(openPR) Gusterath, 18. September 2026. Alkoholfreier Wein entwickelt sich in Deutschland von einer kleinen Nische zu einer zunehmend relevanten Kategorie der Weinbranche. Aktuelle Marktdaten zeigen deutliche Zuwächse bei Absatz, Umsatz und Käuferzahl. Gleichzeitig reagiert nun auch die Weinwirtschaft in Rheinland-Pfalz auf diese Entwicklung: Erstmals können alkoholfreie Weine und Sekte an der Landesweinprämierung teilnehmen.
Die erste Prämierungsprobe der neuen Kategorie wurde für den 15. September 2026 angesetzt. Die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz hatte die Prüferinnen und Prüfer zuvor gezielt auf die sensorischen Besonderheiten entalkoholisierter Weine und Sekte vorbereitet.
Für den bei Trier ansässigen Fachhändler Nullprozente ist die Entwicklung ein weiteres Zeichen dafür, dass alkoholfreier Wein zunehmend als eigenständige Produktkategorie wahrgenommen wird.
„Vor einigen Jahren bestand die Auswahl noch aus vergleichsweise wenigen Produkten. Heute sehen wir eine deutlich größere Vielfalt bei Rebsorten, Herkunft und Herstellungsverfahren“, sagt Christopher Gouverneur, Gründer von Nullprozente. „Dass alkoholfreie Weine nun auch bei einer etablierten Landesweinprämierung berücksichtigt werden, zeigt, wie stark sich die Kategorie entwickelt hat.“
44 Prozent mehr Haushalte kaufen alkoholfreien Wein
Besonders deutlich wird die Entwicklung beim Blick auf aktuelle Marktdaten. Nach Angaben des Deutschen Weininstituts auf Basis der Weinmarktbeobachtung von NielsenIQ kauften 2025 rund 44 Prozent mehr Haushalte alkoholfreie Weine im Handel als noch 2024. Absatz und Umsatz stiegen innerhalb eines Jahres jeweils um 25 Prozent.
Der Umsatzanteil alkoholfreier Weine am gesamten deutschen Weinmarkt liegt mittlerweile bei rund zwei Prozent. Noch handelt es sich damit um eine vergleichsweise kleine Kategorie, die Wachstumsraten fallen jedoch deutlich aus.
Auch Wiederholungskäufe spielen eine Rolle: Laut Deutschem Weininstitut kauften 65 Prozent der Haushalte, die sich für alkoholfreien Wein entschieden hatten, erneut Produkte aus dieser Kategorie.
Parallel wächst das Angebot der Erzeuger. Eine Geisenheimer Absatzanalyse unter 506 Weingütern ergab, dass 2025 bereits jeder dritte untersuchte Betrieb alkoholfreie Weine im Sortiment führte. Bei diesen Betrieben stieg der Absatz alkoholfreier Weine um 61 Prozent.
Eine Auswahl verschiedener alkoholfreier Weine unterschiedlicher Rebsorten, Stilrichtungen und Weinregionen bietet Nullprozente in seinem spezialisierten Onlineshop an.
Was bedeutet „alkoholfreier Wein“ eigentlich?
Auch rechtlich hat sich die Kategorie weiterentwickelt. Nach den aktuellen europäischen Vorgaben dürfen vollständig entalkoholisierte Weinbauerzeugnisse als „alkoholfrei“ bezeichnet werden, wenn ihr vorhandener Alkoholgehalt höchstens 0,5 Prozent vol beträgt. Bei einem Alkoholgehalt von höchstens 0,05 Prozent vol ist zusätzlich die Angabe „0,0 %“ vorgesehen.
Damit unterscheidet sich alkoholfreier Wein grundlegend von Traubensaft. Ausgangspunkt ist zunächst ein regulär erzeugter Wein, dem anschließend Alkohol entzogen wird. Durch die Entalkoholisierung verändern sich unter anderem Aromawahrnehmung, Säure, Süße, Mundgefühl und sensorische Struktur.
Genau diese Eigenschaften spielen nun auch bei der neuen Prämierung in Rheinland-Pfalz eine Rolle.
Auch alkoholfreier Rotwein gewinnt an Vielfalt
Während alkoholfreie Weißweine und Schaumweine bereits seit längerer Zeit am Markt präsent sind, wird auch die Auswahl bei Rotweinen größer. Unterschiedliche Rebsorten und Herstellungsverfahren sorgen dafür, dass Verbraucher inzwischen zwischen verschiedenen Stilrichtungen wählen können.
Bei Nullprozente umfasst das Sortiment daher neben Weißwein, Rosé und Schaumwein auch eine eigene Auswahl an alkoholfreiem Rotwein.
Gerade bei Rotwein stellt die Entalkoholisierung besondere sensorische Herausforderungen. Alkohol trägt bei klassischem Wein unter anderem zum Mundgefühl und zur Wahrnehmung von Aromen bei. Hersteller arbeiten deshalb mit unterschiedlichen Verfahren und Rezepturen, um auch nach der Entalkoholisierung ein ausgewogenes Geschmacksprofil zu erreichen.
Qualität wird zum entscheidenden Faktor
Mit wachsendem Angebot steigen auch die Ansprüche der Verbraucher. Während vor einigen Jahren vor allem die Verfügbarkeit alkoholfreier Alternativen im Mittelpunkt stand, gewinnen Rebsorte, Herkunft, Herstellungsverfahren und Geschmack zunehmend an Bedeutung.
„Alkoholfreier Wein muss heute nicht mehr nur die Frage beantworten, ob man auf Alkohol verzichten kann“, sagt Gouverneur. „Entscheidend wird zunehmend, welcher alkoholfreie Wein tatsächlich zum Essen, zum Anlass und zum persönlichen Geschmack passt.“
Die Aufnahme alkoholfreier Produkte in die Landesweinprämierung Rheinland-Pfalz könnte der Entwicklung zusätzliche Aufmerksamkeit verschaffen. Erstmals werden die Produkte dort innerhalb eines etablierten Prämierungssystems gezielt sensorisch bewertet.
Für eine Kategorie, die aktuell erst rund zwei Prozent des deutschen Weinumsatzes ausmacht, aber zweistellige Wachstumsraten verzeichnet, ist das ein bemerkenswerter Schritt.
















