openPR Recherche & Suche
Presseinformation

EU-Vergabe darf den Mittelstand nicht ausbremsen!

(openPR) Der ZBI plädiert für ein europäisches Vergaberecht, das Qualität sichert, Wettbewerb stärkt und den Mitgliedstaaten ausreichend Raum für die Besonderheiten ihrer Märkte und Leistungen lässt.

ZBI fordert faire Wettbewerbsbedingungen und Qualität bei Ingenieur- und Planungsleistungen



Berlin, 30. September 2026 - Der Zentralverband der Ingenieurvereine ( ZBI ) sieht den Entwurf der Europäischen Kommission für ein neues Public Procurement Act (PPA) kritisch und regt wesentliche Verbesserungen im Interesse des Mittelstands sowie der Ingenieur- und Planungsberufe an. Im Mittelpunkt stehen mehr nationale Gestaltungsspielräume, faire Wettbewerbsbedingungen und eine stärkere Berücksichtigung von Qualität anstelle eines einseitigen Preiswettbewerbs. "Europa braucht gemeinsame Vergaberegeln - aber keine Einheitsvergabepolitik. Gerade bei komplexen geistigen, technischen und planerischen Leistungen muss das Vergaberecht Qualität, fachliche Unabhängigkeit und einen fairen Wettbewerb ermöglichen", erklärt ZBI-Präsident Wilfried Grunau.

Richtlinienansatz statt starrer Vereinheitlichung

Die geplante Reform bietet aus Sicht des ZBI durchaus Chancen - etwa für mehr Klarheit, Digitalisierung, Transparenz und eine stärkere Qualitätsorientierung. Kritisch bewertet der Verband jedoch den vorgesehenen Systemwechsel von den bisherigen EU-Vergaberichtlinien zu einer unmittelbar geltenden europäischen Verordnung. Eine solche Verordnung könnte zwar zu einer stärkeren Vereinheitlichung und damit zu mehr Rechtssicherheit beitragen. Fraglich sei jedoch, ob eine vollständige Harmonisierung bei allen Beschaffungsarten tatsächlich einen zusätzlichen Nutzen für den europäischen Binnenmarkt bringe. Dies gelte insbesondere für Ingenieur- und Planungsleistungen, die durch nationale Bau-, Planungs- und Berufsrechte sowie unterschiedliche Verwaltungsstrukturen geprägt seien. Aufgrund ihrer fachlichen, rechtlichen und regionalen Besonderheiten seien diese Leistungen zudem nur eingeschränkt grenzüberschreitend handelbar.

Der ZBI spricht sich deshalb dafür aus, den bisherigen Richtlinienansatz als Alternative zum Verordnungsmodell ernsthaft zu prüfen. Sollte die Europäische Kommission am Verordnungsansatz festhalten, müssten nationale Gestaltungsspielräume ausdrücklich und rechtssicher gewährleistet werden.

Mittelstand und Qualität stärken

Besondere Bedeutung haben für den ZBI praxistaugliche Regelungen für kleine und mittlere Unternehmen. Anforderungen an Qualifikation, Referenzen, Personal, Finanzkraft und Dokumentation müssten verhältnismäßig und auf die jeweilige Aufgabe zugeschnitten sein. Auch Bietergemeinschaften und Kooperationen sollten erleichtert werden.

Darüber hinaus fordert der Verband, das Prinzip der Fach- und Teillosvergabe zu sichern und zu stärken. Integrierte Beschaffungsmodelle dürften nicht zum Regelfall werden, wenn dadurch unabhängige Planungsleistungen und die Beteiligung spezialisierter mittelständischer Unternehmen erschwert würden.

"Planungs- und Ingenieurleistungen lassen sich nicht allein über den Preis bewerten. Entscheidend sind auch die Qualität der Lösung, die Erfahrung des Teams, die Methodik und die langfristigen Auswirkungen auf Kosten, Termine und Projektrisiken", so Grunau.

Planungswettbewerbe und geistige Vorleistungen absichern

Der ZBI setzt sich zudem für eine rechtssichere Verankerung von Planungswettbewerben ein. Diese sollten als eigenständiges Instrument erhalten und durch klassische, kooperative sowie dialogorientierte Verfahren weiterentwickelt werden. Ebenso müsse die Vergütung geistiger Vorleistungen und von Lösungsvorschlägen angemessen geregelt werden. Dies gelte insbesondere dann, wenn Auftraggeber entsprechende Konzepte auch ohne spätere Auftragserteilung weiterverwenden könnten. Weitere Verbesserungen sieht der ZBI bei der Digitalisierung, der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien, der Ausgestaltung integrierter Beschaffungsmodelle sowie bei Zahlungsfristen und der Verteilung von Projektrisiken. Die Regelungen müssten für Unternehmen unterschiedlicher Größe praktikabel sein und dürften keine zusätzlichen bürokratischen Hürden schaffen.

Der ZBI plädiert damit für ein europäisches Vergaberecht, das Qualität sichert, Wettbewerb stärkt und den Mitgliedstaaten ausreichend Raum für die Besonderheiten ihrer Märkte und Leistungen lässt.

Die vollständige Stellungnahme steht unter https://t1p.de/noypm zur Verfügung.


Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1325085
 71

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „EU-Vergabe darf den Mittelstand nicht ausbremsen!“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von ZBI - Zentralverband der Ingenieurvereine e. V.

Berlin: Sicherung der Infrastruktur in Deutschland
Berlin: Sicherung der Infrastruktur in Deutschland
Um Deutschlands Infrastruktur zu sichern, sind entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Zur Infrastruktur zählen unter anderem die Energie- und Wasserversorgung, der Verkehr und die Krankenhäuser. Deren Ausfall durch Naturereignisse oder kriminelle Aktivitäten führt zu nachhaltig wirkenden Versorgungsengpässen und zu erheblichen Störungen der öffentlichen Sicherheit. Infolgedessen muss die Infrastruktur in Deutschland gegen Naturkatastrophen, besonders schwere Unglücksfälle, Sabotagehandlungen, terroristische Anschläge und sonstige vergleichbar…
Bild: Ingenieurnachwuchs stärken: ZBI will früher ansetzen
Ingenieurnachwuchs stärken: ZBI will früher ansetzen
Das berufliche Gymnasium für Ingenieurwissenschaften ist aus der Sicht des ZBI ist ein moderner, interdisziplinärer und bundesweit zugänglicher Weg in ein technisches Studium. Bundestagsgespräch über ein bundesweites Profil "Ingenieurtechnik" am beruflichen Gymnasium Berlin, 15. September 2026 - Deutschland braucht dringend mehr Ingenieurinnen und Ingenieure. Doch während die Herausforderungen von Energiewende, Klimaanpassung, Infrastruktur und industrieller Transformation wachsen, gehen die Studienanfängerzahlen in wichtigen technischen Be…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Vergaberecht für EU-geförderte Projekte
Vergaberecht für EU-geförderte Projekte
Praxisseminar, 26. - 27. August 2013, Berlin Die Anwendung von vergaberechtlichen Vorschriften ist immer noch problematisch. Laut Prüfungen der Europäischen Kommission bezüglich der Verwendung öffentlicher Fördermittel aus Strukturfonds liegen die häufigsten Unregelmäßigkeiten in der Anwendung der gemeinschaftlichen Rechtsvorschriften für die Vergabe öffentlicher Aufträge. Es sind die für die Verwaltung, Bescheinigung und Abrechnung von EU-Fördermitteln zuständigen Behörden, die eine große Verantwortung dafür tragen, dass die nationalen un…
Initiative Deutscher Mittelstand bringt Vertreter des Mittelstands an einen Tisch
Initiative Deutscher Mittelstand bringt Vertreter des Mittelstands an einen Tisch
Die Initiative Deutscher Mittelstand positioniert sich noch stärker als Sprachrohr des breiten Mittelstandes in Deutschland und plant für 2008 eine gemeinsame Aktion mit verschiedenen Mittelstandsvertretungen. Berlin, 31.Oktober 2007 - Die Initiative Deutscher Mittelstand positioniert sich noch stärker als Sprachrohr des breiten Mittelstandes in Deutschland. …
Europa muss die Sprache seiner Bürger sprechen -KKV begrüßt Initiative der Bundesländer für deutsche Sprache
Europa muss die Sprache seiner Bürger sprechen -KKV begrüßt Initiative der Bundesländer für deutsche Sprache
… seiner Sprache zu erhalten. „Wer die Sprachenvielfalt ignoriert, grenzt aus und benachteiligt“, so Krapp. Besonders sensibel sei dies, wenn es etwa um Fördergelder für den Mittelstand oder soziale Projekte gehe“. Aber auch die Akzeptenz der Europäischen Union in der Bevölkerung könne man nur steigern, „wenn Europa auch unsere Sprache spricht“. Das Gegenteil …
Bild: Vergaberecht für EU-geförderte Projekte -Rechtssichere Anwendung & Tipps für die Praxis-
Vergaberecht für EU-geförderte Projekte -Rechtssichere Anwendung & Tipps für die Praxis-
Die für die Verwaltung, Bescheinigung und Abrechnung von EU-Fördermitteln zuständigen Behörden tragen große Verantwortung dafür, dass die nationalen und europäischen vergaberechtlichen Vorschriften bei EU-Projekten rechtmäßig umgesetzt werden. Die Europäische Kommission prüft die Erfüllung der Vergabevorschriften sehr genau. In diesem Praxisseminar efahren die Teilnehmer unter anderem: • Was sind „Brennpunkte“ im Zusammenspiel zwischen Vergabe- und Zuwendungsrecht? • Wie sieht der Prüfpfad für die Einhaltung vergaberechtlicher Regelungen bei…
PROBIS Expert auf der Plattform des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Planen und Bauen
PROBIS Expert auf der Plattform des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Planen und Bauen
- PROBIS präsentiert sich mit einem Online-Seminar auf der Plattform des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Planen und Bauen - Potenziale des digitalen Monitorings - Baumonitoring in Zeiten neuer ESG-Richtlinien Starnberg, 8. Oktober 2020. Am 24. September fand die erste Folge der Online-Seminarreihe „Digitalisierung und Projektentwicklung“ des Mittelstand …
Vergaberecht - Streitfragen zur Reform der VOB/A
Vergaberecht - Streitfragen zur Reform der VOB/A
… seiner Vorstandssitzung vom 18. Mai 2009 entschieden, dass die VOB/A eine entsprechende Regelung zum Ausschluss gemeinnütziger Unternehmen nicht enthalten werde. II. Mittelstandsklausel Die Bauwirtschaft ist in Deutschland mittelständisch geprägt. Der Mittelstand beschäftigt über 80 % der gewerblichen Arbeitnehmer. Um zu vermeiden, dass dem Mittelstand …
74.000 gegrabbte .eu - Domains sollen wieder neu vergeben werden
74.000 gegrabbte .eu - Domains sollen wieder neu vergeben werden
… fügt aber gleich an, dass circa weitere 200.000 .eu Domainnamen mit ähnlichen systematischen Methoden erschlichen wurden und dass es jetzt an der Zeit ist die ganze .eu-Vergabe zu untersuchen um diese Missstände aufzudecken und in der Folge die Vergabe der betroffenen Domains rückgängig zu machen und an die Allgemeinheit neu zu vergeben. Viele Unterstützer …
direct/ EUROFORUM Deutschland GmbH: EU-Leitlinie verschärft faktisch das Vergaberecht
direct/ EUROFORUM Deutschland GmbH: EU-Leitlinie verschärft faktisch das Vergaberecht
… anderem Prof. Horst Franke (Heiermann Franke Knipp), Norbert Portz (Deutscher Städte- und Gemeindebund) sowie Dr. Tobias Traupel (Ministerium für Wirtschaft, Energie und Mittelstand des Landes NRW) und Marion Birnfeld (Rechnungsprüfungsamt Velbert). Der Umgang mit PPP-Projekten wird hier ebenso thematisiert wie Fragen der Korruption und Ausschreibungsbedingungen. …
.eu-Domainvergabe wird kritisiert, zuviel generische Domains vergeben
.eu-Domainvergabe wird kritisiert, zuviel generische Domains vergeben
… 1.675 Mitgliedern kritisiert die akutell noch laufende .eu-Domainvergabe und ruft eine informative Unterschriftenseite www.eudomaindesaster.org ins Leben, mit dem Ziel die .eu-Vergabe noch zu stoppen und eine Wiederholung herbeizuführen. Domainforum.info schildert, dass die besten und sehr wertwollen Domainnamen wir hotels.eu, shopping.eu, cars.eu, phone.eu, …
Bild: Fröhlich ist neuer Präsident der Europäischen Franchise-FöderationBild: Fröhlich ist neuer Präsident der Europäischen Franchise-Föderation
Fröhlich ist neuer Präsident der Europäischen Franchise-Föderation
… profitieren gut strukturierte Franchise-Systeme in ganz Europa", sagt Fröhlich nach seiner Wahl. "Wir machen uns stark für mehr Chancen im Mittelstand und fördern die wachsende Franchise-Wirtschaft, um das Know-how europaweit nutzbar zu machen." Franchise-Kooperationen setzen gezielt auf Internationalisierung. Franchise-Unternehmen vergeben sogenannte …
Sie lesen gerade: EU-Vergabe darf den Mittelstand nicht ausbremsen!