(openPR) Beim Schlafsessel Acca von Campeggi wird nicht nur aus dem Sitzplatz ein Bett. Auch das abgenommene Sitzkissen erhält eine neue Aufgabe: Mit eigenen Füßen ausgestattet, dient es als gepolsterter Nachttisch. Der Entwurf von Giulio Manzoni zeigt, wie der italienische Hersteller Verwandlung versteht: Nicht allein die Liegefläche zählt, sondern auch, was beim Umbau mit den übrigen Bestandteilen geschieht.
Veränderung als Entwurfsprinzip
Campeggi beschäftigt sich seit 1959 mit Schlafsofas. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Anzano del Parco in der Provinz Como. Sein Programm umfasst heute Sofas, Schlafsessel, Hocker und weitere multifunktionale Entwürfe. Bewegung und veränderbare Nutzung gehören zum erklärten Gestaltungsansatz: Ein Möbel soll sich unterschiedlichen Situationen anpassen lassen, statt dauerhaft nur eine Aufgabe zu erfüllen.
Wie weit dieser Gedanke reicht, zeigt die Zusammenarbeit mit Vico Magistretti. Die Vico Collection widmet sich 18 Entwürfen, die Campeggi zwischen Mitte der 1990er- und Mitte der 2010er-Jahre produzierte und schrittweise wieder auflegt. Dazu gehören auch eine zusammenklappbare Garderobe und ein mobiles Bücherregal. Die Beschäftigung mit veränderbaren Möbeln beschränkt sich bei Campeggi also nicht auf die Frage, wo nachts geschlafen wird.
Ein Sessel mit Platz für Bettwäsche
Acca lässt sich als Sessel, Chaiselongue oder Einzelbett nutzen. Aus der kompakten Sitzform entsteht eine Liegefläche von 75 × 204 Zentimetern. Rollen erleichtern das Verschieben, während der Stauraum unter dem Sitz Bettwäsche aufnehmen kann. Der Aufbau besteht aus einem Stahlgestell mit einer Polsterung aus Polyurethanschaum und Polyesterwatte; der Bezug ist abnehmbar.
Der Entwurf berücksichtigt damit Aufgaben, die beim Einrichten eines Gästeplatzes leicht getrennt voneinander betrachtet werden: das Sitzen am Tag, das Liegen in der Nacht, eine Ablage neben dem Bett und die Unterbringung der Bettwäsche. Diese Funktionen sind hier aufeinander abgestimmt, statt jeweils ein zusätzliches Möbel vorauszusetzen.
Kissen abnehmen – oder am Sofa lassen
Eine andere Lösung zeigt das Schlafsofa Lowe. Hier bleiben die Kissen beim Öffnen am Möbel und müssen nicht separat abgelegt werden. Das ausgeklappte Bett besitzt eine 19 Zentimeter starke Matratze und eine Unterfederung mit Leisten aus geschichtetem Buchenholz. Als Matratzenvarianten nennt Campeggi Polyurethanschaum, Federkern und Memory-Schaum. Auch bei diesem Modell ist der Bezug vollständig abnehmbar.
Der Unterschied zu Acca liegt damit nicht bloß in der Größe. Während beim Sessel ein herausgenommenes Polsterteil eine zweite Aufgabe übernimmt, verzichtet Lowe auf diesen Zwischenschritt. Für die Auswahl ist deshalb nicht nur das Erscheinungsbild interessant, sondern auch der konkrete Ablauf des Öffnens und Schließens.
Zwei Zustände gehören in den Grundriss
Wie wichtig der Blick auf beide Nutzungsformen ist, verdeutlichen die Maße von Lowe: Als Sofa ist es 96 Zentimeter tief, ausgeklappt benötigt es eine Gesamttiefe von 219 Zentimetern. Wer einen Raum zugleich zum Wohnen und für Übernachtungsgäste nutzt, sollte daher auch die Position des Couchtischs und die verbleibenden Durchgänge in der geöffneten Stellung prüfen.
Campeggi-Schlafsessel und -Schlafsofas sind bei der Raum & Form Seidel GmbH über design-kiste.de erhältlich. Auf der Campeggi-Seite bei design-kiste.de werden unter anderem Acca und Lowe vorgestellt – und damit zwei unterschiedliche Ansätze für den Wechsel zwischen Sitzplatz und Bett.
An diesen Entwürfen wird deutlich, dass sich ein wandelbares Möbel nicht allein an der zusätzlichen Schlafmöglichkeit messen lässt. Ebenso aufschlussreich sind die Details dazwischen: welche Teile bewegt werden, wo sie anschließend bleiben und wie viel Raum der Umbau tatsächlich beansprucht.













