(openPR) Stiefenhofen/Allgäu, 01.10.2026 – Mit „Made with Love in Allgäu“ entsteht eine Initiative, die kleine Manufakturen zusammenbringen, Synergien bündeln und gemeinsam neue Möglichkeiten entwickeln will.
Im Allgäu entstehen in kleinen Werkstätten, Ateliers, Manufakturen und Sennereien besondere Produkte mit eigener Handschrift. Dahinter stehen Menschen mit handwerklichem Können, Erfahrungen, Kontakten und Ideen. „Made with Love in Allgäu“ möchte diese Potenziale zusammenbringen. Nicht mit einer fertigen Marke, unter der sich nun möglichst viele versammeln sollen, sondern mit einer Einladung an Menschen und Betriebe aus dem Allgäu, gemeinsam herauszufinden, was sie verbindet und wo Zusammenarbeit sinnvoll sein kann.
Initiator ist Daniel Köpf, Gründer der Allgäuer Holztiere in Stiefenhofen. Bevor er selbst den Schritt in die handwerkliche Produktion wagte, arbeitete er viele Jahre als Marketingberater und Geschäftsführer einer Werbeagentur. Der Wechsel von der Beratung an die eigene Werkbank habe seinen Blick auf Marken, Vermarktung und die Bedürfnisse kleiner Manufakturen verändert.
„Vieles, was aus Marketingsicht völlig logisch erscheint, sieht anders aus, wenn man anschließend selbst in der Werkstatt steht und es organisieren, umsetzen und auch bezahlen muss“, sagt Köpf.
Viele kleine Manufakturen, viele gemeinsame Möglichkeiten
In kleinen Manufakturen endet die Arbeit selten mit der Herstellung des Produkts. Die Menschen dahinter entwickeln und produzieren, beschaffen Material, kalkulieren Preise, kümmern sich um Kommunikation und Vertrieb, verkaufen, verpacken und versenden. Viele Aufgaben, die in größeren Unternehmen auf unterschiedliche Bereiche verteilt sind, liegen hier in wenigen Händen. Gleichzeitig verfügt jeder Betrieb über eigene Erfahrungen, Fähigkeiten, Kontakte und Wissen.
Genau hier setzt Made with Love in Allgäu an. Erfahrungen sollen geteilt, Wissen weitergegeben und Synergien gebündelt werden. Denkbar sind gemeinsame Aktivitäten in Kommunikation und Vermarktung, Kooperationen zwischen Betrieben, gemeinsame Projekte oder eine stärkere Zusammenarbeit mit Handel und Tourismus.
„Gemeinsam können wir mehr möglich machen und die Sichtbarkeit besonderer Produkte aus dem Allgäu erhöhen“, sagt Köpf.
Denn nicht jede Manufaktur muss dieselben Erfahrungen selbst sammeln oder ähnliche Herausforderungen immer wieder allein lösen. Aus individuellen Erfahrungen kann gemeinsames Wissen entstehen, aus Kontakten können neue Verbindungen und aus einzelnen Ideen gemeinsame Vorhaben werden.
Hilfe zur Selbsthilfe
Made with Love in Allgäu versteht sich als Hilfe zur Selbsthilfe aus der Praxis für die Praxis. Ein Netzwerk werde nicht dadurch erfolgreich, dass es jemand gründet, sondern wenn die Beteiligten darin einen Nutzen erkennen und es selbst mit Leben füllen.
Deshalb sollen die Bedürfnisse kleiner Manufakturen nicht vorab definiert werden. Zunächst geht es darum zu verstehen, welche Themen sie tatsächlich beschäftigen und wo gemeinsames Handeln einen Mehrwert schaffen kann.
Als Wettbewerb zu bestehenden Marken, Netzwerken und Initiativen versteht Köpf das Vorhaben ausdrücklich nicht. Made with Love in Allgäu möchte bestehende Angebote nicht ersetzen, sondern um eine Perspektive ergänzen, die unmittelbar aus dem Alltag kleiner Manufakturen kommt.
„Wir wollen nichts ersetzen, was bereits gut funktioniert. Wir möchten dort ansetzen, wo wir als kleine Manufakturen selbst Erfahrungen, Bedürfnisse und Ideen mitbringen. Und wenn sich daraus Verbindungen zu bestehenden Initiativen, Handel, Tourismus oder anderen Partnern ergeben, umso besser.“
Auch Förderprogramme können dabei eine Rolle spielen. Vor allem gemeinsame Projekte können Möglichkeiten eröffnen, die für einzelne kleine Betriebe nur schwer zugänglich sind. Fördermittel sollen dabei jedoch nicht zum Selbstzweck werden, sondern aus sinnvollen gemeinsamen Vorhaben heraus entstehen.
Was verbindet handgefertigte Produkte aus dem Allgäu?
Hinter den konkreten Möglichkeiten der Zusammenarbeit steht eine grundlegendere Frage: Was verbindet handgefertigte Produkte aus dem Allgäu eigentlich? Ist es ihre Herkunft, die Art ihrer Herstellung, ein gemeinsames Verständnis von Qualität, persönliche Verantwortung oder die Beziehung der Menschen zu ihrer Region?
„Wir wollen nicht festlegen, was handgefertigte Produkte aus dem Allgäu ausmacht. Wir wollen es gemeinsam herausfinden“, erklärt Köpf.
Langfristig soll daraus auch eine gemeinsame Identität und Marke entstehen, die auf Produkten und Verpackungen, an Verkaufsstellen und in der Kommunikation sichtbar werden kann. Der entscheidende Unterschied liegt für Köpf im Weg dorthin: Nicht zuerst eine Marke entwickeln und anschließend Menschen suchen, die zu ihr passen. Sondern zuerst Menschen zusammenbringen, Gemeinsamkeiten verstehen und daraus eine Marke entwickeln, die zu ihnen passt.
Erst verstehen, dann gestalten
Deshalb folgt Made with Love in Allgäu zunächst einem einfachen Prinzip: Zuhören, analysieren, verstehen und gemeinsam weiterdenken. Ein Fragebogen erfasst derzeit Erfahrungen, Bedürfnisse und Ideen von Menschen aus Allgäuer Manufakturen. Die ersten Rückmeldungen sind bereits eingegangen. Bis zum Jahresende sollen weitere hinzukommen.
Über den Winter werden die Antworten ausgewertet. Dabei geht es nicht einfach darum, Mehrheiten zu zählen, sondern Zusammenhänge zu erkennen: Wo gibt es ähnliche Erfahrungen? Welche Themen tauchen wiederholt auf? Wo ergänzen sich Wissen und Kontakte und welche gemeinsamen Ideen zeichnen sich ab? Im Frühjahr 2027 sollen die Erkenntnisse gemeinsam mit den Beteiligten weiterentwickelt werden. Welche Kooperationen können entstehen? Welche gemeinsamen Aktivitäten sind sinnvoll? Welche Projekte könnten gemeinsam umgesetzt werden? Und welches gemeinsame Verständnis könnte Grundlage einer Identität für handgefertigte Produkte aus dem Allgäu sein?
Welche konkrete Form Made with Love in Allgäu langfristig annehmen wird, bleibt bewusst offen. Erste Ideen gibt es, die Antworten sollen jedoch gemeinsam entstehen.
Start mitten in der Weihnachtsproduktion
Für Köpf beginnt ausgerechnet jetzt die arbeitsintensivste Phase des Jahres. In seiner Werkstatt werden die Bestände für das Weihnachtsgeschäft aufgefüllt, Ende November kommt für die Allgäuer Holztiere der Weihnachtsmarkt in Bad Hindelang hinzu.
„Ich habe mit der Weihnachtsproduktion gerade alle Hände voll zu tun. Aber wir müssen jetzt noch keine Organisation aufbauen oder Veranstaltungen planen. Der erste Schritt braucht vor allem Vertrauen und Zeit. Wir müssen die richtigen Menschen finden und ihnen zuhören.“
Während in Stiefenhofen Holztiere entstehen, kann so parallel ein Kreis aus Menschen, Erfahrungen und Ideen wachsen, aus dem im Frühjahr 2027 der nächste Schritt entstehen soll.
Manufakturen aus dem Allgäu gesucht
Angesprochen sind Menschen, die im Allgäu eigene Produkte entwickeln und herstellen. Ob Holzwerkstatt, Töpferei, Weberei, Goldschmiede oder Sennerei, ob Textilien, Papier, Leder, Lebensmittel oder andere Materialien: Entscheidend ist nicht das Gewerk, sondern dass besondere Produkte im Allgäu entstehen.
Gesucht werden Macherinnen und Macher, die ihre Erfahrungen und Ideen einbringen und gemeinsam herausfinden möchten, wo sich Synergien und neue Möglichkeiten ergeben.
„Wenn daraus etwas Relevantes entstehen soll, darf es nicht meine Initiative bleiben. Sie muss breit getragen und gemeinsam gestaltet werden“, sagt Köpf.
Dass der Ausgang dabei offenbleibt, gehört für ihn zum Konzept:
„Und falls sich am Ende zeigt, dass daraus nichts wird? Auch das gehört zum Prozess und ist ebenfalls eine Antwort. Das ist mir lieber als die nächste Marke, die am Bedarf vorbei hochgezogen wird und mit wehenden Fahnen in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.“
Manufakturen aus dem Allgäu gesucht
Für die weitere Entwicklung von Made with Love in Allgäu werden Macherinnen und Macher gesucht, die im Allgäu eigene Produkte entwickeln und herstellen. Über einen kurzen, unverbindlichen Fragebogen können sie ihre Erfahrungen, Bedürfnisse und Vorstellungen einbringen. Die Rückmeldungen werden über den Winter ausgewertet und sollen im Frühjahr 2027 gemeinsam weitergedacht werden.
Informationen und Fragebogen: www.MadeWithLoveInAllgaeu.de















