversystemen spezialisiert. Das Unternehmen verfügt über moderne Datenrettungstechnologie, spezialisierte Elektronikarbeitsplätze und Reinraum-Arbeitsplätze der ISO-Klasse 3.











